Rotwein

Warum ist Rotwein eigentlich rot?

Rotwein wird aus blauen oder violetten Trauben hergestellt. Das allein ist jedoch nicht das Geheimnis seiner Farbe, denn der Saft der meisten dunklen Traubensorten ist hell. Wir erklären dir Schritt für Schritt, warum Merlot, Cabernet Sauvignon, Lemberger oder andere Tropfen trotzdem aussehen und schmecken, wie du es gewohnt bist.

  • Der rote Farbstoff steckt nur in der Beerenhaut. Anders als beim Weißwein, werden die Trauben deshalb nicht sofort gepresst, sondern zerdrückt. Der Most, der dabei entsteht, wird nicht von den Schalen getrennt.
  • So entsteht die Maische, ein dickflüssiges Gemisch aus Saft, Fruchtfleisch und Kernen. Beim Vergären werden die Farbstoffe aus den Traubenschalen herausausgelöst und gehen in die Flüssigkeit über.
  • Die festen Bestandteile der Maische werden durch die Kohlensäure, die bei der Gärung entsteht, nach oben gedrückt. Diesen Pfropfen nennt man Tresterhut.
  • Damit der Wein die richtige Farbe bekommt und ausgewogene Tannine ausbildet, muss der Tresterhut regelmäßig mit der Flüssigkeit vermengt werden. Tannin ist der Stoff, der Rotweine bitter machen kann und im Mund ein pelziges Gefühl hinterlässt.
  • Bei kurzer Maischestandzeit entstehen fruchtige Weine ohne Potenzial zur Alterung. Je länger sie dauert, desto höher ist der Anteil an Tanninen und Aromen, der Ausbau eines großen Lagerweins wird möglich.
  • Anschließend wird gepresst und der Most weiter vergoren. Der gesamte Vorgang nennt sich Maischegärung.

Wie wird Rotwein ausgebaut?

Nach der Gärung wird der Rotwein ausgebaut. So entwickelt er unter anderem seine komplexen Aromen. Je nach Rebsorte, Qualität, Stilistik und Weintradition reifen die Weine in Fässern, Barriques oder Tanks verschiedener Größe.

  • Eiche, Kastanie oder Zeder sind typische Holznoten. Düfte wie Vanille, Mokka oder Tabak verdankt ein Rotwein meist dem Barriquefass.
  • Weinart, Qualität, Potenzial und Jahrgang entscheiden über die Dauer des Ausbaus. Der Vorgang kann mehrere Wochen dauern, sich aber auch über Jahre erstrecken.
  • Anschließend wird der Wein abgefüllt.