Was bedeutet Platzreife und wie bekommt man sie?

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Golfbälle erreichen selbst bei Amateuren Geschwindigkeiten von bis zu 130 km/h. Allein diese Tatsache macht deutlich, wie wichtig es ist, ein solches Geschoss einigermaßen kontrolliert über den Platz bewegen zu können und grundlegende Verhaltensregeln zu kennen, um sich und andere auf dem Golfplatz nicht unnötig zu gefährden.

Sicherheit, Regeln und Spielfluss

Die Sicherheit auf dem Platz ist oberstes Gebot und Bestandteil jedes Kurses zur Erlangung der Platzreife. Doch reif für ein Spiel auf einer der vielen privaten Golfanlagen zu sein bedeutet noch mehr. Die Kenntnis der Golfregeln und der Etikette sind ebenso Voraussetzung, wie die Fähigkeit, sich selbst, den Ball und seine Ausrüstung zügig über den Platz zu bewegen und den Spielfluss der meist im 10-Minuten Takt aufeinander folgenden Flights nicht zu behindern.

Mit der DGV-Platzreife zum Spielrecht

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Die Platzreife (PR), auch Platzerlaubnis genannt, kann auf fast allen Golfanlagen in Deutschland und auch auf vielen Plätzen im europäischen Ausland erworben werden. Die Angebote unterscheiden sich von 3-5 tägigen Crashkursen über mehrwöchige Gruppenkurse bis zu privaten, auf die eigenen Bedürfnisse abgestimmten Trainings. Lange Zeit lag es im Ermessen der Clubs, welche Zertifikate sie als Spielrecht für ihren eigenen Club anerkennen. Als Orientierung hat deshalb der Deutsche Golfverband 2006 die DGV-Platzreife entwickelt, deren Prüfung einem einheitlichen Standard unterliegt. Dem Dachverband sind über 800 Golfanlagen in Deutschland angeschlossen, die die DGV Platzreife ausnahmslos anerkennen.

Die Prüfung besteht aus einem theoretischen Teil, in dem 30 Multiple Choice Fragen zu den Themen Regeln, Etikette und Allgemeines zum Golfsport beantwortet werden müssen. Im Rahmen der praktischen Prüfung muss der Einsteiger auf meist neun Löchern seine Spielfähigkeit unter Beweis stellen. Erfüllt er die Grundvoraussetzungen für ein sicheres und zügiges Spiel, dann wird dies mit dem Eintrag „PR“ in seinem Stammblatt dokumentiert. Talentierte oder ambitionierte Einsteiger können mit viel Übung auch bereits im Rahmen der Platzreife ihr erstes Handicap erwerben.

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Darauf sollten Sie bei der Kurswahl achten

Um im Dschungel der Angebote einen Kurs auszuwählen, der ihre Platzreife nicht nur auf dem Papier dokumentiert, sondern Sie auch wirklich in die Lage versetzt, kontrolliert und zügig zu spielen, sollten Sie neben der bescheinigten DGV-Platzreife darauf achten, dass Sie von einem qualifizierten PGA (Professional Golfers Association) Trainer ausgebildet werden. Auch wird Ihnen kein seriöser Anbieter im Rahmen eines Standard-Gruppenkurses mit Entrichten der Kursgebühr die Erlangung der Platzreife garantieren. Golf ist eine Lebensaufgabe, die immer wieder und bei jedem Handicap mit viel Übung und einem starken Willen verbunden ist. Wer bereit ist, seine Fertigkeiten bereits bei Erlangen der Platzreife auch außerhalb der Kurszeiten auf der Driving Range zu festigen, der bringt die besten Voraussetzungen für ein freudvolles Golfleben mit.