Deckenschleifer

Bei Renovierungsarbeiten müssen Wände oftmals neu verspachtelt werden. Dabei können Unebenheiten entstehen, die nach dem Trocknen abzuschleifen sind. Befinden sich die Stellen weit oben oder an der Decke, wird es schwierig, sie zu erreichen. Genau für diesen Zweck ist der Deckenschleifer gemacht. Was es bei dem Elektrowerkzeug zu beachten gibt, verrät folgender Ratgeber.

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Praxisleitfaden für den Deckenschleifer - Decken glätten und ebnen

Dieses Werkzeug ist eine spezielle Form des Trockenbauschleifers. Er wird auch Schleifgiraffe oder Langhalsschleifer genannt, da die meisten Geräte über eine Teleskopstange oder über eine entsprechende Vorrichtung zur Anbringung verfügen. Dadurch wird das Arbeiten über Kopf, also an Decken und Dachschrägen, erheblich erleichtert. Zusätzlich kann aber auch an den Wänden sowie am Boden geschliffen werden.

Vorteile des Deckenschleifers

Der entscheidende Vorteil des Deckenschleifers ist sein im Vergleich zu anderen Trockenbauschleifgeräten geringes Gewicht. Dadurch werden alle Arbeiten oberhalb des eigenen Körperschwerpunktes deutlich erleichtert. Eine Teleskopstange vereinfacht die Arbeit noch zusätzlich.

So funktioniert ein Deckenschleifer

Ein Heimwerker schleift eine frisch verspachtelte Decke mit einem Deckenschleifer.Der Deckenschleifer hat ein geringes Gewicht und ist einfach zu bedienen.

Ein Deckenschleifer verfügt über einen elektrisch betriebenen, runden Schleifteller. Dieser rotiert und bewegt so das aufgesetzte Schleifpapier über Wand oder Decke. So kann der Untergrund schnell geglättet werden. Der Deckenschleifer kommt klassischerweise nach dem Verspachteln oder Verputzen zum Einsatz, um auftretende Unebenheiten auszugleichen.

Viele Geräte verfügen neben einer Teleskopstange auch über eine Absaugvorrichtung für den Anschluss eines Staubsaugers. So kann mit dem Schleifer auch an schwer erreichbaren Stellen zuverlässig und sauber gearbeitet werden.

Den passenden Deckenschleifer auswählen

Deckenschleifer gibt es ganz unterschiedliche, so wie es auch verschiedene Namen für das Werkzeug gibt. Bei Schleifgiraffe, Wandschleifer, Langhalsschleifer und Co. gibt es einige Punkte zu beachten.

Drehzahl

Für die meisten Heimwerker ist eine Drehzahl von 1.000 Umdrehungen in der Minute völlig ausreichend. Bei den meisten Anwendungen wird das Gerät jedoch ohnehin mit einer geringeren Drehzahl betrieben. Um eine Wand oder Decke gleichmäßig zu glätten, ist Fingerspitzengefühl wichtiger als Kraft und Geschwindigkeit.

Ausreichend Leistung

Auch die Leistung muss nicht übermäßig hoch sein. Zum Abschleifen von verputzten oder verspachtelten Decken reichen 500 Watt gut aus. Sollte man hingegen Parkett schleifen oder dicke Lackschichten abtragen wollen, kann es sich lohnen, Elektrowerkzeuge mit höherer Leistung anzuschaffen.

Tipp

Das Ergebnis wird auch von der Körnung des Schleifpapiers beeinflusst. Bei ausreichend grober Körnung reicht auch eine geringe Leistung.

Verhältnis zwischen Teleskopstange und Deckenhöhe

Die Länge der Teleskopstange richtet sich nach den individuellen Bedürfnissen. Man sollte also vorher ausmessen, wie hoch die Wände und Decken sind, die man schleifen möchte. Dann berechnet man zusammen mit der Körpergröße, wie lang die Teleskopstange sein sollte. Ist sie doch einmal zu kurz, bleibt im Zweifel aber immer noch die Verwendung einer Leiter.

Schleifscheiben

Mehrere Schleifscheiben mit unterschiedlicher KörnungDie Schleifscheiben lassen sich den Arbeitsbedingungen entsprechend anpassen.

Schleifscheiben gibt es in sehr vielen verschiedenen Körnungen. Hier kommt es darauf an, was für welche Arbeit der Schleifer benötigt wird: Will man zum Beispiel Lack abtragen, ist eine gröbere Körnung gut. Danach kann mit einem feineren Schleifpapier nachgearbeitet werden. Für viele Arbeiten, wie das Glätten einer verputzten Wand, kann aber auch ein einziger Schleifschritt mit einem mittleren Schleifpapier ausreichen.

Die Korngröße ist im FEPA Standard klassifiziert und reicht von groben 1,8 mm (P12) bis zu feinen 8,4 µm (P2500). Solche extremen Körnungen sind aber im Heimwerkerbereich in der Regel nicht nötig. Oft sind passende Schleifscheiben bereits im Lieferumfang des Geräts enthalten und für das Eigenheim völlig ausreichend. Diese bewegen sich dann im mittleren Körnungs-Bereich: etwa zwischen den Kennzahlen P100 und P280.

Merke:

Arbeite immer zuerst gröber und werde dann feiner.

Fragen & Antworten

  • Kann man auch normale Trockenbauschleifer für Decken verwenden?

    Ja, man sollte allerdings auf Gewicht und Handlichkeit sowie die Möglichkeit zur Anbringung von Teleskopstange und Staubsauger achten. Es gibt auch Geräte, die durchaus als Deckenschleifer taugen, allerdings unter dem Namen Trockenbauschleifer vermarktet werden. Es lohnt sich also, auch hier zu vergleichen.
  • Kann man sich die Arbeit an der Decke noch zusätzlich vereinfachen?

    Einige Geräte bieten die Möglichkeit, eine zweite Teleskopstange zu montieren. Diese kann dann als Standfuß verwendet werden, während der Deckenschleifer wie ein Kranarm geschwenkt werden kann. So muss das Gewicht der Maschine beim Schleifen nicht gehalten werden.
  • Benötigt man Schutzausrüstung?

    Zumindest ein Atemschutz sollte verwendet werden. Auch wenn eine Absaugvorrichtung zum Einsatz kommt, entsteht feiner Staub, der nicht in die Atemwege gelangen sollte. Optional sind eine Schutzbrille und ein Gehörschutz.
  • Zu welcher Tageszeit darf geschliffen werden?

    Beachte immer die jeweilig geltenden Ruhezeiten. Diese sind von Bundesland zu Bundesland und teils auch je Gemeinde oder Stadt unterschiedlich. Die Ruhezeiten lassen sich meist online finden. Frag ansonsten einfach beim zuständigen Ordnungsamt nach. Auch Hausordnungen können weitere verbindliche Ruhezeiten enthalten.