Überwachungskamera

Ob Vorgarten, Garage oder Kinderzimmer: Eine Überwachungskamera hält wichtige Bereiche im Blick. Sie überwacht das Haus während des Urlaubs und schreckt Einbrecher schon durch ihren Anblick ab. Von der Kameraattrappe bis zur Dome-Überwachungskamera, die in alle Richtungen filmen kann, steht eine Vielzahl an Modellen für jede Lebenssituation zur Verfügung.

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Private Videoüberwachung: Das ist zu beachten

Wer sein Zuhause mit einer oder mehreren Kameras überwachen möchte, sollte sich an einige Regeln und aktuelle Gesetze zur Privatsphäre halten:

  • Innenräume: Alle Bewohner und Gäste müssen informiert werden. Bewohner sollten der Überwachung schriftlich zustimmen. Gäste können mündlich oder mit einer eindeutigen Kennzeichnung (beispielsweise in Form eines Schilds im Eingangsbereich) benachrichtigt werden.
  • Außenbereich: Es darf nur das eigene Gebäude und Grundstück mit der Überwachungskamera gefilmt werden. Kameras mit Maskierungsfunktion helfen, das Filmen der Nachbargrundstücke oder öffentlicher Bereiche zu verhindern, falls dies anders nicht möglich ist.
  • Aufbewahrung: Die Videoaufnahmen sollten nicht an Dritte gelangen und zeitnah gelöscht werden.

Diese einfachen Regeln schützen die Privatsphäre und geben Rechtssicherheit. Zudem lassen Gerichte privat aufgezeichnetes Videomaterial von Straftaten eher als Beweismittel zu, wenn es gesetzeskonform ist.

Überwachungskameras: Alle Typen im Überblick

AKameras unterscheiden sich durch ihre Funktionsweise und ihren Einsatzort. Wer nach dem idealen Modell für die eigenen vier Wände sucht, sollte die Eigenschaften sowie den Verwendungszweck der unterschiedlichen Typen beachten:

Art Eigenschaften und Verwendungszweck
Indoor-Kamera
  • Nutzung im Innenbereich
  • Nicht wetterfest
Outdoor-Kamera
  • Nutzung im Außenbereich
  • Mit wetterfester Hülle
Dome-Überwachungskamera
  • Außen und innen, je nach Modell
  • Halbrundes Design, getöntes Glas, unauffälliges Erscheinungsbild
  • Teilweise mit Neig-, Schwenk- und Zoomfunktion
  • Gefilmter Bereich von außen nicht zu erkennen
Kameraattrappe
  • Innen und außen
  • Sieht wie eine Kamera aus
  • Ohne Film- und Aufnahmefunktion
  • Dient der Abschreckung
Infrarot-Überwachungskamera
  • Innen-, meist auch Außenbereich, Dunkelheit
  • Filmt mit aktivem Infrarot (Nachtsicht)
  • Kann je nach Leistung bei völliger Dunkelheit 1–100 Meter weit filmen
  • Infrarotscheinwerfer oder LEDs dienen als Beleuchtung
Wärmebildkamera
  • Einsatz bei völliger Dunkelheit oder an Plätzen mit schwierigen Lichtverhältnissen
  • Nimmt Körperwärme wahr
  • Zeigt keine Gesichter, sondern nur Wärmeverhältnisse
Minikamera
  • Winzige Kamera für verdeckte Videoüberwachung
  • Freistehende Installation oder Platzierung in Rauchmeldern, Weckern oder Ähnlichem
Getarnte / versteckte Überwachungskamera
  • Videokamera ist fest in Gegenstand integriert (z. B. Tischuhr)
  • Funktion des Gegenstands (z. B. Zeitanzeige) nicht beeinträchtigt
  • Oft mit Bewegungsmelder ausgestattet

Installation der Überwachungskamera

Grafik Eigenes Grundstück bis zur Grenze wird von der Üebrwachungskamera gefilmt

Je nach Modell kann die Installation der Überwachungskameras variieren. Für manche sind ein oder mehrere Löcher in der Wand nötig, da sie verschraubt werden. Andere dagegen werden mit einem starken Klebestreifen an der Wand befestigt. Getarnte Kameras wie die Tischuhr mit Kamera werden einfach am gewünschten Ort aufgestellt. Ein Blick auf die Montageanleitung des Herstellers verrät, welche Befestigungsmethode vorgesehen oder aufgrund des Gewichts der Kamera erforderlich ist.

Wird die Überwachungskamera durch Batterien betrieben, müssen diese regelmäßig ausgewechselt werden, um eine dauerhafte Überwachung zu sichern. Wird die Überwachungskamera vom Hausstrom gespeist, sollte sich eine Steckdose oder ein Stromanschluss in der Nähe des Installationsortes befinden.

Übertragung der Kamerabilder

Das aufgezeichnete Videomaterial kann über verschiedene Wege zum Speicherort übertragen werden:

Silvercrest Überwachungskamera an der Hauswand angebracht sendet Bildmaterial kabellos.
  • Über ein lokales Netzwerk oder das Internet: Mit einer IP-Cam oder Netzwerkkamera kann das Videomaterial über das lokale Netzwerk übertragen werden. Ein Internetanschluss sorgt dafür, dass von jedem autorisierten PC, Laptop oder Smartphone auf die Aufnahmen zugegriffen werden kann.
  • Über WLAN oder Funk: Das Videomaterial wird drahtlos übertragen. Wichtig hierbei ist, auf die Reichweite des WLANs beziehungsweise Funksignals zu achten. Betonwände oder Stahlarmierungen zwischen Sender und Empfänger können zu Unterbrechungen und Störungen führen.
  • Über das Stromnetz: Manche Kameras können ihre Videosignale von Steckdose zu Steckdose übertragen. Weitere Kabel sind nicht notwendig. Typischerweise sind damit Auflösungen bis zu 8 Megapixel möglich.

Gerade bei einer Wi-Fi-Kamera sollte auf die Signalstärke geachtet werden: Die Überwachungskamera könnte so viel Bandbreite verschlingen, dass das WLAN für andere Geräte merklich verlangsamt wird.

Aufzeichnung des Videomaterials

Domekamera wird unter dem Dach angebracht

Viele Überwachungskameras besitzen eine integrierte Speicherkarte, auf der das Videomaterial abgelegt wird. Gerade bei Netzwerk- oder IP-Kameras dienen diese jedoch lediglich als Zwischenspeicher sowie zur Sicherheit, falls die drahtlose Übertragung ausfällt. Um große Mengen an Videomaterial speichern zu können, bietet sich ein Langzeitrekorder an.

Manche dieser Netzvideorekorder besitzen eine Bewegungs-Erkennungsfunktion: Diese lässt die Aufnahme erst starten, wenn eine Bewegung im Bild erkannt wird. Auf Langzeitrekorder kann meist aus der Ferne – etwa über das Internet – zugegriffen werden. Bei einer integrierten Speicherkarte ist das nicht möglich.

Die wichtigsten Kaufkriterien einer Überwachungskamera

Vor dem Kauf sollte der Einsatzort bestimmt werden: Ist die Kamera für den Innen- oder Außenbereich gedacht? Denn einige Kameras, die nur für den Innenbereich konzipiert sind, können von Feuchtigkeit und schwankenden Temperaturen stark in Mitleidenschaft gezogen werden. Ist der gefilmte Bereich nachts kaum beleuchtet, bietet sich eine Überwachungskamera mit Infrarot- oder Wärmebildfunktion an. Im Innenbereich sind Minikameras sowie versteckte oder getarnte Kameras sinnvoll, da diese kaum oder gar nicht auffallen.

Fragen & Antworten

  • Wo sollte man eine Überwachungskamera anbringen?

    Idealerweise sollten Außenbereiche, die für Einbrecher einen Angriffspunkt darstellen, gezielt überwacht werden – also ansonsten schwer einsehbare Bereiche. In Innenräumen sollten vor allem jene Räume überwacht werden, in denen Einbrecher Wertsachen vermuten oder in denen tatsächlich Wertsachen versteckt sind: vor allem die Schlaf- und Arbeitszimmer, aber auch das Wohnzimmer.
  • Kann man zur Abschreckung eine Kameraattrappe aufhängen?

    Ja. Hierbei sollte jedoch darauf geachtet werden, dass die Kamera nicht auf öffentliche Bereiche oder ein Nachbargrundstück zeigt. Denn dadurch könnten sich – laut einiger Gerichte – Menschen überwacht fühlen. Das ist rechtlich selbst dann problematisch, wenn es sich lediglich um eine Attrappe handelt.
  • Wie lange darf man die Aufnahmen speichern?

    Für Aufnahmen auf dem eigenen Grundstück gibt es keine rechtliche Vorgabe über die maximale Dauer der Speicherung. Um Streitigkeiten zu verhindern, ist es jedoch ratsam, die Aufnahmen nach etwa zwei Wochen zu löschen.
  • Darf man Aufnahmen ins Internet stellen, um einen Einbrecher zu identifizieren?

    Nein. Private Fahndungsaufrufe sind verboten. Sie greifen in das Persönlichkeitsrecht des Täters ein. Um einen Einbrecher zu finden, sollten die Aufnahmen immer der Polizei übergeben werden.