Kim Novak badete nie im See von Genezareth

Taschenbuch; Autor: Nesser, Håkan

Schweden in den 60er Jahren. Ein kleines Sommerhaus an einem der unzähligen Seen. Hier verbringen der 14jährige Erik und sein Freund Edmund die Ferien. Sie schwärmen von der jungen...
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Schweden in den 60er Jahren. Ein kleines Sommerhaus an einem der unzähligen Seen. Hier verbringen der 14jährige Erik und sein Freund Edmund die Ferien. Sie schwärmen von der jungen Aushilfslehrerin Ewa, die aussieht wie Kim Novak und sich schon bald beim Dorffest in voller Blüte zeigt. Zwei Tage später findet man die Leiche von Ewas Verlobtem, und Eriks älterer Bruder, der eine Affäre mit Ewa hatte, steht unter Mordverdacht. Der Täter wird jedoch nie gefunden. 25 Jahre später liest der erwachsene Erik zufällig einen Bericht über ungeklärte Verbrechen, und der Sommer von damals bricht mit aller Gewalt über ihn herein. Was ist damals wirklich geschehen?
Maße

187 mm


Text Review

"Schwedische Kinder haben's gut: Für die steht dieses schöne Buch als Schullektüre auf dem Lehrplan!" BRIGITTE


Titel Zusatz

Roman


Autor(en)

Nesser, Håkan


Erscheinungsdatum

27.10.2004


Gewicht in Gramm

285 gr


Seitenzahl

288


Herausgeber

btb


Sprache

Deutsch


Reihe

btb


Reihe Band Nr.

Bd.72481


Ausschnitt

Das, was ich jetzt berichten will, soll von dem SCHRECKLICHEN handeln, natürlich soll es davon handeln, aber auch von ein paar anderen Dingen. Schließlich hat das verhängnisvolle Geschehen dazu geführt, dass ich mich an den Sommer von 1962 besser erinnere als an alle anderen Sommer meiner Jugend. Es hat seinen düsteren Schatten auf so vieles andere geworfen. Auf mich selbst und auf Edmund. Auf meine armen Eltern und meinen Bruder, einfach auf alles damals: den Ort draußen auf dem flachen Land mit seinen Menschen, Ereignissen und Meinungen - das hätte ich vielleicht niemals vom Grunde des Vergessens wieder hervorziehen können, wenn es nicht das Unheimliche gegeben hätte, das damals geschah. Das SCHRECKLICHE. Wo ich nun anfangen soll, was der ideale Ausgangspunkt wäre, das ist eine Frage, an der ich eine Weile zu beißen hatte, es gibt so viele denkbare Möglichkeiten. Schließlich war ich all diese losen Anfangsfäden so leid, all die verschiedenen Einstiege in diesen Sommer, dass ich mich dazu entschieden habe, einfach an einem ganz normalen Tag daheim in unserer Küche in der Idrottsgatan zu beginnen. Nur mit meinem Vater und mir, an einem milden Maiabend 1962. Gesagt, getan. "Das wird ein schwerer Sommer", sagte mein Vater. "Am besten stellen wir uns gleich darauf ein." Er kippte die angebrannte Soße ins Spülbecken und hustete. Ich betrachtete seinen etwas krummen Rücken und überlegte. Es kam nicht oft vor, dass er mit bösen Prophezeiungen um sich warf, also konnte ich davon ausgehen, dass er es ernst meinte. "Ich glaube, ich bin satt", sagte ich und rollte die noch halb rohe Kartoffel auf die Fleischseite des Tellers, damit es so aussah, als hätte ich wenigstens die Hälfte gegessen. Er trat an den Küchentisch und betrachtete die Überreste ein paar Sekunden lang. Ein etwas betrübter Gesichtsausdruck zeigte sich, mir war klar, dass er mich durchschaut hatte, aber trotzdem nahm er den Teller und kratzte ihn über dem Mülleimer unter der Spüle kommentarlos ab. "Wie gesagt, ein schwerer Sommer", sagte er stattdessen, wieder seinen krummen Rücken mir zugewandt. "Es kommt, wie es kommt", antwortete ich. Exakt diese Worte waren eines seiner Rezepte gegen alle möglichen Beschwernisse im Leben, und ich nahm sie in meinen Mund, damit er verstand, dass ich ihm eine Stütze sein wollte. Ihm zeigen wollte, dass wir das hier gemeinsam durchstehen würden und dass ich im Laufe des Jahres das eine oder andere wohl doch gelernt hatte. "Das ist wahr gesprochen", sagte er. "Der Mensch denkt, Gott lenkt." "Wie gesagt", erwiderte ich. Weil es ein richtig schöner Maiabend war, ging ich nach dem Essen zu Benny hinüber. Benny war wie immer auf der Toilette, deshalb saß ich zunächst einmal mit seiner schwermütigen Mutter in der Küche. "Wie geht es deiner Mutter?", fragte sie. "Es wird ein schwerer Sommer", antwortete ich. Sie nickte. Holte ihr Taschentuch aus der Kitteltasche und putzte sich die Nase. Bennys Mutter war während des Sommerhalbjahrs immer mal wieder allergisch. Sie hatte Heuschnupfen, so hieß das. Wenn ich genauer darüber nachdenke, glaube ich, sie hatte das ganze Jahr über Heuschnupfen. "Das hat mein Vater gesagt", fügte ich hinzu. "Ja, ja", sagte sie. "Kommt Zeit, kommt Rat." Zu der Zeit lernte ich, dass die Erwachsenen so zu reden pflegten. Nicht nur mein Vater sprach so, man musste so sprechen, damit man überhaupt dazu gehörte, um zu zeigen, dass man schon trocken hinter den Ohren war. Seit meine Mutter ernsthaft krank geworden und ins Krankenhaus gekommen war, hatte ich mir die wichtigsten Floskeln eingeprägt, damit ich sie nach Bedarf anwenden konnte. Es kommt, wie es kommt. Jeder Tag bringt neue Sorgen. Es könnte schlimmer sein. Man weiß ja so wenig. Oder: "Kopf hoch und mit beiden Beinen fest auf dem Boden bleiben", wie der schielende Karlesson im Kiosk hundertmal am Tag konstatierte. Oder: "Kommt Zeit, kommt Rat", à la Frau Barkman. Benny hieß nämlich auch noch Barkma


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