Verantwortung in der NonFood-Lieferkette

Lidl steht ein für die hohe Qualität sowie Sicherheit seiner Produkte und macht die Produktion seiner Eigenmarkentextilien und -schuhe nachhaltiger.

Nachhaltig zu handeln bedeutet für Lidl, das Qualitätsversprechen täglich neu zu erfüllen und Verantwortung in den Bereichen Sortiment, Mitarbeiter, Umwelt, Gesellschaft und Geschäftspartner entlang der Wertschöpfungskette zu übernehmen.

Ein Großteil unseres wechselnden NonFood Aktions-Sortimentes wird, wie in der Branche und bei vielen Markenartikeln üblich, in Ländern in Asien, wie z.B. Bangladesch oder China produziert. Trotz beachtlichen Fortschritts und wirtschaftlichen Wachstums in diesen Ländern sind die Umsetzungen von Sozial- und Umweltstandards unterschiedlich ausgeprägt. Gleichwohl erwarten unsere Kunden und wir die Umsetzung sozialer und ökologisch anerkannter Standards in den Fabriken, die für Lidl Eigenmarken produzieren.

Lidl hat einen Code of Conduct (CoC) entwickelt mit dem Ziel, die sozialen und ökologischen Mindeststandards bei seinen Geschäftspartnern in den unterschiedlichen Ländern zu verbessern. Die Mindeststandards sind Grund¬lage für die Geschäftsbeziehungen von Lidl mit seinen Vertragspartnern.

Indem wir uns in den Produktionsbetrieben engagieren und den Produktionsbetrieben praktische Hilfestellung leisten, tragen wir dazu bei, die Situation der Beschäftigten vor Ort nachhaltig zu verbessern.

Seit Jahren engagiert sich Lidl konsequent dafür, bei der Herstellung seiner Eigenmarken die Lebens- und Arbeitsbedingungen der Produktionsmitarbeiter zu verbessern und die Produktion wie auch die Produkte umweltfreundlicher zu gestalten. Es ist ein langfristiger Prozess, der die gesamte Branche herausfordert. Denn die Hersteller der Lidl-Eigenmarkenartikel produzieren auch für andere Handelsunternehmen und internationale Marken. Für dauerhafte Verbesserungen vor Ort müssen sich daher alle Akteure national wie international engagieren und zielgerichtete Maßnahmen ergreifen.



Transparenz in der NonFood-Lieferkette

Offenlegung der Hauptproduktionsstätten für Textilien, Schuhe und Hartware weltweit

Verbraucher in Deutschland wünschen zunehmend Auskunft zu der Rückverfolgbarkeit von Konsumgütern und möchten wissen, wo das Produkt hergestellt wurde. Lidl kommt diesem Wunsch nach und veröffentlicht als erster Lebensmitteleinzelhändler mit NonFood-Sortiment Namen, Adressen und Herkunftsländer unserer unabhängigen Geschäftspartner für Textilien, Schuhe, Hartware wie Spielzeug, Sportgeräte oder Gartenmöbel unserer Eigenmarken. Lidl macht auf diese Weise die Lieferkette transparenter. Als Lebensmitteleinzelhändler in Deutschland setzen wir uns für sozial- und umweltverträglichere Bedingungen bei den Herstellern der Waren vor Ort ein. Weitere Informationen

Transparenz in der NonFood-Lieferkette

Liste der Hauptproduktionsstätten unserer Food-Lieferanten:

Liste der Hauptproduktionsstätten unserer Textillieferanten:

Liste der Hauptproduktionsstätten unserer Hartwarenlieferanten:



Ökologische Verantwortung in der NonFood-Lieferkette

Lidl steht ein für die hohe Qualität und Sicherheit seiner Produkte. Damit unweigerlich verbunden ist ein verantwortungsvoller Umgang mit natürlichen Ressourcen. Wesentlich sind dabei für uns zwei übergeordnete strategische Felder, in denen wir am meisten bewirken können:

  • Umweltverträglichere Produktion: Etablieren sicherer und umweltverträglicherer Produktionsbedingungen in unserer globalen Lieferkette
  • Nachhaltigerer Konsum: Fördern innovativer, nachhaltigerer Produkte aus ressourcenschonenderen, ökologischeren und/oder recyclingfähigen Materialien

Dafür hat Lidl in den vergangenen Jahren, diverse Maßnahmen ergriffen. Wir haben unter anderem Umwelt- und , Chemikalien- und Abfallmanagementsysteme aufgebaut , Listen für den Ausschluss von gefährlichen Chemikalien erstellt. Wir sensibilisieren unsere Mitarbeiter und Geschäftspartner, Materialien sorgsam einzusetzen und zu verwenden. Außerdem bieten wir GOTS- oder Fairtrade-zertifizierte Produkte an, die hohe ökologische und soziale Standards in der globalen Beschaffungskette bis hin zu den verwendeten Rohstoffen setzen. Wir haben Ansätze für geschlossene Material- und Produktkreisläufe eingeführt.

Ferner hat sich in 2014 Lidl als erster Lebensmitteleinzelhändler der Detox-Kampagne von Greenpeace angeschlossen, mit dem Ziel die von Greenpeace definierten bedenklichen Chemikalien aus den globalen Beschaffungsketten für Textilien zu entfernen.

Cradle to Cradle

Lidls Engagement für eine nachhaltige Kreislaufwirtschaft

Lidl nutzt seine Innovationskraft und launcht 2019 erstmalig Textil-Kollektionen als Pilotprojekt, die mit dem Cradle to Cradle Certified™ (C2C) Produktstandard in Gold oder Silber ausgezeichnet sind. Gemeinsam mit der CHT Gruppe, EPEA GmbH und dem Beneficial Design Institute hat Lidl hierfür vollständig biologisch abbaubare Druckpasten für Textilien umgesetzt.

Bei der Produktherstellung unserer Cradle to Cradle Certified™ Textil-Kollektionen werden alle Aspekte von unabhängigen Fachleuten auf Ressourceneffektivität und Kreislauffähigkeit überprüft – vom effektiven Einsatz der Rohstoffe über die Verwendung von Chemikalien bis hin zur Reinhaltung von Wasser und der Verwendung erneuerbarer Energie.

Das Cradle to Cradle-Konzept

Das Konzept Cradle to Cradle beschreibt die Vision einer abfallfreien Wirtschaft, in der Rohstoffe dauerhaft in geschlossenen Kreisläufen wiederverwendet werden. Der deutsche Chemieprofessor und Verfahrenstechniker Prof Dr. Michael Braungart und der US-Architekt William McDonough gelten als Gründer der Denkschule. Mit dem Cradle to Cradle Certified™ (C2C) Produktstandard können kreislauffähige Produkte aus unterschiedlichen Industriebereichen, wie Textilien, Verbrauchsgüter, Kosmetik und Verpackungen zertifiziert werden. Insgesamt gibt es fünf Level der Zertifizierung: Basic, Bronze, Silber, Gold und Platin, die jeweils in fünf Kategorien, unter anderem Material-wiederverwendbarkeit und erneuerbare Energien, erreicht werden können. Dabei basiert Cradle to Cradle auf drei Prinzipien: Nährstoffe bleiben Nährstoffe, die Nutzung erneuerbarer Energien und Unterstützung der Diversität.

Das Cradle to Cradle-Konzept
„Mit der Vermarktung der Textil-Kollektionen mit Aufdruck nach Cradle to Cradle-Standard geht Lidl innovativ voran und setzt ein wichtiges und richtiges Zeichen für den Markt.“

Prof. Dr. Michael Braungart, Mitbegründer des Cradle to Cradle-Konzepts

Detox-Kampagne

Detox-Commitment

Gemeinsam verändern – nachhaltig produzierte Textilien

In der Textilproduktion kommen Chemikalien zum Einsatz, die mitunter eine Gefährdung der Ökosysteme darstellen, z. B. bei Verarbeitungsprozessen, wie dem Färben oder Bedrucken von Kleidungsstücken. Durch unsachgemäßen Umgang mit potenziell schädlichen Chemikalien sowie deren Ableitung in örtliche Gewässer können Mensch und Umwelt Schaden nehmen.

Lidl ist sich der Verantwortung für Mensch und Natur bei der Herstellung seiner Eigenmarken-Textilien und -Schuhe bewusst und steht für die hohe Qualität und Sicherheit seiner Artikel ein. Neben dem Schutz der Umwelt ist für Lidl die Gesundheit und Zufriedenheit seiner Kunden und Mitarbeiter ein maßgebliches Anliegen. Aus diesem Grund hat Lidl als erster Lebensmitteleinzelhändler im Dezember 2014 in seinem Detox Commitment gegenüber Greenpeace den Willen bekundet, mit Blick auf die weltweite Lieferkette bis 2020 auf den Einsatz und die Freisetzung der elf von Greenpeace als prioritär eingestuften Chemikaliengruppen in seiner Textilproduktion zu verzichten.

Mit der Umsetzung des Detox Programms schafft Lidl Transparenz in seiner Textillieferkette. Bei der Herstellung von Kleidung und Schuhen sollen die von Greenpeace definierten bedenklichen Chemikalien durch sichere Alternativen ersetzt und eine generelle Reduktion der eingesetzten Chemikalien erreicht werden. Belastungen für Mensch und Umwelt werden damit deutlich verringert. Glaubwürdigkeit, Transparenz und die Umsetzbarkeit der von Lidl initiierten Maßnahmen sind dabei von entscheidender Bedeutung. In diesem Sinne möchte Lidl seine Kunden über das Chemiekalienmanagement in der Produktion von Textilien informieren und sie zu einem nachhaltigeren Konsum ermutigen, um sich gemeinsam mit ihnen für eine umweltverträglichere Textilproduktion einzusetzen.

Als erster Lebensmitteleinzelhändler mit Non-Food-Sortiment hat Lidl zudem im Januar 2017 eine Liste der rund 650 Lieferanten des Textil- und Schuhsortiments der Lidl-Eigenmarken veröffentlicht. Die Liste zeigt Namen, Adressen und Länder der Hauptproduktionsstätten.



Weitere Informationen


Der lange Weg der Textilien

Der Zwischenbericht bietet einen umfassenden Einblick in die bislang von Lidl durchgeführten Maßnahmen, den aktuellen Status Quo und einen Ausblick in Bezug auf die Umsetzung von Detox bei Lidl.




Saubere Lieferkette

Lidl hat eine kombinierte Chemikalienverbotsliste (Manufacturing Restricted Substances List/Restricted Substances List) erstellt, auf der die bedenklichen Substanzen erfasst sind. Die Liste ist seit Juli 2015 vertraglicher Bestandteil bei der Auftragsvergabe an Textillieferanten. Durch Informationsveranstaltungen und Schulungen unterstützt Lidl seine Lieferanten sowie deren Produktionsstätten und zuliefernde Betriebe dabei, umweltschädliche Chemikalien frühzeitig zu identifizieren.

Ein proaktiver Ansatz zur Substitution gefährlicher Chemikalien soll nicht nur dazu dienen, diese in der Produktion zu ersetzen, sondern letztlich das gesamte Chemikalienmanagement zu optimieren und den Einsatz von Chemikalien generell zu reduzieren. Darüber hinaus lässt Lidl mindestens einmal jährlich seine textilen Zulieferbetriebe im Hinblick auf Belastungen der Abwässer und Klärschlämme durch Chemikalien durch unabhängige und spezialisierte Prüfinstitute prüfen. Die Ergebnisse veröffentlicht Lidl auf der Plattform des Institute for Public and Environmental Affairs (IPE).

Im Einklang mit seiner Forderung nach voller Transparenz veröffentlichte Lidl im Januar 2017 als erster Lebensmittelhändler mit Non-Food-Sortiment eine Liste seiner rund 650 Lieferanten des Textil- und Schuhsortiments der Lidl-Eigenmarken auf seiner Homepage.



Eliminierung von PFCs und APEOs

Lidl verfolgt mit dem Detox Commitment das Ziel, die elf von Greenpeace als prioritär eingestuften Chemikaliengruppen aus seinen textilen Herstellungsprozessen zu eliminieren. Gemeinsam mit seinen Lieferanten hat Lidl bereits 2012 damit begonnen, bei seiner Textilproduktion auf per- und polyfluorierte Substanzen (PFCs) zu verzichten. Lidl hat beispielsweise im Bereich Sport- und Funktionstextilien mit schmutz- und wasserabweisender Funktion PFC-haltige Materialien konsequent durch eine ökologische Alternative ersetzt. Der Stoff ist gut biologisch abbaubar und bildet keine schädlichen Nebenprodukte. Die entsprechenden Kleidungsstücke sind für die Kunden seitdem sichtbar mit der Kennzeichnung BIONIC FINISH ECO versehen. Die vollständige Eliminierung von PFCs aus der Lieferkette soll bis zum 1. Juli 2017 erfolgen. Mit dem Detox Commitment startete Lidl außerdem die Verbannung von Alkylphenolen und deren Ethoxylaten (APEOs) aus seiner Lieferkette.



Einsatz von sicheren Chemikalien in der Textilproduktion von Lidl

Zirkuläre Wirtschaft

Als verantwortungsbewusstes Unternehmen unterstützt Lidl den gesellschaftlichen Wandel hin zu einem nachhaltigeren und ressourcenschonenden Wirtschaften. Vor diesem Hintergrund beschäftigt sich Lidl zurzeit mit der Entwicklung und Markteinführung kreislauffähiger Textilprodukte. Lidl möchte seine Eigenmarken-Textilprodukte im Hinblick auf ihre Langlebigkeit und Qualität so gestalten, dass eine Wiederverwendung und -verwertung möglich ist, der Rohstoffverbrauch gesenkt und Abfallmengen reduziert werden.



Projekt T-Shirt Plus

Mit Qualität und Innnovation im Bereich Mode und Textil möchte Lidl vorreitend zukunftsweisende Herstellungs- und Produktlösungen aufzeigen und global etablieren. Startend mit einer T-shirt- und Schlafkollektion werden ressourceneffektive und kreislauffähige Produkte und Prozesse entwickelt, die für die biologische Sphäre gestaltet sind. In Kooperation mit Prof. Friederike von Wedel vom Beneficial Design Institute und EPEA (Environmental Protection Encouraging Agency) soll das erste Projekt im Jahr 2018 umgesetzt und in allen Filialen zum Verkauf angeboten werden. Das besondere an der T-Shirt Kollektion ist, dass alle Inhaltsstoffe positiv definiert sein werden, d.h. es wird nicht nur „frei von...“ hergestellt sein, sondern ausschließlich mit positiv gelisteten Chemikalien, die nach jetzigem Wissensstand als unbedenklich für die Umwelt eingestuft werden. Für die Produktion und die Arbeiter stellt das eine gesunde Arbeitssituation sicher. Die Produkte werden in allen Komponenten darauf abgestimmt, dass sie nach der Nutzung zurück in den biologischen Kreislauf gehen können.

Bereits heute umfasst das Produktangebot von Lidl eine Reihe von Maßnahmen zur Verbesserung der sozialen und ökologischen Standards im gesamten Lebenszyklus der Produkte. Dabei setzt Lidl auf die Nutzung von Fairtrade- und GOTS-zertifizierter Baumwolle, optimierte Transportwege und die Vermeidung und Einsparung von Verpackungsmaterialien wie zum Beispiel Polybeutel.



Ansätze zur Abfallvermeidung – Abschaffung von Polybeuteln


Soziale Verantwortung in der NonFood-Lieferkette

Umfassende Kontrollen von Arbeitsbedingungen vor Ort

Unser Unternehmen lässt Bekleidung und Textilien in vielen Ländern weltweit fertigen. Hier herrschen, bedingt durch Gesetzgebung und den jeweiligen sozioökonomischen Entwicklungsstand des Landes, sehr unterschiedliche Standards für Arbeitsbedingungen, wobei einige Länder die Erwartungen unseres Unternehmens und unserer Kunden nicht erfüllen mögen.

Aus diesem Grund haben wir in unserem Code of Conduct schriftlich festgelegt, welche sozialen Bedingungen wir in den Arbeitsstätten aller Geschäftspartner erwarten. So lehnen wir bei der Herstellung unserer Eigenmarken grundsätzlich jede Form von Arbeitsrechtsverletzungen, Kinderarbeit oder andere Menschenrechtsverletzungen strikt ab.

Lidls Geschäftspartner beschäftigen in den Produktionsländern erfahrene und speziell designierte Mitarbeiter, die die Umsetzung unseres Code of Conduct begleiten und bei häufigen Besuchen der Produktionsstätten überprüfen.

Schon seit 2007 ist Lidl außerdem Mitglied der Business Social Compliance Initiative (BSCI). Gemeinsam mit rund 2000 Mitgliedern der Initiative machen wir uns dafür stark, dass international anerkannte Sozialstandards in der Lieferkette umgesetzt werden. Dazu lassen wir bei allen Textilherstellern unserer Eigenmarken in außereuropäischen Produktionsländern unabhängige Kontrollen durchführen. Sie werden unangekündigt von externen, unabhängigen, landessprachlichen und qualifizierten Prüfern ausgeführt. Ziel ist, die Situation kontinuierlich zu verbessern. Dafür werten wir die Ergebnisse systematisch aus, stoßen Verbesserungsmaßnahmen an und überprüfen deren Einhaltung.

Intensives Engagement mit der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit GmbH (GIZ)

Intensives Engagement mit der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit GmbH (GIZ)

 

Gezielte Qualifizierung von Textilherstellern

Für die erfolgreiche Umsetzung unseres Code of Conduct bedarf es in einigen Produktionsländern der aktiven Hilfestellung vor Ort, z.B. zu komplexen Themen wie Sicherheit oder Nicht-Diskriminierung.

Für die Verbesserung sozialer Gegebenheiten engagiert sich Lidl seit vielen Jahren zusammen mit international anerkannten Partnern. Bereits 2008 initiierte Lidl gemeinsam mit der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH qualifizierte Trainingsmaßnahmen für Textilhersteller und deren Mitarbeiter in Bangladesch. Auf Grundlage von internationalen Umwelt- und Sozialstandards sowie nationalem Recht qualifizieren sich die Textilhersteller im Rahmen des Trainings- und Beratungsprogramms, ihre Produktionsstätten dauerhaft und kontinuierlich zu verbessern. Schwerpunkte sind die Bereiche Arbeitssicherheit und –gesundheit, Entlohnung, Überstunden, Benachteiligung am Arbeitsplatz, Arbeitervertretung, Versammlungsfreiheit sowie Umwelt-, Energie- und Chemikalienmanagement. Anhand eines „Hilfe zur Selbsthilfe und Dialog-Ansatzes“ werden insbesondere die Textilmitarbeiter der jeweiligen Unternehmen in den Verbesserungsprozess integriert. Bisher haben über 100 Hersteller diesen Prozess durchlaufen. Das Engagement ist zu 100% durch Lidl finanziert und somit kostenlos für alle Teilnehmer.

Kostenlose medizinische Versorgung

Lidl möchte, wo immer möglich, auch die lokalen Rahmenbedingungen für Textilarbeiter verbessern. Dies gilt etwa für den teilweise stark begrenzten Zugang zu Gesundheitsvorsorge und –versorgung.

Seit 2009 bietet Lidl mit einem mobilen Ärzteteam medizinische Versorgung für Mitarbeiter ausgewählter Textilhersteller vor Ort an. Diese Maßnahme wird zusammen mit der GIZ realisiert. Durch regelmäßige Fabrikbesuche bietet der mobile Gesundheitsdienst den Arbeiterinnen und Arbeitern ausgewählter Fabriken für sie kostenlose Basis-Gesundheitsdienstleitungen während der bezahlten Arbeitszeit an. Zudem werden die Mitarbeiter zu Gesundheits- und Hygienemaßnahmen geschult. Auf diese Weise konnten in den letzten neun Jahren fast 60.000 Patienten direkt behandelt und geschult werden.

Förderung von Frauen

Weibliche Mitarbeiterinnen machen rund 80% der Angestellten in Textilfabriken in Bangladesch aus. Diese Mitarbeiterinnen können durch gezielte Förderung ökonomische und soziale Perspektiven erlangen gewinnen, die ihnen nicht immer gewährt sind.

Seit 2012 liegt ein besonderer Fokus der Zusammenarbeit mit der GIZ auf der Förderung der Kompetenzen von Textilarbeiterinnen in den Bereichen Finanzen, Kommunikation und Kommunikationsketten, positives Selbstverständnis sowie Gesundheit und Hygiene. Dem „Train the Trainer Ansatz“ folgend, werden Vertreterinnen und Vertreter aus den Fabriken sowohl thematisch als auch methodisch geschult. Sie tragen dieses Wissen zurück zu ihren Kolleginnen und Kollegen in die Fabriken. Auf diese Weise profitieren nicht nur die Textilarbeiterinnen, sondern auch ihre Familien von den Maßnahmen.

PURE Projekt für Umwelt- und Ressourceneffizienz

Gemeinsam mit der GIZ hat Lidl in 2017 das Trainingsprojekt PURE konzipiert und ins Leben gerufen. Das Trainingsprogramm schafft und fördert das Bewusstsein für nachhaltigere und sichere Umwelt- und Sicherheitsstandards in Lidl-Produktionsbetrieben in China und Bangladesch.

Seit Einführung des PURE Programms im Juni 2017 konnten bereits über 400 verantwortliche Mitarbeiter in 80 Betrieben zu Themen wie dem verantwortungsvollen Umgang mit sensiblen Chemikalien, der Reduzierung des Ressourcen- und Energieverbrauchs sowie der Verbesserung des Wasser und Abwassermanagements trainiert werden.



Internationale Initiativen

Brandschutz und Gebäudesicherheit (ACCORD)

Mangelhafte Sicherheitsbedingungen insbesondere im Produktionsland Bangladesch waren den internationalen Händlern und Marken als drängendes Problem bereits bekannt.

In Zusammenarbeit mit der GIZ hat Lidl daher bereits 2012 damit begonnen, ein Konzept für einen verbesserten Brand- und Gebäudeschutz für ausgewählte Textilhersteller in Bangladesch auszuarbeiten und umzusetzen.

Ziel ist es, den Brandschutz und das Brandschutzbewusstsein ausgewählter Textilhersteller von Lidl unter Einbezug der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer durch Infrastruktur- und Trainingsmaßnahmen sichtbar zu verbessern, um so ein sichereres Arbeitsumfeld in den betreuten Textilfabriken zu schaffen.

Das sich bereits in Umsetzung befindliche Vorhaben integriert bestehende und sich in Entwicklung befindende Maßnahmen der bangladeschischen Regierung (Drei-Parteien-Erklärung) wo immer möglich und soll lokale Kapazitäten (z.B. durch Einbeziehung in Trainings, Weitergabe von Trainingsmaterialien) stärken.

ACT

Lidl setzt sich für faire Löhne von Beschäftigten in der Textilindustrie ein

Als großes Handelsunternehmen lässt Lidl Bekleidung und Textilien weltweit fertigen. In den Produktionsländern der Textilindustrie herrschen unterschiedliche Arbeitsbedingungen, abhängig von der Gesetzgebung und sozioökonomischen Entwicklung im Land.

BEITRITT ZU ACT

Seit November 2019 ist Lidl Mitglied der internationalen Initiative „Action, Collaboration, Transformation“ (ACT), um sich dort gemeinsam mit weiteren Unternehmen auf internationaler Ebene mit mehr Nachdruck für existenzsichernde Löhne in der Textilindustrie einzusetzen. ACT ist ein Abkommen zwischen globalen Marken, Händlern, Gewerkschaften und Regierungen und ist derzeit aktiv in Kambodscha und mit weiteren Produktionsländern im Gespräch. In diesem Kontext werden verbindliche Einkaufsvolumina auf Zeit festgelegt, die eine Abwanderung der Herstellerfirmen in Produktionsländer mit geringen Lohnkosten vermeiden. Durch den Beitritt zu ACT unterstreicht Lidl seinen Anspruch, den Kunden Produkte anzubieten, die verantwortungs- und umweltbewusst produziert werden. Lidl engagiert sich mit der Mitgliedschaft bei ACT für die Verbesserung der Lebens- und Arbeitsbedingungen in den Produktionsländern und wird damit seiner unternehmerischen Sorgfaltspflicht gerecht. Darüber hinaus beruhen Geschäftsbeziehungen mit Lidl seit Jahren auf Grundlage eines "Code of Conduct", in dem soziale und ökologische Mindeststandards der Zusammenarbeit geregelt werden. Seit 2007 ist Lidl Mitglied von „amfori BSCI“ und ist Gründungsmitglied des „Bündnis für nachhaltige Textilien“.

BEITRITT ZU ACT
„Die Beteiligung von Unternehmen wie Lidl ist besonders wichtig, da Lidl ein hohes Bezugsvolumen und großen Einfluss auf Zulieferer in Asien hat.ACT Mitglieder wollen gemeinsam durch verbesserte Einkaufspraktiken das Menschenrecht auf existenzsichernde Löhne in der Bekleidungsindustrie durchsetzen und den notwendigen Wandel einer Industrie anstreben, deren Veränderung schon seit langem überfällig ist.“
Frank Hoffer, Executive Director ACT

ÜBER ACT

ACT ist das erste globale Übereinkommen, das Flächentarifverträge für die Textil-, Bekleidungs- und Schuhindustrie in den Produktionsländern anstrebt. Die Initiative setzt sich für existenzsichernde Löhne in diesem Sektor ein und bringt dazu alle relevanten Akteure, inklusive Marken, Händler, Gewerkschaften, Hersteller und Regierungen zusammen, um ihre Kompetenz zur Zielerreichung einzubringen. In diesem Sinne gilt als existenzsichernd ein Lohn, der die Lebenshaltungskosten von Arbeiter*innen und ihren unmittelbaren Familienangehörigen abdeckt, ein ausreichendes frei verfügbares Einkommen beinhaltet und innerhalb der regulären gesetzlichen Arbeitszeiten – ohne Überstunden – verdient wird.
Weitere Informationen zu ACT hier.

ÜBER ACT

Internationales Brand- und Gebäudeschutzabkommen für Bangladesch

Der tragische Einsturz des Rana Plaza-Gebäudes nahe der bangladeschischen Hauptstadt Dhaka im April 2013 hat die Textilbranche und weitere internationale Akteure zu dem Entschluss gebracht, dass die mangelhaften Sicherheitsbedingungen nur in einem gemeinsamen Unterfangen wirksam verbessert werden können.

Internationales Brand- und Gebäudeschutzabkommen für Bangladesch

Als Mitunterzeichner des ersten Internationalen Abkommens für Brand- und Gebäudeschutz begrüßt Lidl den Zusammenschluss zu dieser Initiative. Hier kommen zahlreiche Unternehmen, internationale Gewerkschaftsverbände und Nichtregierungsorganisationen zusammen. Gemeinsam setzen wir uns vor Ort dafür ein, dass langfristig Brand-, Gebäude- und Gesundheitsschutzmaßnahmen bei Textilfabriken in Bangladesch implementiert, kontrolliert und verbessert werden.

Lidl ist einer der ersten Unterzeichner des ab 2018 geltenden Folgeabkommens, des Bangladesch Accord 2.0. Der erneuerte Vertrag beinhaltet unter anderem die Fortsetzung unabhängiger Kontrollen bestehender Sicherheitsvorkehrungen und deren laufende Verbesserungen sowie regelmäßige Brandschutz-Trainings für Mitarbeiter in Textilfirmen. Außerdem werden die Rollen von Gewerkschaften und die Arbeitnehmerrechte gestärkt. Mit Inkrafttreten des Folgeabkommens können Mitarbeiter auch Probleme bei der Umsetzung von Gewerkschaftsinteressen an einen Sicherheits-Chefinspektor melden. Das neue Gebäudeschutzabkommen schließt an das 2013 abgeschlossene und 2018 auslaufende Programm zur Verbesserung der Sicherheits- und Arbeitsbedingungen vor Ort an und ist ein fester Bestandteil des Nachhaltigkeitsprogramms von Lidl.



Nationale Initiativen

Bündnis für nachhaltige Textilien

Lidl hat als Mitglied das Bündnis für nachhaltige Textilien von Anfang an begleitet und seine Entstehung aktiv unterstützt. Das Bündnis für nachhaltige Textilien ist eine Multi-Akteurs-Partnerschaft mit rund 190 Partnern aus Wirtschaft, Nichtregierungsorganisationen, Gewerkschaften, Standardorganisationen und des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit.

Die Ziele des Bündnisses sind soziale, ökologische und ökonomische Verbesserungen entlang der gesamten Textil-Lieferkette. Ein Aktionsplan des Textilbündnisses mit gemeinsamen Umsetzungsanforderungen und Indikatoren bildet dabei die Arbeitsgrundlage für eine kontinuierliche Verbesserung der gesamten Textil-Lieferkette.

Die Mitgliedschaft im Bündnis für nachhaltige Textilien ist Teil unseres Selbstverständnisses, dass für eine dauerhafte Umsetzung von Sozial- und Umweltstandards vor Ort ein sektorales Engagement aller nationalen und internationalen Akteure unabdingbar ist. Für die inhaltliche Weiterentwicklung bringt sich Lidl daher aktiv mit seiner Expertise in mehrere Arbeitsgemeinschaften des Bündnisses ein.





Lidl & der "Grüne Knopf"

Lidl Deutschland gehört zu den führenden Handelsunternehmen in Deutschland und steht zu seiner Verantwortung für Mensch und Natur sowie für die hohe Qualität und Sicherheit seiner Produkte. Wir setzen uns aktiv für nachhaltige Textillieferketten ein und engagieren uns in folgenden Initiativen:

  • Mitglied von amfori BSCI seit 2007
  • Gründungsmitglied des Textilbündnis seit 2014
  • Pilotprojekt mit Cradle to Cradle to Cradle CertifiedTM Textilprodukten seit 2019

 

Im Sommer 2019 haben wir den umfangreichen Produkt- und Unternehmensprüfungsprozess zum „Grünen Knopf“ erfolgreich durchlaufen. Unter Berücksichtigung der Produktionsvorläufe werden wir Textilien wie beispielsweise Baby-Kleidungsstücke der Eigenmarke „lupilu“ oder Bettwäsche der Eigenmarke „meradiso“ durch den „Grünen Knopf“ zertifizieren lassen und das Siegel auf den Produktverpackungen abbilden.

Damit dokumentieren und unterstreichen wir sowohl die nachhaltige Qualität ausgewählter Produkte als auch die Tatsache, dass wir unseren unternehmerischen Sorgfaltspflichten bei Sozial- und Umweltstandards in der Lieferkette nachkommen. Mit der Verwendung des Siegels bieten wir eine klare Orientierung für den Verbraucher, damit nachhaltigere Kaufentscheidungen getroffen werden können.