Eine vorläufige Theorie der Liebe

Hardcover; Autor: Hutchins, Scott

Mit Mitte dreißig steht Neill Bassett jr. wieder ganz am Anfang. Seine Frau hat ihn abserviert, jetzt muss er sich auf erniedrigende Tennis-Abende für Singles einlassen. Auf der Haben-Seite...
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Artikelnummer: 100157422

Mit Mitte dreißig steht Neill Bassett jr. wieder ganz am Anfang. Seine Frau hat ihn abserviert, jetzt muss er sich auf erniedrigende Tennis-Abende für Singles einlassen. Auf der Haben-Seite seines Lebens steht nur das aberwitzig umfangreiche Tagebuch, das sein Vater ihm hinterlassen hat. Im Silicon Valley soll er damit einen empfindsamen Computer entwickeln. Während Neill nebenbei dem Grund für den Selbstmord seines Vaters auf die Spur kommt, macht der Computer ebensolche Fortschritte in Liebesangelegenheiten wie Neill selber.
"Eine vorläufige Theorie der Liebe" ist das elektrisierende Romandebüt des jungen Amerikaners Scott Hutchins.
Text Review

"Unterhaltsamer Debütroman über das Verhältnis Mensch-Technik und Liebe im digitalen Zeitalter geschrieben.", Wiener Zeitung (A), 03.01.2015


Titel Zusatz

Roman


Autor(en)

Hutchins, Scott


Erscheinungsdatum

07.03.2014


Abmessungen

(H) 0,22 (B) 0.15 (T) 0.04


Gewicht in Gramm

662 gr


Seitenzahl

416


Herausgeber

Piper


Sprache

Deutsch


Ausschnitt

1 Vor ein paar Tagen hielten ein Feuerwehrauto und ein Krankenwagen vor meinem Wohnhaus auf dem Hügel südlich des Dolores Park. Mehrere Sanitäter stiegen aus, der Größte von ihnen hatte eine schwarze Trage mit roten Gurten und Schnallen dabei. Sie waren wegen des Nachbarn gekommen, der über mir wohnt, Fred, ein Trinker und Einsiedler, für den ich seltsamerweise eine gewisse Bewunderung hege. Nicht, dass ich mit ihm tauschen wollte. Er verbringt den Großteil seiner Zeit vor einem kleinen Flachbildfernseher, den er vor der Wand am hinteren Ende seines Küchentischs aufgestellt hat und in dem ausschließlich Sportsender laufen. Fred raucht bedächtig und ohne jede Pause (meine Exfrau hat sich regelmäßig über den Gestank beschwert) und verfolgt wie gebannt Tennismatches, Football- und Basketballspiele, ja sogar europäische Fußballturniere. Er interessiert sich nicht für den Sport an sich, sondern für die Wetten, die er auf die Spiele abgeschlossen hat. Sein einziger regelmäßiger Besucher, der Postbote, ist zugleich sein Buchmacher. Früher war Fred selbst bei der Post. Wie ich schon sagte, ich würde nicht mit ihm tauschen wollen. Die Einsamkeit und Eintönigkeit seiner Tage erscheinen mir wenig verlockend. Und trotzdem ist er für mich ein Vorbild an Selbstgenügsamkeit. Er trinkt und raucht zu viel, und wenn er überhaupt einmal etwas isst, dann eine aufgewärmte Dose Eintopf. Aber er verlässt das Haus und kauft alles selbst ein Zigaretten, Alkohol, Konserven , er stakst auf steifen Beinen zum Laden an der Ecke und kommt mit einer vollgestopften Papiertüte wieder zurück. Dann erklimmt er die drei Treppen zu seinem Apartment eine schmutzige, spartanische Version meines Apartments , das er ganz allein bewohnt, was auf dem brutalen Immobilienmarkt von San Francisco für sich schon eine Leistung ist. Er ist immer herzlich, wenn wir uns im Treppenhaus begegnen, und sogar in den traurigen Monaten nach meiner Scheidung, als mir ein anderer Nachbar vorschlug, eine Drehtür einzubauen (um dem hohen Durchgangsverkehr gerecht zu werden eine abfällige Stichelei), hatte Fred stets ein freundliches Wort für mich übrig. Eines Tages klopfte er an meine Tür; ich solle ihn wissen lassen, falls er in der Wohnung über mir zu laut herumpoltere. Es sei ihm sehr wohl klar, dass er zum Trampeln neige. Ich hatte das Gefühl, er wollte mir sagen: Wir sind Nachbarn, mehr nicht, aber ich finde dich in Ordnung. Obwohl ich da vielleicht zu viel hineininterpretiere. Als die Sanitäter an jenem Tag die Treppe hinaufstiegen, hörte ich zunächst Gemurmel und dann Fred, der ein Geräusch ausstieß, das irgendwo zwischen Jaulen und Schreien lag. Ich trat ins Treppenhaus, als ihn die Sanitäter gerade heruntertrugen. Sie schrien auf ihn ein wie die Offiziere auf Auszubildende beim Militär. Sir, bitte behalten Sie die Arme am Körper. Sir, Arme an den Körper. Sonst werden wir Sie festschnallen, Sir. Der Umgangston kam mir für einen so alten Mann völlig unangemessen vor, aber als sie mit dem auf die Trage geschnallten Fred um die Ecke kamen, sah ich, wo das Problem lag. Er versuchte, sich am Geländer festzuhalten und seinen Abtransport zu verhindern. Sein Gesicht war verzerrt, seine milchigen Augen glasig und voller Tränen. "Tut mir leid, Neill", sagte er, als er mich bemerkte. Flehentlich streckte er die Hände nach mir aus. "Es tut mir leid. Es tut mir so leid." Ich sagte ihm, er solle sich beruhigen. Ihm brauche nichts leid zu tun. Aber er hörte nicht auf, um Verzeihung zu bitten, während die Sanitäter ihn, fest auf die medizinische Trage gefesselt, an meiner Tür vorbeitrugen. Anscheinend war er zwei Tage zuvor gestürzt und hatte sich die Hüfte gebrochen. Er hatte erst jetzt den Notruf gewählt. Er war achtundvierzig Stunden in seiner Wohnung herumgekrochen und hatte gewartet Gott weiß, worauf. Dass der Schmerz von allein verschwinden würde? Dass ein Nachbar an seine Tür klopft? Ich habe mich erkundigt, wohin man ihn


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