Weißwein

Warum ist Weißwein eigentlich weiß?

Weißwein wird aus hellen Trauben gemacht, Rotwein aus dunklen? Ganz so einfach ist es nicht. Wenn Winzer einen Weißwein ausbauen, kann die Farbe der Beerenhaut sowohl hellgelb, gelbgrün, grün, graurot oder sogar tiefrot sein. Wir erklären dir Schritt für Schritt, wie die unterschiedlichen Aromen von Riesling, Chardonnay, Grauburgunder oder anderen Tropfen entstehen.

  • Viele Geschmacksstoffe der Trauben stecken in der Beerenschale. Um möglichst viel Aroma in den Saft zu bekommen, wird oft eine kurze Standzeit der gequetschten Beeren durchgeführt. Dadurch können die Inhaltsstoffe der Schale in den Saft übergehen. Anschließend werden die Früchte gepresst, die Haut also vom Saft getrennt. So vermeidet der Winzer, dass zu viele Bitterstoffe, unter anderem durch die Kerne, in den Saft geraten.
  • Der vorgeklärte Traubensaft wird in Gärbehälter gefüllt. Diese gibt es nicht nur in verschiedenen Größen, sondern auch aus Edelstahl, Eichenholz, beschichtetem Beton sowie Tonamphoren. Das hat Auswirkungen auf das Aroma. Durch die Lagerung im Barrique etwa bekommen die Weißweine einen würzigen, kräftigen Ton und einen Vanilleduft.
  • Die Hauptgärung dauert sechs bis acht Tage. In dieser Zeit wird der im Most enthaltene Zucker zu Alkohol umgesetzt.
  • Während der Gärung kann sich die Flüssigkeit auf bis über 30 °C erwärmen. Das hat zur Folge, dass sich die Hefen schneller vermehren und der Wein schneller durchgärt.
  • Die meisten Winzer möchten das verhindern und steuern die Temperatur der Gärflüssigkeit. Meist wird Weißwein bei 15 bis 18 °C vergoren. Je länger der Vorgang dauert, desto frischer und schlanker wirkt der Wein. Er wird kräftiger, wenn die Temperatur steigt.
  • Wenn der Most komplett durchgegoren wird, erhält man trockenen Wein. Wird die Gärung vorzeitig unterbrochen, entsteht je nach Menge des unvergorenen Restzuckers halbtrockener oder süßer Wein.