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Dolce Vita, süßer Tod

Taschenbuch; Autor: Ervas, Fulvio

Eine nackte Leiche im Schaufenster, und das mitten in der Weihnachtszeit! Das norditalienische Treviso ist in heller Aufruhr. Schafft Inspektor Stucky es, den Tod der jungen Verkäuferin Jolanda...
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Artikelnummer: 100101514

Eine nackte Leiche im Schaufenster, und das mitten in der Weihnachtszeit! Das norditalienische Treviso ist in heller Aufruhr. Schafft Inspektor Stucky es, den Tod der jungen Verkäuferin Jolanda bis zum Festtag aufzuklären? Als der Psychiater und Detektiv Kuto Tarfusser auftaucht, erzählt er ihm von einem seiner verrückten Patienten, und diese Spur führt geradewegs zu einem hocherotischen Geheimnis, das die Verkäuferin gut gehütet hat.
Titel Zusatz

Kriminalroman


Autor(en)

Ervas, Fulvio


Erscheinungsdatum

14.10.2013


Abmessungen

(H) 0,19 (B) 0.12 (T) 0.02


Gewicht in Gramm

274 gr


Seitenzahl

304


Herausgeber

Berlin Verlag Taschenbuch


Sprache

Deutsch


Reihe

BVT


Reihe Band Nr.

Bd.933


Ausschnitt

1. Dezember "Antimama ", seufzte Inspektor Stucky und zwang sich, den Worten der jungen Verkäuferin mehr Aufmerksamkeit zu schenken. Erst am Morgen zuvor hatten sie Martini zu Grabe getragen, und jetzt gab es schon wieder Ärger. Er ließ die Frau ihren leidvollen Weg zum Arbeitsplatz schildern, sie, die das Autofahren hasste, und von dem Rollgitter berichten, das sie jeden Tag hochschieben und herunterlassen musste; er ließ sie über den Vorfall klagen und darüber, dass sie sich mit ganzer Kraft den Aufgaben widmete, die sie zu erfüllen hatte. Er ließ sie von dem Geschäft für Geschenkartikel erzählen, von den blauen Plastikkrügen, den Kämmen für Labradorfelle, den Untersetzern aus Glas und den mit küssenden Fischchen bedruckten Post-its, denn die Ideen zu einem großen Teil dieses Krimskrams stammten von ihrem Verlobten, einem Art-Irgendwas, einem aufstrebenden Kreativen, der sie samstags zur Arbeit begleitete und sein Auto auf der Piazza della Vittoria "wirklich auf der Piazza della Vittoria?", versuchte Stucky, ihren Redefluss zu unterbrechen abstellte, um dann einen Bummel durchs Zentrum zu machen, vielleicht auch, um ihr durch das Schaufenster bei der Arbeit zuzusehen. Und schließlich ließ er sich von ihr über den Wert der Objekte, dieser tausend kleinen Dinge von fragwürdigem Nutzen, die sie verkaufte, aufklären, denn das Überflüssige wirkt beruhigend und kann dem Käufer vor Augen führen, wie weit er auf dem Weg zwischen dem Wissen, nichts zu haben, und dem Glauben, viel zu besitzen, bereits vorangekommen ist. Inspektor Stucky betrachtete die gelbe Aktenmappe auf seinem Schreibtisch. "Verkäuferinnen" hätte er auf das blau umrandete Etikett schreiben sollen, aber irgendwie kam ihm das albern vor. "Haben Sie jetzt ein ruhigeres Gefühl, Signorina Leonardi?" Sie strich die Haarsträhne zurück, die ihr über die Augen gefallen war, und fixierte ihn einen Moment. Dann antwortete sie: "Nicht unbedingt." Stucky versuchte herauszufinden, ob ihn die Gesichtszüge des Mädchens irgendwie an die von Kommissar Leonardi erinnerten. Nein, sie hatte keinerlei Ähnlichkeit mit ihrem Onkel. Nebenbei bemerkt, hatte es dem Kommissar überhaupt nicht gefallen, dass seine einzige Nichte so behandelt wurde, als wäre sie irgendwer. "Es ist gestern Abend auf dem Parkplatz vor Ihrem Haus passiert, nicht wahr?" "Ja, im Bezirk Sant Artemio. Ich kam gerade von der Arbeit." "Hat er etwas gesagt, der Angreifer?" " Dumme Gans , hat er gesagt." "Noch immer hinter Ihrem Rücken." "Ja, das kam von hinten. Gesehen habe ich nichts, Signor Inspektor." "Und wann haben Sie die Praline entdeckt?" "Ich habe nur gespürt, dass er mir blitzschnell die Hand in eine Tasche gesteckt hat. Als er weg war, habe ich dann die Praline herausgenommen " Diese Schokopraline lag jetzt auf dem Schreibtisch, und Stucky konnte sich kaum vom Anblick dieses kleinen, in sternchenverziertes Stanniolpapier gewickelten Schokoladenhäufchens losreißen. Was konnte das bloß für ein Angreifer sein, der seinem Opfer eine Süßigkeit in die Manteltasche schob? Diese Sache hatte zweifellos ihre kuriosen Seiten. Vielleicht hatte Kommissar Leonardo eine Vorahnung und seine Verwandte zu ihm geschickt, bevor noch ein Unglück geschah. "Sind Sie schon einmal von jemandem belästigt worden?" "Was verstehen Sie unter belästigen ?" Das Mädchen hatte dichte schwarze Wimpern und ausdrucksvolle blaue Augen, die den Betrachter anstrahlten. Stucky dachte an die Energie, die diesem Alter eigen war. Was für Feinde kann man haben, wenn man zwanzig ist? Und er überlegte, wie seltsam es war, die Nichte eines Kollegen in der Rolle des Opfers vor sich zu sehen, dasselbe Mädchen, das hin und wieder im Polizeipräsidium auftauchte und dem Martini natürlich nur so, dass niemand es hörte mehr als nur galante Komplimente zugeworfen hatte. Es war tatsächlich so, dass man manchmal auf der Seite des Mikrosk


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