Vom Weinberg in die Flasche

Die Arbeit des Winzers lässt sich mit der eines Fußballtrainers vergleichen: Er muss das ganze Jahr über seine Reben in Form bringen – und dann gibt es einen entscheidenden Moment: die Lese.

Junge, grüne Reben Messer schneidet Traube ab Frau rührt rote Maische

Pflege des Rebstocks

Die Rebe entstammt einer Waldpflanze, die sich einst an Bäumen emporgerankt hat. Ein Holzstock oder ein Drahtspalier gibt der Pflanze Halt. Durch Beschneiden steuert der Winzer die Anzahl der Triebe und Trauben am Stock.

Entwicklung der Rebe

Im Frühjahr treibt der Rebstock aus. Im Mai bilden sich die Blütenansätze, Gescheine genannt. Die Rebblüte ist im Juni, jedoch sehen die Blüten ziemlich unauffällig aus. Von der Blüte bis zur Reife der Trauben vergehen noch rund 100 Tage.

Gesunderhaltung

In feuchten Jahren besteht erhöhte Gefahr von Pilzerkrankungen. Schon aus Kostengründen werden die Behandlungen auf das Notwendige begrenzt. Neu gezüchtete Rebsorten sind robuster und erfordern weniger Behandlungen. Begrünung zwischen den Rebzeilen
verbessert das Bodenleben.

Lese

Vor der Ernte wird die Reife der Trauben regelmäßig geprüft. Das geschieht mit dem Refraktometer, einem Gerät, das den Zuckergehalt im Most misst. Die optimale Reife ist dann erreicht, wenn Zucker und Säure im günstigsten Verhältnis zueinander stehen. Nun heißt es Daumen drücken, dass es nicht regnet. Geerntet wird oft maschinell, für besondere Qualität und in Steillagen von Hand.

In der Kelter

Die Trauben werden möglichst schnell zur Kelter gebracht. Weißweintrauben werden schonend gepresst. Rotweintrauben werden gemahlen und stehen eine Zeit lang „auf der Maische“ (Maische heißen die zerkleinerten festen Bestandteile der Traube). So gehen Farb- und Gerbstoffe, die in den Schalen sitzen, in den Wein über. Wussten Sie, dass der reine Saft roter Trauben hellfarben ist? Man kann also aus roten Trauben einen hellen Wein erzeugen (Blanc de Noir). Wenn man die Maischestandzeit auf wenige Stunden begrenzt, erhält man einen Rosé.

Flaschenböden im Regal Flaschen in der Abfüllanlage Frau mit Weinglas

Der Ausbau

Hefen wandeln den im Most enthaltenen Zucker in Alkohol um. Dabei entstehen auch Kohlendioxid und Wärme. Die Gärung vollzieht sich meistens in Edelstahltanks mit einer Kühlvorrichtung, mit der man die Temperatur niedrig halten kann. Kühl vergorene Weine schmecken fruchtig und elegant. Manche, meist rote Weine, reifen nach der Gärung in kleinen Eichenholzfässern, den Barriques. Dadurch bekommen sie mehr Struktur und feine Röstnoten.

Der Geschmack

Lässt man den Most zu Ende gären, enthält er so gut wie keinen Zucker. Solch ein Wein ist trocken. Wird etwas mehr Süße gewünscht, kann die Gärung vorher beendet werden (etwa durch Kälte), um einen halbtrockenen oder lieblichen Geschmack zu erreichen.

Schaumwein

Schaumweine durchlaufen eine zweite Gärung, die entweder in der Flasche (traditionelle Flaschengärmethode) oder in großen Drucktanks erfolgt. Dabei darf das Kohlendioxidgas nicht entweichen und verbleibt als feines Prickeln im Wein.

Die Abfüllung

Die Abfüllung erfolgt vollautomatisch unter sterilen Verhältnissen. Die Flaschen werden verschlossen und mit Kapsel und Etikett ausgestattet. Jede Füllung hat eine eigene Losnummer. Der Verschluss darf den Geschmack des Weins nicht beeinträchtigen. Deshalb sind Kunststoffpfropfen und Drehverschlüsse eine gute Alternative zum Naturkorken.