Liebling, kommst du?

Taschenbuch; Autor: Hauptmann, Gaby

Mein Mann hat keine Zeit für mich. Wie oft hat Nele das gedacht! Jetzt weiß sie - schlimmer ist, wenn Björn zu viel Zeit hat. Freigestellt von seiner Arbeit, stört er ihre heiligen Rituale und...
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Artikelnummer: 100164667

Mein Mann hat keine Zeit für mich. Wie oft hat Nele das gedacht! Jetzt weiß sie - schlimmer ist, wenn Björn zu viel Zeit hat. Freigestellt von seiner Arbeit, stört er ihre heiligen Rituale und krempelt alles um. Nele ist erleichtert, als er endlich eine neue Leidenschaft gefunden hat: seine erste Harley. Aber muss er sich in der Motorradgang auch gleich noch in die Freundin seines Sohnes verlieben? Ein herzerfrischender Roman über neue Lebensabschnitte und die verschlungenen Wege, die die Liebe nehmen muss, um ans Ziel zu kommen.
Text Review

"Gaby Hauptmann ist die erfolgreichste deutsche Schriftstellerin. (...) Man muss sie kennen.", DIE WELT, 06.12.2014


Titel Zusatz

Roman


Autor(en)

Hauptmann, Gaby


Erscheinungsdatum

11.04.2014


Abmessungen

(H) 0,19 (B) 0.12 (T) 0.02


Gewicht in Gramm

244 gr


Seitenzahl

288


Herausgeber

Piper


Sprache

Deutsch


Reihe

Piper Taschenbuch


Reihe Band Nr.

Bd.30539


Ausschnitt

Warum muss sich immer alles ändern? Warum kann es nicht einfach bleiben, wie es war? Es war doch gut. Oder nicht? Oder etwa nicht? Nele sah ihren Mann an. Nicht sprachlos, dafür war sie zu beredt, aber fassungslos. Innerlich. Nach außen lächelte sie. Komisch. Alles war wie gestern. Draußen versuchte die fahle Februarsonne vergeblich, die hartnäckige Schneedecke schmelzen zu lassen, und am Rhododendron wartete die Amsel auf ihr Frühstück. Warum war es nicht gestern? Warum war es heute? Warum stand Björn so erwartungsvoll vor ihr? "Ich habe dir das früher schon sagen wollen." Auf seinem Gesicht stand Verlegenheit. Ein Hauch von Entschuldigung. Oder war es Bedauern? Aber warum schaute er so? Was erwartete er jetzt von ihr? Nele fuhr sich durch die Haare. Das war ihre Geste für äußerste Anspannung. Aber sie lächelte noch immer. "Und wie hat er das gesagt?", wollte sie wissen und schob ihr Müsli von sich. Noch einen Bissen, und sie würde sich übergeben müssen. "Er stand vor mir wie einst Gerhard Schröder, die eine Hand in der Hosentasche, das Jackett offen. Lässig. Und genauso lässig hat er es formuliert." "Dass du stillgelegt wirst?" "Tja, da gibt es einen geschmeidigeren Ausdruck. Freigestellt. Nicht stillgelegt." "Aha." Sie griff nach ihrer Kaffeetasse. Hilflos wollte sie nicht wirken, aber sie fühlte sich so. "Du bist 48!" "Ja, genau!" "Was willst du dann schon im Ruhestand? Die Politik spricht von Rente ab 67? War das nicht so? Oder 63? Da hast du noch", sie überlegte und spürte Panik aufsteigen, "fast zwanzig Jahre zwanzig Jahre!" "Hätte ich." Seine Ruhe war es, was sie am meisten aufbrachte. Björn saß völlig seelenruhig mit ihr am Frühstückstisch und schien mit dieser Lebensentscheidung absolut im Einklang zu sein. Sie aber nicht! "Wieso sitzen wir hier dann noch? Um diese Uhrzeit? Wie gestern? Wie vorgestern? Wie immer? Wenn du sowieso aufhörst?" "Weil ich die nächsten Wochen natürlich noch ins Büro gehe. Ich muss alles abwickeln." Er sah ihr über den von ihr so reichhaltig gedeckten Tisch hinweg in die Augen. "Aber Schätzchen, freust du dich denn gar nicht?" Nein, sie freute sich nicht. Sie freute sich gar nicht. Sie freute sich ganz und gar nicht. "Es kommt etwas überraschend", wich Nele aus. "Ich muss mich erst ", sie überlegte und vermied seinen Blick, "daran gewöhnen." He!, dachte sie. Ich bin 45 und habe jetzt einen Rentner als Mann? Das geht ja gar nicht! "Und es ist ja nicht bis in alle Ewigkeit", gab er zu bedenken. "Ich habe ein Jahr Wettbewerbssperre. Dafür werde ich ja auch bezahlt. Ein Jahr könnte ich mir dazu noch gönnen, danach kann ich wieder loslegen." Loslegen. Mit fünfzig, dachte Nele. Wer will schon einen Fünfzigjährigen, der zwei Jahre aus dem Business raus ist? Sie sagte nichts. Ihr Schweigen behagte Björn nicht, er warf einen kurzen Blick auf seine Armbanduhr."Na, ich muss jetzt jedenfalls los." Er stand auf, ging um den kleinen Tisch herum und drückte ihr einen Kuss auf die Stirn. "Überleg doch mal", sagte er, "was wir jetzt alles machen können! Kein Büro mehr, kein Stress mehr, echte Freiheit, nur du und ich!" "Du und ich", wiederholte sie und spürte selbst, wie lahm es klang. Du und ich, das hatte die letzten dreiundzwanzig Jahre nur im Urlaub stattgefunden. Und überhaupt. Du und ich, da gab es ja auch noch die Frage des Geldes. Was hieß da die nächsten zwei Jahre? Und vor allem: Gab es überhaupt einen Grund für all das? "Hast du was verbockt? Ich meine", sie stockte, als sie in seine eisgrauen Augen sah, "hast du einen Fehler gemacht? Etwas Schwerwiegendes?" Sie spürte selbst, dass ihre Stimme grell wurde, sie konnte ihre Panik kaum noch verbergen. Aber sie beherrschte sich und versuchte ihre Nerven in den Griff zu bekommen. Langsam stand sie auf und schlang die Arme um seinen Hals. "Björn", sagte sie leise. "Willst du mir etwas sagen?" "Ja", antwortete er bedächtig und zog ihre Arme von seinem Nacken. "Ich mus


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