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Das Verstummen der Krähe

Taschenbuch; Autor: Kornbichler, Sabine

Kristina Mahlos Auftrag als Nachlassverwalterin hat es in sich. Eine Verstorbene vererbt ihr beträchtliches Vermögen ihren fünf besten Freunden, jedoch unter der Bedingung, dass es gelingt, den...
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Artikelnummer: 100100965

Kristina Mahlos Auftrag als Nachlassverwalterin hat es in sich. Eine Verstorbene vererbt ihr beträchtliches Vermögen ihren fünf besten Freunden, jedoch unter der Bedingung, dass es gelingt, den Mord aufzuklären, für den ihr Mann einst verurteilt worden war. Kris will den Fall ablehnen, doch dann entdeckt sie in der Wohnung der Toten einen Hinweis auf ihren eigenen Bruder Ben, der vor Jahren spurlos verschwand
Titel Zusatz

Kriminalroman


Autor(en)

Kornbichler, Sabine


Erscheinungsdatum

12.08.2013


Abmessungen

(H) 0,22 (B) 0.14 (T) 0.04


Gewicht in Gramm

576 gr


Seitenzahl

432


Herausgeber

Piper


Sprache

Deutsch


Reihe

Piper Taschenbuch


Reihe Band Nr.

Bd.30203


Ausschnitt

LESEPROBE aus DAS VERSTUMMEN DER KRÄHE von SABINE KORNBICHLER PIPER VERLAG - München 2013 Die Stimme des Vaters war schwächer geworden mit den Jahren, doch seine Worte waren wie ein nie verhallendes Echo. "Es kommt darauf an, besser zu sein als die anderen. Nimm deinen Stift und schreib: Ich bin intelligenter. Ich bin mutiger. Ich bin schlauer. Ich bin skrupelloser. Ich bin überzeugender. Ich bin besser. Hast du das? Gut. Und jetzt schaust du jeden Morgen nach dem Aufstehen auf deine Liste. Wenn du dich anstrengst, kannst du bald hinter jede dieser Eigenschaften einen Haken machen." "Wozu?" "Wozu wohl? Mit ihrer Hilfe lässt sich eine Karriere planen." Der Vater hatte gelacht. "Oder ein perfektes Verbrechen." "Ein Verbrechen?" "Hör gefälligst genau zu, wenn ich dir etwas erkläre. Ich rede von einem perfekten Verbrechen. Wer es nicht bis an die Spitze schafft, ist genauso ein Idiot wie ein Knastbruder. Wenn du Dummheit begreifen willst, musst du nur ein Gefängnis besuchen." Es war lange her, dass der Vater das gesagt hatte, aber seine Worte hatten nicht an Kraft verloren. War das jetzt perfekt? So perfekt, dass es nicht entdeckt wurde? Der abgelegene Ort, die nicht herzustellende Verbindung, das fehlende Motiv? Und die vielen Schaufeln Erde. Dumm war es ganz bestimmt nicht. Einen Moment schien es, als stünde der Vater am Rand der Grube. Als gingen sie gemeinsam noch einmal die einzelnen Punkte seiner Liste durch intelligenter mutiger schlauer. Gut! ( ) Nachdem Funda um dreizehn Uhr gegangen war, zog ich mir ein paar Mohrrüben aus dem Gemüsebeet meiner Mutter, wusch sie und dippte sie in Frischkäse. Mein Hunger hielt sich nach zehn Baklava in Grenzen. Ich sah die Geschäftsbriefe des Tages durch und sortierte sie vor. Der unterste und zugleich dickste Umschlag kam vom Nachlassgericht. Er enthielt die Unterlagen zu einer Testamentsvollstreckung und die Bitte um Annahmeerklärung. Die Verstorbene, die einundvierzigjährige Theresa Lenhardt aus Obermenzing, hatte ausdrücklich mich benannt, um ihren letzten Willen auszuführen. Der Name war mir nicht geläufig, aber es war auch nicht ungewöhnlich, von völlig Fremden eingesetzt zu werden. Beim ersten Lesen überflog ich das handschriftlich verfasste Testament, dann las ich es noch einmal Wort für Wort: Zu meinen Erben bestimme ich zu gleichen Teilen Christoph und Beate Angermeier, Tilman und Rena Velte sowie Nadja Lischka. Nadja Lischka? Bei ihr musste es sich um die Frau handeln, die mir am Vormittag drei Nachrichten auf dem Anrufbeantworter hinterlassen und mich dringend um Rückruf gebeten hatte. Ich las weiter: Erbe kann jedoch nur werden, wer folgende Bedingung erfüllt: Er/sie muss von jedem Verdacht der Beteiligung an der Ermordung von Konstantin Lischka befreit sein. Lässt sich der Verdacht bezüglich eines der genannten Erben nicht ausräumen, so fällt sein Anteil den anderen zu gleichen Teilen zu. Lässt sich der Verdacht für keinen der fünf ausräumen, fällt das gesamte Erbe an den Tierschutzverein. Dasselbe gilt für den Fall, dass einer der potenziellen Erben Kristina Mahlo als Testamentsvollstreckerin ablehnt. Es liegt im Ermessen der Testamentsvollstreckerin, darüber zu befinden, ob im Einzelfall der Verdacht ausgeräumt werden konnte. Diesem außergewöhnlichen Testament war ein verschlossener, an mich adressierter Brief beigefügt. Ich öffnete ihn und las: Sehr geehrte Frau Mahlo, sicher werden Sie sich fragen, warum meine Wahl auf Sie gefallen ist. Ihnen eilt der Ruf voraus, gewissenhaft und unbestechlich zu sein. Diese Eigenschaften werden Sie brauchen, um meinen letzten Willen zu erfüllen. Sollten Sie aus welchen Gründen auch immer erwägen, die Testamentsvollstreckung gleich im Vorfeld abzulehnen, bitte ich Sie, Ihre Entscheidung erst zu fällen, nachdem Sie in meiner Wohnung waren. Den Schlüssel verwahrt meine Nachbarin Marianne Moser. Ich zähle auf Sie, Kristina Mahlo. Vielleicht gelingt Ihnen, woran ich gesc


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