Vorteile eines Wanderrucksacks

Ob ein kurzer Ausflug in die Berge oder eine mehrwöchige Backpackertour in einem fremden Land: Oftmals ist ein Rucksack als Gepäck praktischer als ein klassischer Koffer . Dabei sollte immer ein spezieller Wanderrucksack einem Alltagsrucksack vorgezogen werden:

  • Wanderrücksäcke sind robuster und auf hohe Belastungen ausgelegt.

  • Das Tragesystem eines Wanderrucksacks hat viele Vorteile gegenüber dem einfachen Schulterriemen.

  • Trekkingrucksäcke gibt es in zahlreichen Größen, sodass auf jeden Fall das passende Modell gefunden wird und das Gepäck nicht in einen zu kleinen Rucksack gequetscht werden muss.

Kriterien für den Rucksackkauf

Im Idealfall ist ein guter Trekkingrucksack eine Investition für das Leben und kann über viele Jahre auf verschiedenen Ausflügen und Reisen gute Dienste erweisen. Damit die Freude am neuen Rucksack lange anhält, sind beim Kauf verschiedene Kriterien zu beachten.

Größe und Fassungsvermögen

An erster Stelle steht die Frage nach der richtigen Größe beziehungsweise dem Fassungsvermögen. Wie viel in einen Wanderrucksack hineinpasst, wird in Litern angegeben. Je nachdem, welche Art von Reise geplant ist, wird ein anderes Volumen benötigt. Mit wachsendem Fassungsvermögen nehmen natürlich auch die Abmessungen des Rucksacks ein größeres Ausmaß an. Wichtig ist, dass vor allem die Rückenlänge auf den Reisenden abgestimmt ist: Die Rückenlänge sollte so gewählt werden, dass die Schulterriemen festgezogen werden können, ohne dass sich das Gewicht auf die Schultern verlagert. Zudem sollte der Rucksack nur leicht über die Schultern herausragen und die Bewegungsfreiheit des Kopfes stets gewährleistet sein. Als Orientierungshilfe zur Bestimmung der idealen Rückenlänge kann die Kleidergröße herangezogen werden:

Kleidergröße Empfohlene Rückenlänge
XS Ca. 41 cm
S Ca. 46 cm
M Ca. 51 cm
L Ca. 56 cm
XL 56 cm und länger

Wanderrucksäcke für Frauen

Abgesehen von speziellen Rucksäcken für Kinder sind Trekkingrucksäcke in der Regel für jeden geeignet. Immer mehr Hersteller bieten jedoch Wanderrucksäcke speziell für Damen an, die in ihrer Form die weibliche Anatomie berücksichtigen.

Gewicht

Gerade bei längeren Wandertouren zählt jedes Gramm Zusatzgewicht. Darauf hat nicht nur das Packen einen Einfluss, sondern auch der Rucksack selbst weist ein gewisses Gewicht auf. Bei einem Tagesrucksack liegt das Eigengewicht normalerweise zwischen 0,5 und 1,5 kg, ein Trekkingrucksack mit 50 bis 75 l Volumen bringt ungepackt zwischen 1,5 und 2,7 kg auf die Waage. Extraleichte Wanderrucksäcke kosten zwar meistens etwas mehr als ihre normalschweren Alternativen, dafür gibt es dann bereits Modelle die bei 25 l Fassungsvermögen weniger als 400 g wiegen.

Material

Als Materialien für Trekkingrucksäcke werden heutzutage hauptsächlich Kunstfasern wie Nylon und Polyester eingesetzt. Cordura-Nylon ist ein besonders strapazierfähiges und scheuerfestes Spezialnylon, das sich angenehm anfühlt und eine ansprechende Optik aufweist. Polyester ist etwas weniger scheuerfest als Nylon, dafür leichter und UV-beständig. Leder eignet sich eher nicht für Wanderrücksäcke: Es ist schwer und trocknet nur sehr langsam, falls der Rucksack einmal nass wird. Schnallen und Verschlüsse werden aus bruchfestem Kunststoff gefertigt, für die Polsterungen an Rücken und Gurten kommt Schaumstoff zum Einsatz.

Tragesystem und Tragekomfort

Ein Mann und eine Frau sind mit Rucksäcken wandernGut sitzende Gurte und ein Netzrücken sind entscheidend für den Tragekomfort des Wanderrucksacks.

Damit der Wanderrucksack auch auf langen Strecken und mit viel Inhalt möglichst bequem zu tragen ist, erweist sich ein gutes Tragesystem als unverzichtbar. Während bei einem Rucksack für den Alltagsgebrauch das Gewicht durch die beiden Riemen allein von den Schultern getragen wird, verfügen gute Trekkingrucksäcke zusätzlich über Brust- und Hüftgurte. Im Idealfall werden 70 % des Gewichts eines Wanderrucksacks von den Hüften getragen – das schont den Rücken und ermöglicht auch längere Wanderungen ohne Schmerzen. Neben der richtigen Gewichtsverteilung tragen noch weitere Aspekte zum Tragekomfort bei. Brust-, Hüft- und Schultergurt sowie das Rückenteil sollten nach Möglichkeit gut gepolstert sein, damit der Rucksack nicht drückt oder reibt und die Stabilität unterstützt wird. Ein Netzeinsatz sorgt für eine verbesserte Belüftung und minimiert so die Schweiß- sowie Hitzebildung am Rücken.

So wird der Wanderrucksack richtig gepackt

Wer klug packt, kann den Tragekomfort des Rucksacks zusätzlich steigern. Das Gewicht sollte gleichmäßig verteilt sein, sodass keine „Schlagseite“ entsteht. Die schwersten Teile sollten unten im Rucksack in Rückennähe verstaut werden, an den äußeren Rändern und im Deckelbereich ist der perfekte Ort für die leichtesten Gegenstände.

Ausstattung

Die Ausstattungsmerkmale eines Wanderrucksacks variieren von Modell zu Modell.

  • Seitenfächer und abgetrennte Innenfächer helfen dabei, das Gepäck übersichtlich zu verstauen und vermeiden langes Suchen. Viele Rucksäcke besitzen einen Zwischenboden, sodass im unteren Drittel ein Schlafsack oder Ersatzschuhe verstaut und entnommen werden können, ohne dass das restliche Gepäck ausgeräumt werden muss.

  • Wer mit Wanderstöcken unterwegs ist, sollte einen Trekkingrucksack wählen, bei dem Befestigungsschlaufen für die Stöcke integriert sind.

  • Auch Schlaufen, mit denen eine Isomatte auf dem Deckel des Rucksacks befestigt werden kann, können von Vorteil sein.

  • Nylon und Polyester sind zwar wasserabweisend, 100 % wasserdicht sind die Rucksäcke allerdings nicht. Eine integrierte oder zusätzlich gekaufte Regenhülle schützt das Outdoor-Gepäck zuverlässig vor Feuchtigkeit.

Welcher Rucksack ist für welche Wanderung geeignet?

Wie groß ein Rucksack für eine ein- oder mehrtägige Reise sein muss, hängt natürlich zu einem Großteil vom persönlichen Packverhalten ab: Wer mit wenig Dingen auskommt und eventuell zwischendurch die Wäsche waschen kann, braucht weniger Stauraum als jemand, der auf keinen Luxus verzichten möchte. Die folgenden Empfehlungen dienen als grobe Richtwerte:

Dauer/Art der Reise Rucksacktyp Fassungsvermögen
Tagesausflug Tagesrucksack/Daypack 15 bis 25 l
Zwei bis vier Tage Mehrtagesrucksack 20 bis 35 l
Vier bis sieben Tage Trekkingrucksack 30 bis 40 l
Mehr als sieben Tage Trekking- oder Expeditionsrucksack Ab 40 l

Wenn Kinder ihren eigenen Wanderrucksack tragen möchte, sollte hier vor allem auf das Gewicht des gepackten Rucksacks geachtet werden, um Muskulatur und Knochen der Heranwachsenden nicht zu stark zu belasten.

Alter des Kindes Empfohlenes Maximalgewicht
3 bis 6 Jahre Max. 1 kg
6 bis 10 Jahre Max. 3 kg
10 bis 12 Jahre Max. 5 kg
13 bis 16 Jahre Max. 7 kg