Ernährungsmythen
Viele Ernährungsbotschaften halten sich hartnäckig, obwohl sie keine wissenschaftliche Grundlage haben. Wir haben Ihnen ein paar dieser weit verbreiteten Meinungen und deren Beurteilung zusammengestellt.
Ist es wahr, dass abends warm essen dick macht?
Nein! Es hängt nicht davon ab, ob abends warme oder kalte Mahlzeiten verzehrt werden. Entscheidend ist, wie viele Kalorien die Mahlzeit hat. Ein belegtes Brot kann – je nach Belag und Brotscheibendicke – viel mehr Kalorien haben als ein Gemüse- oder Salatteller.
Ist es möglich, mit einer bestimmten Diät in einer Woche 5 kg abzunehmen?
Nein! Der Körper muss ca. 7.000 kcal einsparen, um 1 kg Fett abzubauen. Wenn Sie 7 Tage nur Wasser trinken und nichts essen würden, würden Sie sbei einem täglichen Energieverbrauch von 2.300 kcal (Beispiel für Frauen zwischen 25 und 51 Jahren) ungefähr 16.100 kcal einsparen. Dies würde ca. 2,3 kg Fett entsprechen. Diäten, die innerhalb weniger Tage einen Gewichtsverlust von mehreren Kilogramm versprechen, beruhen in der Regel auf Wasserverlusten, nicht auf Fettabbau.
Ist Zucker ein Vitaminräuber?
Beim Abbau von Zucker benötigt der Körper Vitamine, die im Zucker nicht vorhanden sind. Der Körper muss quasi einen Vorrat davon haben. Die Vitamine werden für den Zuckerabbau allerdings nicht „geraubt“, sondern stehen dem Stoffwechsel danach wieder zur Verfügung. Natürlich ist es praktischer, wenn Lebensmittel gleichzeitig Vitamine für ihren Abbau mitbringen. Aber eine gesunde Person, die sich ausgewogen ernährt, hat normalerweise einen ausreichend hohen Vitaminbestand, um den Zucker abzubauen.
Stimmt es, dass man schneller abnimmt, wenn man das Abendessen ausfallen lässt?
Hierzu gehen die Meinungen stark auseinander. Letztendlich kommt es auf die Energieaufnahme des gesamten Tages an. Wer tagsüber und/oder abends mehr isst, als er verbraucht, nimmt zu. Wer tagsüber wenig isst und noch „Reserve“ hat, braucht auf das Abendessen nicht zu verzichten. Allerdings sollte die Abendmahlzeit weder eine Kalorienbombe sein noch zu spät eingenommen werden. So hat der Organismus noch eine Chance, die Nährstoffe zu verbrennen und sie nicht während der nächtlichen Ruhephase einzulagern.
Sollte man auf Fett ganz verzichten?
Nein! Denn Fett liefert auch die fettlöslichen Vitamine und lebensnotwendigen Fettsäuren, die der Organismus nicht selbst herstellen kann. Es ist richtig, dass Fett von allen Nährstoffen die meiste Energie liefert. Aus diesem Grund sollte man es sparsam verwenden und Fette sorgfältig auswählen, z. B. vorrangig wertvolle Pflanzenöle (Sonnenblumen-, Distel-, Raps- oder Olivenöl) nehmen.
