Gemeinsam gegen den Klimawandel

Lidl und Fairtrade unterstützen Kaffeebauern in Peru

Fairtrade International schult Bauern in Zentralperu und hilft ihnen bei der Aufforstung. Lidl Deutschland unterstützt die Arbeit von Fairtrade seit 2012.

Im Frühjahr 2013 zerstörte ein Rostpilz zwei Drittel der Ernte von Fairtrade-Kaffeebauern der Sonomoro- und Sangareni-Erzeugergemeinschaften in Peru. Die Gemeinschaften liegen in der Region Junín, in Zentralperu – von hier stammen 28 Prozent der peruanischen Kaffeebohnen. Der Rostpilz ist einer der aggressivsten Schädlinge, mit denen die Bauern zu kämpfen haben. Doch auch die Folgen des Klimawandels wie starke Wetter- und Temperaturschwankungen gefährden die sensiblen Kaffeepflanzen. Um gezielt zu helfen, unterstützt Lidl Deutschland bereits seit 2012 die Arbeit von Fairtrade International in dieser Region. Auf diese Weise konnte die Entwicklungsorganisation 144 Farmern bei ihrem Kampf gegen den Rostpilz mit 72.000 neuen Kaffeepflanzen helfen. Um der Abholzung in der Region entgegenzuwirken, pflanzte Fairtrade gemeinsam mit den Kaffeebauern 40.000 neue Bäume und schulte sie darin, die Herausforderungen des Klimawandels zu meistern.

Neue Hoffnung nach zerstörter Ernte

Ein Drittel der üblichen Ernte: So viel blieb den Kaffeebauern 2013, nachdem ihre Pflanzen vom Rostpilz befallen wurden. Im Folgejahr waren es sogar weniger als zehn Prozent. Doch das Geld, um genügend neue Pflanzen zu kaufen, fehlte. Um den betroffenen Farmern zu helfen, pflanzte Lidl 500 neue, resistentere Kaffeepflanzen auf jeder Plantage. Damit sich die Kaffeebauern in Zukunft besser vor solchen Epidemien oder Einflüssen des Klimawandels schützen können, schulte Fairtrade sie in verschiedenen Anbaumethoden.

Farmer schulen Farmer

Neben Epidemien sind es vor allem die Folgen des Klimawandels und die Abholzung der Wälder, mit denen die Kaffeebauern zu kämpfen haben. In einem weiteren Projekt, das Lidl förderte, lernten ausgewählte Mitglieder der Erzeugergemeinschaften, worauf sie bei einer Aufforstung achten müssen und wie sie ihre Pflanzen zukünftig besser schützen können. Dieses Wissen gaben sie als Trainer an andere Farmer weiter. Ein Agrar- und ein Forstingenieur unterstützten dabei vor Ort, indem sie die Aufforstung überwachten und koordinierten.

Mischkulturen schützen Kaffeepflanzen

Für die sensiblen Kaffeepflanzen eignen sich Mischkulturen mit Pinien, Eiben und Zedern am besten. Dabei dienen die anderen Bäume den Kaffeepflanzen als Schutzschild vor Wind, Sonne und Krankheiten. Um sicherzustellen, dass jede Plantage nach ihrem individuellen Bedarf optimal geschützt wird, inspizierten die Trainer gemeinsam mit den Ingenieuren von Fairtrade jede einzelne Farm der Erzeugergemeinschaften. Auf Basis ihrer Bestandsaufnahme wurde dann entschieden, wo und wie viele neue Pflanzen angebaut werden sollten.

Gemüsegärten zur Selbstversorgung

Fairtrade stellte den Bauern Düngemittel zur Verfügung mit genauen Anweisungen, wie diese einzusetzen sind. Darüber hinaus lernten die Farmer, richtig zu kompostieren und das nach der Kaffeeverarbeitung kontaminierte Wasser mit Filteranlagen zu reinigen. Fairtrade riet den Farmern zudem, eigene Gemüsegärten zur Selbstversorgung anzulegen – und sich so etwas unabhängiger zu machen. Rund 80 Prozent der Farmer, die von Fairtrade unterstützt wurden, haben alle diese Maßnahmen implementiert.

Schutz für Kaffeepflanzen

Aus den kleinen Pinienpflanzen werden natürliche Sonnenschirme für die Kaffeepflanzen.

Piniensetzlinge werden gepflanzt

Der erste neue Pinien-Setzling kommt in den Boden.

Fairtrade-Projekt: Farmer bauen einen Kompost zum Wiedervewerten von Pflanzen

Damit sie Pflanzenabfälle künftig wiederverwerten können, haben einige Farmer einen Kompost errichtet.

Hilfe für Kaffeebauern nach dem Ernteausfall 2013

Drei der Bauern, denen Lidl nach dem Ernteausfall 2013 mit neuen, resistenteren Kaffeepflanzen helfen konnte.