Kreissägeblatt

Mit einer Kreissäge lassen sich Holz, Metall, Kunststoff und sogar Baustoffe wie Beton oder Naturstein zuverlässig zerschneiden. Die Schneidearbeit wird dabei vom Kreissägeblatt übernommen. Da es verschiedene Arten Kreissägeblätter gibt, ist ein gewisses Basiswissen hilfreich. Dieser Ratgeber verrät alles über das passende Kreissägeblatt.

Kreissägeblatt

Mit einer Kreissäge lassen sich Holz, Metall, Kunststoff und sogar Baustoffe wie Beton oder Naturstein zuverlässig zerschneiden. Die Schneidearbeit wird dabei vom Kreissägeblatt übernommen. Da es verschiedene Arten Kreissägeblätter gibt, ist ein gewisses Basiswissen hilfreich. Dieser Ratgeber verrät alles über das passende Kreissägeblatt.

Das ist ein Kreissägeblatt

Ein Kreissägeblatt ist ein rotierendes Werkzeug zur Zerspanung, das in Stand- oder Handkreissägen zum Einsatz kommt. Unabhängig von ihrer Spezialisierung haben alle Kreissägeblätter einige Eigenschaften gemeinsam:

  • runde Grundform
  • Schneidezähne am Umfang
  • zum Zerspanen verschiedener Materialien geeignet

Das Grundmaterial, die Anzahl der Sägezähne sowie der Einsatzzweck können jedoch unterschiedlich ausfallen.

Generell gesprochen gibt es zwei Kreissägeblätterarten, die sich in ihrer Fertigung und ihrem Aufbau unterscheiden:

  1. Einteilige Sägeblätter: aus einem Grundmaterial ausgestanzt und mit der gewünschten Zahnform ausgestattet
  2. Verbundkreissägeblätter: aus einem Metallkern, auf den Schneiden (Zähne) aus anderen Materialien gelötet werden

Kurze Längs- und Querschnitte in Hartholz sowie eine hohe Schnittqualität in Weichholz sind mit einteiligen Kreissägeblättern problemlos möglich. Verbundkreissägeblätter sind dagegen besser für Hartholz und härtere Verbundwerkstoffe geeignet. Diesen Umstand verdanken sie nicht zuletzt ihrer verschränkten (wechselseitig angeordneten) Zahnreihe, die breiter als der Metallkern des Blattes ist und mit weniger Reibung durch harte Materialien läuft.

Es gibt insgesamt drei Zahnstellungen für Kreissägeblätter:

  • negativ
  • neutral
  • positiv

Auf die Zahnstellung kommt es an.

Drei Sägeblätter mit unterschiedlichen Zahnstellungen im Profil. Neutral, positiv oder negativ – die Zahnstellung ist entscheidend. Bei der negativen Stellung ist der Trennwinkel im Material sehr flach, weshalb viel Vorschubkraft benötigt wird. Diese Art ist vor allem zum Schneiden von Hartmetall wie Edelstahl gedacht.
Bei neutraler Zahnstellung besteht kein Spanwinkel zur Mittelachse, die komplette Zahnkante wird belastet. Das macht ebenfalls eine hohe Vorschubkraft nötig, die Zahnkante verhält sich beim Treffen auf das Material aber sehr robust. Kreissägeblätter mit neutraler Stellung sind geeignet für verschiedene Metalle und Leichtmetalle.
Die positive Zahnstellung ist typisch für das Sägen in Holz. Die Zähne beißen förmlich in den Werkstoff und leisten damit bereits selbstständig Vorschubarbeit. Dabei werden vor allem die Spitzen stark belastet, weshalb Fremdkörper wie Nägel oder Schrauben die Zähne schnell kaputt machen.

Das richtige Kreissägeblatt finden

Für die Auswahl des passenden Kreissägeblatts spielen vier Eigenschaften eine tragende Rolle. Bezüglich der Zähne sind es ihre Anzahl und Art, außerdem sind die Schnittbreite sowie die Drehzahl des Blatts wichtig.

Zahnanzahl

Je mehr Zähne ein Sägeblatt hat, desto feiner ist die Qualität des Schnitts. Abhängig vom zu schneidenden Material sind hohe Zahnanzahlen aber nicht generell zu empfehlen. Ähnlich der Zahnstellung gibt es auch hier drei Kategorien:

  • gering: bis zu 36 Zähne, große Spanlücke, Schnittleistung steht im Mittelpunkt, Schnittqualität ist grob und rau, Schnitte am besten längs zur Faser
  • hoch: zwischen 36 und 48 Zähnen, Querschnitte erzielen saubere Ergebnisse, bei Längsschnitten verstopfen die Sägeblätter schnell
  • sehr hoch: 60 oder mehr Zähne, sehr feine Schnittqualität, Einsatz bei dünnen Werkstoffen, beispielsweise Sperrholz, mit langsamer Schnittgeschwindigkeit und mehr Vorschub

Grundsätzlich sollten beim Schnitt jederzeit mindestens drei Zähne im Material sein, um sauberes Arbeiten zu ermöglichen. Daher ist der Scheibendurchmesser abhängig vom Werkstück und seiner Größe zu wählen.

Zahnart

Je ein Flachzahn-, Wechselzahn- und Trapez-Flachzahnsägeblatt sind frontal zu sehen. Die Zahnarten unterscheiden sich in ihrer Form. Von links nach rechts: Flachzahn, Wechselzahn, Trapez-Flachzahn

Für die Schnittqualität und die Haltbarkeit des Kreissägeblatts ist die Art der Zähne ausschlaggebend. Die am weitesten verbreite Zahnform ist der rechteckige Flachzahn, der sich bestens für Längsschnitte in Weich- und Hartholz eignet.

Wechselzähne haben einen schräg geschliffenen Rücken. Sie finden häufig als Universalsägeblätter Verwendung, weil sie sich sowohl für Längs- als auch Querschnitte eignen.

Trapez-Flachzähne sind sehr robust und für harte Werkstoffe geeignet, weil sie besonders unempfindlich gegenüber Fremdkörpern sind.

Schnittbreite

Die Schnittbreite hängt von der Stärke des Sägeblatts und seiner Zahnung ab. Je dünner das Kreissägeblatt, desto niedriger ist die Drehzahl einzustellen. Bei zu hoher Drehzahl und starker Erhitzung besteht erhöhte Unfallgefahr.

Drehzahl

Die Schnittgeschwindigkeit – also die Geschwindigkeit, in der das Sägeblatt sich vor und zurück bewegt – sollte 100 Meter pro Sekunde nicht überschreiten. Je größer das Kreissägeblatt, desto geringer ist die Drehzahl einzustellen. Auch das bearbeitete Material gibt vor, wie hoch die Drehzahl eingestellt wird: Nicht-Eisen-Metall (NE-Metall) und Kunststoff können mit bis zu 5.000 Umdrehungen pro Minute, Holz sogar mit bis zu 9.000 geschnitten werden.

Fragen & Antworten

  • Wie wird ein Kreissägeblatt gewechselt?

    Grundsätzlich ist das Sägeblatt zu fixieren, die Stromzufuhr zu unterbrechen und die Befestigungsschraube zu lösen. Dann das Blatt austauschen und die Schraube wieder festschrauben. Spezielle Anweisungen sind in der Betriebsanleitung des jeweiligen Gerätes zu finden.
  • Was tun, wenn die Bohrung im Blatt zu groß ist?

    Die Standardgröße hat einen Durchmesser von 30 mm. Passt ein Blatt dieser Größe nicht auf die Säge, können sogenannte Reduzierungsringe benutzt werden. Diese verkleinern die Größe der Bohrung und machen das Kreissägeblatt kompatibel mit dem Elektrowerkzeug.
  • Wie erkennt man stumpfe Kreissägeblätter?

    Anzeichen für Stumpfheit sind langsamere Sägegeschwindigkeit, Verfärbungen durch Überhitzen an Schnittkanten, erhöhte Lautstärke sowie Vibrationen. Auf Vibrationen ist sofort zu reagieren, denn sie sind Anzeichen für eine Unwucht, die das Kreissägeblatt zerspringen lassen kann. Stumpfe Sägeblätter müssen aber nicht gleich ausgetauscht werden, sie können bis zu zehn Mal nachgeschärft werden.