Kurschatten

Taschenbuch; Autor: Pauly, Gisa

Tumult im Kurgebiet: Während Carlotta genüsslich dem Kurkonzert lauscht, stürzt sich nebenan eine Frau vom Balkon! Einmal mehr fühlt sich Carlotta berufen, sich in die Ermittlungsarbeit ihres...
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Artikelnummer: 100100953

Tumult im Kurgebiet: Während Carlotta genüsslich dem Kurkonzert lauscht, stürzt sich nebenan eine Frau vom Balkon! Einmal mehr fühlt sich Carlotta berufen, sich in die Ermittlungsarbeit ihres Schwiegersohns Erik einzumischen, denn die Schwester der Toten ist nicht nur Bauherrin eines Großprojekts, das Carlotta unbedingt verhindern will, sie hat auch nichts Besseres zu tun, als Erik schöne Augen zu machen. Mamma Carlotta ist empört!
Text Review

"Dieses Mal geht es um die Immobilien-Problematik auf der Promi-Insel. Ein aktuelles Thema. Spannung von der ersten Seite an ist garantiert. ", LandGang 20151120


Titel Zusatz

Ein Sylt-Krimi


Autor(en)

Pauly, Gisa


Erscheinungsdatum

13.05.2013


Abmessungen

(H) 0,19 (B) 0.12 (T) 0.03


Gewicht in Gramm

320 gr


Seitenzahl

448


Herausgeber

Piper


Sprache

Deutsch


Reihe

Piper Taschenbuch


Reihe Band Nr.

Bd.26474


Ausschnitt

Es war dunkel. Stockfinster! Kein winziger Lichtschein, kein heller Fleck in der Schwärze, die ihn umgab. Nichts! Wo, um Himmels willen, war er gelandet? Er war eingesperrt. Um ihn herum Totenstille. Kein Licht und kein Geräusch. Nur der Geruch war ihm vertraut. Allmählich begriff er, dass er in seinem Auto saß. Es roch nach Straßenschmutz, nach Leder, nach einem Reinigungsmittel und der alten Decke, die stets auf dem Rücksitz lag. Ungewaschen und verfilzt. Vorsichtig versuchte er sich aufzurichten. Sein ganzer Körper schmerzte, er musste schon lange in dieser unbequemen Haltung gesessen haben. Sein Kopf dröhnte, das Pochen hinter seiner Stirn schwoll an, als er versuchte, sich zu bewegen. Es ging nicht! Seinen rechten Arm konnte er ein wenig strecken und nach dem Türgriff tasten, aber der linke gehorchte ihm nicht. Er begann zu zerren, zu reißen, doch er erreichte nichts. Nur ein metallisches Klirren. Seine Hand steckte in einer Fessel. Er war am Schaltknüppel angekettet! Seine Rechte betätigte vergeblich den Türgriff. Das Auto war verschlossen. Er merkte, dass ihm der Schweiß ausbrach, obwohl es eiskalt im Auto war. Er trug nur einen leichten Pullover, seine Jacke musste irgendwo auf dem Rücksitz liegen. Unerreichbar! Er beugte sich vor, suchte mit der rechten Hand nach dem Zündschloss es steckte kein Schlüssel drin. "Hilfe!" Er erschrak über seine eigene Stimme. Sie prallte von den Seitenscheiben zurück, und er wusste, dass niemand ihn hörte. "Ich will hier raus!" Er tastete nach der Hupe, obwohl er schon ahnte, dass sie nicht reagieren würde. Wütend drückte er und drückte Was war geschehen? Er fühlte sich völlig benommen, konnte sich nicht erinnern, was ihm widerfahren war. Wo befand er sich? Irgendwo tief unter der Erde? Bei diesem Gedanken schoss die Verzweiflung in ihm hoch. Verschüttet? "Nein, nein!" Er hätte seinen linken Arm gegeben, wenn er dadurch freigekommen wäre. Aber frei? Was würde ihn erwarten, wenn er sein Auto verlassen könnte? Was versteckte sich in dieser Schwärze um ihn herum? In dieser unheimlichen Lautlosigkeit? Wohin würde er treten, wenn er einen Fuß aus dem Auto setzen könnte? Ins Leere? Würde er abstürzen in eine Schlucht? Versinken im Wasser? "Hilfe!" Da hörte er etwas. Ein fernes Geräusch, das Summen eines Motors. Dann ein Rumpeln, eine Bewegung, die sich auf seinen Wagen übertrug, nur kurz, aber für einen wundervollen Augenblick der Kontakt zum Leben, zur Außenwelt. "Hilfe!" Er glaubte, einen Lichtschein zu sehen, der in sein Gefängnis drang, doch schon im nächsten Augenblick wusste er nicht mehr, ob er es sich nur eingebildet hatte. Doch! Winzige Punkte blinkten auf, rote Stiche auf schwarzem Grund. Und es gab Bewegung in der Finsternis um ihn herum! Er sah sie nicht, aber er spürte und hörte sie. Quietschendes Gestänge, leises Rumoren, nun vibrierte die Karosserie seines Autos. Ein Rasseln, ein Dröhnen, dann war es vorbei. Stille, eisige Stille war wieder dort, wo es eine kurze Hoffnung gegeben hatte. Es war so still wie in einem Grab. Der Wind kam vom Meer. Mit spitzen, eisigen Fingern griff er nach Schals, Mützen und Handschuhen. Wer ihm begegnete, machte sich klein und bot so wenig Angriffsfläche wie möglich. Wer von ihm gejagt wurde, versuchte zu verhindern, dass er etwas an sich riss und mitnahm. Unberechenbar war er, dieser Wind. Manchmal schwieg er oder säuselte nur heuchlerisch, dann wieder griff er so unvermutet an, dass er Fußgänger und Radfahrer übertölpelte und auf einen gefährlichen Zickzackkurs zwang. Carlotta Capella kannte sich mittlerweile aus. Sie wusste, wie der Wind sich im Frühling gebärdete, dass er manchmal sogar im Sommer Ernst machte und jetzt, im Herbst, unerbittlich wurde. Immer, wenn sie von ihren Besuchen in Wenningstedt nach Italien zurückkehrte, erzählte sie dort von diesem Wind. Aber kaum jemand von denen, die den Wind nur als laues Lüftchen kannten, konnte sich vorstellen, wie eisig u


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