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Die Nacht von Madrid

Hardcover; Autor: Ingendaay, Paul

Eine Frau geht mit einem Messer auf ihren ehemaligen Liebhaber los. Ein vermeintlich seriöser Bauunternehmer wird zum Opfer einer stümperhaften Entführung. Und ein Mann lässt sich für seine...
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Artikelnummer: 100107084

Eine Frau geht mit einem Messer auf ihren ehemaligen Liebhaber los. Ein vermeintlich seriöser Bauunternehmer wird zum Opfer einer stümperhaften Entführung. Und ein Mann lässt sich für seine Frau beide Knie zertrümmern. Das Verbrechen ist so abgründig wie allgegenwärtig in der "Nacht von Madrid". Selten sieht man es kommen, und immer sind es scheinbare Kleinigkeiten, harmlose Missverständnisse, die zum Schlimmsten führen und tiefe Spuren im Leben aller hinterlassen. Warum sie dennoch geschehen, und welch fatale Konsequenzen sie haben, davon schreibt Paul Ingendaay in seinem neuen Buch. Kühl, mitreißend, unentrinnbar.
Text Review

"Die Mischung aus Coolness und Empathie, in eine Sprache von unprätentiöser Direktheit umgesetzt, ergibt einen ganz eigenen Ton, und vermutlich ist es gerade der Verzicht auf Lokalkolorit, auf Beobachtungen aus der Perspektive des faszinierten Ausländers, der uns die Atmosphäre dieser Alltagsszenen und unerhörten Begebenheiten durchaus 'spanisch' vorkommen lässt.", Süddeutsche Zeitung, 20.02.2014


Titel Zusatz

Erzählungen


Autor(en)

Ingendaay, Paul


Erscheinungsdatum

13.09.2013


Abmessungen

(H) 0,21 (B) 0.13 (T) 0.02


Gewicht in Gramm

328 gr


Seitenzahl

176


Herausgeber

Piper


Sprache

Deutsch


Ausschnitt

Auf der Hochzeit eines Freundes Wie die Droschkenkutscher von früher, sage ich gern. Wir hocken vorn und fahren alle, die uns darum bitten. Natürlich haben wir gegenüber den alten Zeiten einen Vorteil. Wir sitzen warm unter einem Dach und bekommen von den Elementen nicht viel mit. Wir brauchen keinen Mantel und keine Mütze. Leider, denke ich manchmal, haben wir auch keine Peitsche mehr. Unsere Tage sind lang. Zwölf, dreizehn Stunden, manchmal vierzehn. Wer vernünftig ist, hält in der Mittagszeit an und setzt sich in Ruhe hin, um was zu essen. Ich mache es so. Wer nachts fährt, hat es schwerer, aber unmöglich ist das auch nicht. Man kennt seine Stadt. Man kommt herum und findet irgendwo in Madrid eine Nachtbar, um ein Sandwich zu essen. Müsste ich nachts fahren, würde ich Aurora bitten, mir was vorzubereiten, wie sie es früher gemacht hat, als ich noch im Sägewerk war. Alles schön klein geschnitten, ein Stück Obst dazu, Plastikdeckel drauf, damit keine Sägespäne drankamen. Ging gut, über die Jahre. Nur als das Sägewerk zumachte, musste ich mir was einfallen lassen. Die Taxilizenz habe ich gerade noch gekauft, als sie billig war. Mein jüngerer Bruder kaufte das Ding ein paar Jahre zu spät und konnte nicht aufhören zu fluchen. Er ist ein unglücklicher Taxifahrer geworden, mein Bruder, nicht ganz im Gleichgewicht. Wir haben uns länger nicht gesehen. Ich merke mir Gesichter und Stimmen, das ist mein Sport. Manche Fahrgäste erkennt man nicht leicht, besonders im Winter, oder sie lesen nur Zeitung und sagen nicht mal fünf Worte, wenn sie bezahlen. "Hier, nehmen Sie", sagen sie und "Danke", wenn ich ihnen die Quittung gebe. Das macht keinen Spaß, diese Abfertigung. Mein Taxi ist keine Hühnchenbraterei. Dann muss ich mir sagen, dass auch die Mürrischen zu meiner Sammlung gehören. Dass sie meine Sammlung, ich sag jetzt mal, bereichern. Sobald ich mir das klarmache, ist es gut. Mein System ist leben und leben lassen. Ruhig bleiben, sich nicht einmischen. Nicht über Fußball reden. Aber vor allem ruhig bleiben. Über die Jahre wird das immer schwerer. Einmal, ein einziges Mal, habe ich mich in etwas eingemischt, weil ich nett sein wollte, und es gab eine Katastrophe. Ich denke noch heute darüber nach. Der Fall war sogar in der Zeitung. Frau geht bei einer Hochzeit mit dem Messer auf ihren Ex-Freund los. Ein geladener Gast, Enrique C.M. So nannten ihn die Zeitungen. Die Frau war nicht eingeladen. Blut auf seiner weißen Hemdbrust, ich hab die Bilder gesehen. Und alles nur, weil ich nett sein wollte. Der Mann war einer von der alten Schule, wie man sie kaum noch sieht, groß, Mitte dreißig, wie in einer anderen Epoche aufgewachsen und mit tadellosen Manieren, als hätte ihn eine Zeitmaschine an diesem schönen Vormittag in mein Taxi geschleudert. Er saß auf der Rückbank in seinem hellen Sommeranzug mit dem weißen Hemd und der blauen Krawatte, sorgfältiger Haarschnitt, und wollte plaudern. Ich hab mich gefreut. Er fragte, wie das Leben so wäre. Ich sagte, das Leben ist gut. Mehr sage ich zu so was nicht. Dann sage ich: "Man kämpft sich so durch." "Man muss weiterkämpfen. Darauf kommt es an." Ich will gerade antworten, da sagt er: "Entschuldigung, ich müsste kurz telefonieren. Ich hoffe, es macht Ihnen nichts aus." "Nein", sage ich, "natürlich nicht. Telefonieren Sie, bitte." Ich habe nicht oft Fahrgäste, die sich entschuldigen, bevor sie telefonieren. Er wählt also seine Nummer, und dann redet er von einer Hochzeit draußen in Somontes, auf der er am selben Abend eingeladen ist, die Hochzeit eines gewissen Nacho. "Weißt du schon, was du anziehst?", fragt er. Ich vermute, das ist seine Frau oder Freundin. "Das Orangefarbene? Hast du denn einen orangefarbenen Hut? Ah, ja. Ich dachte, du würdest dich für das Grüne entscheiden. Ich finde beide zauberhaft Doch, im Ernst Was? Nein, da besteht absolut keine Gefahr. Alicia wird nicht da sein. Wenn sie nicht mit mir kommt, kommt sie gar nicht


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