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Lucy im Himmel

Hardcover; Autor: Carmi, Daniella

Eine neue, ungewohnt mutige Stimme aus Israel: Lucy im Himmel erzählt die Geschichte einer jungen israelischen Araberin, die sich nicht der herrschenden Logik ihres Landes unterwirft, sondern...
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Artikelnummer: 100107066

Eine neue, ungewohnt mutige Stimme aus Israel: Lucy im Himmel erzählt die Geschichte einer jungen israelischen Araberin, die sich nicht der herrschenden Logik ihres Landes unterwirft, sondern allein ihrem eigenen Kompass folgt.
Als Nadja und Salim kinderlos bleiben, entschließen sie sich zur Adoption. Sie warten lange, bis man Nadja eines Tages auf dem Amt ein Kind anbietet, das könne sie gleich mitnehmen. Doch kein wohlriechendes, zartes Etwas wird ihr in den Arm gedrückt - Netanel steht da, dreizehn Jahre alt, geht schweigend neben ihr her, sitzt stumm im Bus. Ein bleicher verschlossener Junge, der nicht isst und nicht spricht und sich am liebsten in der Krone des Feigenbaums versteckt. Bis Nadja ihn unter der Dusche von strawberry fields singen hört und ihm Erdbeeren gibt. Die isst er, und unter dem alten Anhänger im Hof singt er ein Lied vom yellow submarine ...
Daniella Carmis Roman wohnt ein seltener Zauber inne. Sie erzählt eine Geschichte, die in der arabischen Welt Israels angesiedelt ist, eine Geschichte der anderen, der Träumer und der Schweigsamen. Eines der schrägsten, unkonventionellsten Bücher aus Israel, ein Buch, dessen Humor und entwaffnende menschliche Wärme zu Herzen gehen.
Text Review

"Dem Leser ergeht es ganz ähnlich mit der Roman-"Atmosfjera", denn was Daniella Carmi in diesen (zumindest für den deutschen Leser) so ungewöhnlichen Alltagsszenen gelingt, ist nichts weniger als das literarische Konzentrat einer israelischen Lebenswelt, die längst eine vital multi-ethnische ist - im Unterschied zu den weiterhin traditionell geprägten, ja erstarrten Nachbarländern einschließlich der Palästinensergebiete. Ironie der Geschichte: Gerade in einer Region, in welcher der Identitäts-Furor derart ausgeprägt ist und immer neue Opfer fordert, nutzen diese Israelis unterschiedlicher Religion die immense Chance, sich als Individuen neu zu erfinden - mit allen Macken und Widersprüchen, die das Heterogene nun einmal mit sich bringt.", Die Welt, Marko Martin, 14.12.2013


Titel Zusatz

Roman


Autor(en)

Carmi, Daniella


Erscheinungsdatum

26.08.2013


Abmessungen

(H) 0,21 (B) 0.13 (T) 0.02


Gewicht in Gramm

274 gr


Seitenzahl

224


Herausgeber

Berlin Verlag


Sprache

Deutsch


Ausschnitt

Hätten Nonnen heutzutage eine etwas höhere Moral, wäre das alles vielleicht nicht passiert. Denn, was hat mir letztlich gefehlt, um schwanger zu werden? Dieses eine Hormon: Pergonal. "Wenn Sie das nicht von Natur aus haben", erklärte mir der Arzt, "können wir es Ihnen besorgen, man findet es im Urin jeder Frau. Nur sauber muss er sein, ich meine rein. Nicht von einer Frau, die die Pille oder allerlei Hormone schluckt." "Und wo findet man so eine Frau?", fragte ich ihn. "Im Kloster", sagte er. Als ich aber zwei Wochen später wegen der Spritze wiederkam, sagte er, man habe nicht genug von dem reinen Urin gefunden. "Niemand versteht das so richtig", sagte ich zu Salim, meinem Mann, "vielleicht sind Klöster heute ja auch nicht mehr das, was sie früher mal waren. Man sollte meinen, dass die Nonnen ihrem geliebten Bräutigam die Treue halten und ihren Körper fürs ewige Leben aufheben. Aber so läuft das wohl nicht mehr. Vielleicht gibt es doch Entwicklungen, die wir in unserem arabischen Dorf verpassen." "Und bis es so weit ist mit dem ewigen Leben", sagte Salim, "wollen sie vielleicht doch schon ein bisschen den Himmel auf Erden. Lieber einen Spatz in der Hand als eine Taube " Ich war jedenfalls schon siebenunddreißig, und so beschlossen Salim und ich, ein Kind zu adoptieren. Drei Jahre standen wir auf der Warteliste, und drei Jahre lang haben wir nichts von denen gehört. Eines Tages haben sie uns zu sich bestellt. Sie erzählten etwas vom Kind einer jungen Frau aus Galiläa und einem Mann aus der Westbank, der keine Aufenthaltserlaubnis bekam. Danach haben sie Salim und mich wochenlang verhört. Und dann diese Formulare! Ein ganzer Berg lag da auf dem Tisch, nur mit unseren Lebensläufen. Aber als ich lange Zeit nach all den Verhören eines Morgens wieder einmal zum Adoptionsamt gefahren war, sagen sie mir: "Hier ist ein Kind, das können Sie sofort mitnehmen, Frau Yassin, allerdings nur als Pflegekind. Sonst lassen wir die Sache gleich wieder fallen." Spannung liegt in der Luft. Irgendwas kommt bei mir durcheinander. Ich weiß nicht, was. Ich sehe, wie sie mir einen Koffer in die Hand drücken. Aber von dem Baby ist weit und breit nichts zu sehen. Ich will fragen, frag aber nicht. Drei Wohlfahrtspflegerinnen sitzen da, sie sagen kein Wort. Dann lassen sie aus irgendeinem Zimmer einen Jungen kommen, und ohne mir auch nur einen Moment Zeit zu geben, ihn anzuschauen, sitzen wir schon im Bus er und ich und der Koffer. Während der ganzen Fahrt bedrückte mich sein Schweigen. Ich hatte sogar Angst, ihn anzuschauen. Erst als wir durch eine Allee fuhren, in der die lila Blüten der Bäume den Bus streiften, erst da habe ich einen ersten Blick gewagt. Seine Schultern waren noch schmal, und ich muss sagen, sein Körper sah ein bisschen aus wie ein Stängel. Vielleicht hatte er kürzlich einen Schub getan, denn er wusste anscheinend nicht, wohin mit seinen Händen. Dann hielt der Bus in unserem Dorf, aber der Junge nichts. Rührt sich nicht. Schaut aus dem Fenster. Bewegt nur die Finger, klimpert in der Luft, als schwebe da ein Klavier. Ich sage seinen Namen, tippe ihm auf die Schulter. Der Fahrer schaltet den Motor ab, kommt nach hinten und schaut ihn an. Der ganze Bus schaut ihn an. Ich glaube, mir läuft gleich die Seele aus. Keine Ahnung, wie er dann doch irgendwann aufgestanden und ausgestiegen ist. Ich öffne das Gittertor zu unserem Hof. Salim lehnt ein paar Meter weiter mit dem Rücken an der Wand. Ich trage den Koffer hinein, der Junge mir hinterher. Salim erstarrt auf der Stelle. Nur seine Zigarette zittert. Und der Junge läuft hin und her. Schlenkert die ganze Zeit die Hände. Und auch wenn er am Hoftor stehen bleibt, hebt er den Blick nicht. Er steht davor, als wären die Eisengitter mindestens mit Edelsteinen besetzt. Salims Gesicht ist verschlossen. Nur seine Brille schwitzt. Ich laufe rein und raus, fliehe vor der Stille. Bringe dem Jungen ei


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