• Matratzen

    Wer sich schon auf eine perfekte Matratze hat fallen lassen, wird dieses Gefühl auch gern jeden Abend zu Hause erleben. Bei der Vielzahl an Modellen und Typen ist die Wahl der richtigen Matratze jedoch gar nicht so einfach, denn jeder Körper und jeder Schlaftyp hat andere Anforderungen. Mit hilfreichen Tipps und Informationen kann jedoch aus der großen Auswahl das passende Modell für jeden gefunden werden.

Warum ist die passende Matratze so wichtig?

Gut ein Drittel des Lebens verbringt der Mensch schlafend im Bett. Diese Zeit dient der Erholung, der Körper regeneriert sich und sammelt neue Kraft für den nächsten Tag. Wer nicht richtig schläft, wird schneller krank und fühlt sich im Alltag schneller überfordert. Neben Faktoren wie der Raumtemperatur und einer guten Schlafhygiene ist auch die richtige Unterlage entscheidend für eine erholsame Nacht. Daher sollte bei der Wahl der passenden Matratze nicht auf das erstbeste Modell zurückgegriffen werden, sondern genau die Variante gefunden werden, die zum individuellen Schlafverhalten passt. Denn eine unpassende Matratze beeinträchtigt den Schlaf auf diverse Arten und Weisen:

Grafik verschiedener Matratzen und der Auswirkungen auf die Körperhaltung Die richtige Matratze ist eine Wohltat für den Körper.
  • Der Schläfer fühlt sich unwohl, weil er zu hart oder zu weich liegt.

  • Es entstehen Rückenschmerzen und andere körperliche Probleme, weil die Matratze den Körper nicht richtig stützt.

  • Es ist nachts zu warm oder zu kalt, um erholsam zu schlafen.

  • Die Matratze ist nicht auf nächtliches Bewegen ausgelegt, sodass der Schlaf unterbrochen wird.

Erholsamer Schlaf ist wichtig für die tägliche Leistungsfähigkeit und Gesundheit. Daher sollte eine gute Matratze einen hohen Stellenwert im Schlafzimmer einnehmen.

Welche Matratzenarten gibt es?

Wer sich online oder im Fachhandel vor Ort nach einer neuen Matratze umschaut, steht vor einer enormen Auswahl an Modellen. Die Hauptunterschiede liegen im verwendeten Material. Im Idealfall fällt zunächst die Entscheidung für einen bestimmten Matratzentyp, bevor es auf die Suche nach einem bestimmten Modell geht. Jede Matratzenart erfüllt unterschiedliche Anforderungen.

Komfortschaummatratze

Zur Herstellung von Komfortschaum wird Polyurethan aufgeschäumt und unter Hitze ausgehärtet. So entsteht ein Schaum mit einer offenporigen Zellstruktur. Matratzen mit einem Kern aus Komfortschaum bieten ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis, sind atmungsaktiv und weisen eine hohe Rückstellkraft auf – bei Bewegung und Gewichtsverlagerung entstehen also keine Kuhlen, sondern die Matratze begibt sich schnell wieder in ihre Ursprungsform zurück. Die geringe Elastizität sorgt dafür, dass Komfortschaummatratzen für Schläfer mit hohem Körpergewicht eher ungeeignet sind. Sie sinken zu tief in das weiche Material ein. Leichte Schläfer fühlen sich auf diesen Matratzen hingegen häufig besonders wohl.

Kaltschaummatratze

Kaltschaummatratzen sind in der Herstellung ähnlich wie Komfortschaummatratzen: Das genutzte Polyurethan wird hier jedoch bei Raumtemperatur ausgehärtet. Dadurch entsteht eine etwas festere Struktur. Die Folgen: hohe Wärmeisolation und hohe Punktelastizität. Außerdem sind Kaltschaummatratzen atmungsaktiv und weisen eine hohe Rückstellkraft auf.

Viscoschaummatratze

Viscoschaum ist auch als Memory Foam bekannt: Der Schaumstoff nimmt die Form des Körpers optimal an und kehrt nur sehr langsam in seine Ursprungsform zurück – er „erinnert“ sich also quasi an den Körper. Die hohe Anpassungsfähigkeit von Viscoschaummatratzen kann bei Problemen mit der Wirbelsäule oder den Gelenken schonend wirken. Doch auch ruhige Schläfer, die sich wenig bewegen und gern tief in ihre Matratze einsinken, haben oftmals ihre Freude an dieser Matratzenart.

Gelmatratze

Reine Gelmatratzen sind mit einer zähflüssigen Masse gefüllt und erinnern hinsichtlich des Liegegefühls an ein Wasserbett. Häufiger sind Gelschaummatratzen zu finden, die die positiven Eigenschaften von Kaltschaummatratzen und Viscoschaummatratzen in sich vereinen: Sie passen sich gut an den Körper an wie Viscoschaum, weisen allerdings die etwas höhere Rückstellkraft von Kaltschaum auf. Wer sich nicht für eine der beiden Arten entscheiden kann, ist mit einer Gelschaummatratze gut beraten.

Taschenfederkernmatratze

Der Klassiker unter den Matratzen ist die Federkernmatratze. Das Innere der Matratze besteht aus einem System von Stahlfedern, die sich unabhängig voneinander bewegen können. So gibt die Matratze genau dort nach, wo sie belastet wird. Die meisten Modelle sind heutzutage mit einem Taschenfederkern ausgestattet. Hier werden die einzelnen Federn in kleine Stofftaschen eingenäht. So werden Berührungen zwischen den einzelnen Stahlfedern bei Bewegung vermieden und störende Geräusche umgangen. Zudem sorgen die Taschen für eine höhere Punktelastizität. Taschenfederkernmatratzen sind zudem extrem gut belüftet, was sie ideal für alle Schläfer macht, die nachts schnell oder viel schwitzen.

Kinder- und Babymatratze

Ein Sonderfall sind Kinder- und Babymatratzen. Die Wirbelsäule von Kleinkindern und Säuglingen hat noch nicht die typische S-Form, sondern ist gerade. Daher braucht sie eine andere Art von Unterstützung. Spezielle Kindermatratzen nehmen auf diesen Umstand Rücksicht und sorgen dafür, dass die Kleinen perfekt liegen.

One-fits-all-Matratze

Der neueste Trend sind sogenannte One-fits-all-Matratzen, die allen Schläfern gleichermaßen gerecht werden und damit die kompliziert wirkende Suche nach dem perfekten Modell vereinfachen sollen. Diese Universallösungen sind allerdings nur dann eine gute Wahl, wenn der eigene Körper und das Schlafverhalten keine Besonderheiten aufweisen. Wer größer oder schwerer als der Durchschnitt ist oder eine bestimmte Art der Unterstützung für Rücken und Co. benötigt, sollte auf eine Matratze zurückgreifen, die auf diese individuellen Ansprüche abgestimmt ist.

Matratzenarten im Vergleich

Matratzenart Gut geeignet für … Nicht empfehlenswert für … Besonderheiten
Komfortschaummatratze
  • Jede Schlafposition

  • Eher geringes Körpergewicht

  • Besonders große oder schwere Schläfer

Hohe Rückstellkraft
Kaltschaummatratze
  • Jede Schlafposition

  • Jedes Körpergewicht

  • Schläfer, die viel schwitzen

Hohe Rückstellkraft
Viscoschaummatratze
  • Jedes Körpergewicht

  • Rückenschläfer und Seitenschläfer

  • Schläfer, die sich nachts viel bewegen

  • Bauchschläfer

Schaum mit Memory Effect
Gelmatratze
  • Schläfer, die schnell schwitzen

  • Rücken- und Seitenschläfer

  • Bauchschläfer

Mittlere Rückstellkraft
Taschenfederkernmatratze
  • Schläfer, die schnell schwitzen

  • Jede Schlafposition

  • Jedes Körpergewicht

  • Schläfer, die schnell frieren

Hohe Punktelastizität

Welche Eigenschaften sind beim Kauf einer Matratze entscheidend?

Neben der Art der Matratze spielen auch die individuellen Eigenschaften der einzelnen Modelle eine entscheidende Rolle dabei, ob sich die neue Schlafunterlage auf Dauer im Schlafzimmer bewähren kann.

Größe

Die Größe der Matratze muss natürlich in erster Linie auf die Größe des Bettes abgestimmt werden. Eine zu kleine Matratze liegt nicht sicher und verkleinert die Schlaffläche unnötig, eine zu große Matratze passt nicht in den Bettrahmen oder hängt über den Lattenrost hinaus. Alle Matratzenarten gibt es in diversen Standardgrößen für Einzel- und Doppelbetten. Angefangen bei 80x200 cm, 90x190 cm oder 90x200 cm für das klassische Einzelbett, das auch in vielen Jugendzimmern steht, über die komfortablere Variante mit einer Liegefläche von 140x200 cm bis hin zu den richtigen Doppelbetten, die Matratzen mit der Größe von 180x200 cm oder sogar 200x200 cm brauchen.

Eine große Matratze oder zwei kleine – was ist besser?

Bei Paaren, die sich ein Doppelbett teilen, stellt sich die Frage, ob eine große Matratze oder lieber zwei kleine gekauft werden sollen. Haben beide Partner die gleichen Ansprüche und stören sich nicht an den Bewegungen des anderen, ist eine große Matratze eine gute Lösung. Bei unterschiedlichen Wünschen, starkem Gewichtsunterschied oder leichtem Schlaf sind zwei kleine Matratze die bessere Wahl. Die unbeliebte „Besucherritze“ lässt sich mithilfe eines Toppers schnell beseitigen. Außerdem ist das regelmäßige Wenden, das die Lebensdauer der Matratzen erhöht, bei kleineren Modellen einfacher.

Härtegrad

Beratungsskala für den richtigen Härtegrad bei MatratzenBei der Wahl des richtigen Härtegrads müssen das eigene Körpergewicht, der individuelle Körperbau sowie die herstellerspezifischen Merkmale berücksichtigt werden – diese Angaben können daher nur als Orientierung und nicht als absoluter Maßstab gelten.

Einer der wichtigsten Faktoren beim Kauf einer neuen Matratze ist die Wahl des richtigen Härtegrads. Der Härtegrad gibt an, wie hart oder weich die Matratze ist – also wie tief der Schläfer gefühlt darin einsinkt, sobald er sich hinlegt. Das Schwierige daran: Es gibt keine offizielle, genormte Härtegrad-Skala, die für alle Hersteller gleichermaßen gilt. Eine Matratze, die bei einem Hersteller als „mittelfest“ gilt, könnte bei einem anderen Hersteller schon in die Kategorie „fest“ fallen. Damit wenigstens eine grobe Orientierung möglich ist, werden zumindest einheitliche Bezeichnungen für die verschiedenen Härtegrade genutzt:

  • H1: weich
  • H2: mittelweich
  • H3: mittelfest
  • H4: fest
  • H5: besonders fest

Je höher die Ziffer, desto härter also die Matratze. Matratzen mit dem Härtegrad H1 sind nur selten erhältlich, die meisten Hersteller bieten Modelle zwischen H2 und H4 an. Neben der eigenen Vorliebe bezüglich der Weichheit der Matratze spielen auch Körpergewicht und Größe eine entscheidende Rolle: Je größer und schwerer eine Person ist, desto höher sollte der Härtegrad ausfallen. Nur dann ist die Wirbelsäule ausreichend gestützt und Schmerzen können vermieden werden.

Raumgewicht

Wenn in der neuen Matratze Schaumstoffe zum Einsatz kommen, sei es in Form des Matratzenkerns oder als Auflage, sollte auch auf das Raumgewicht geachtet werden. Es gibt Auskunft darüber, wie viel Rohmaterial genutzt wurde, um einen Kubikmeter Schaum zu erhalten. Je höher das Raumgewicht ist, desto fester ist das Material und desto höher die erwartbare Nutzungsdauer ohne Qualitätsverlust. Daher sollte der verwendete Schaum in Matratzen mindestens ein Raumgewicht von 30 bis 40 kg/m³ aufweisen. Normalerweise sind diese Werte in den Herstellerangaben zu finden. Sollte das einmal nicht der Fall sein, lässt es sich mit einer einfachen Formel selbst berechnen:
Gewicht des Matratzenkerns in Kilo: Volumen der Matratze in Kubikmetern

Matratzenbezug

Zu jeder Matratze gehört der passende Bezug – ohne diesen ist die Matratze praktisch nicht zu benutzen. Auch hier gibt es zum Teil große Unterschiede hinsichtlich Stoffart und Steppung.
Oft kommt Baumwolle zum Einsatz, da sie hautfreundlich, atmungsaktiv und pflegeleicht ist. Als Frotteebezug ist sie besonders für Schläfer, die stark schwitzen, gut geeignet. Ebenfalls beliebt sind Bezüge aus Doppeltuch, die besonders strapazierfähig und elastisch sind. Seltener werden Bezüge aus Drell verwendet, da diese oftmals nicht abgenommen werden können. Das ist jedoch wichtig, um die Bezüge in der Waschmaschine waschen zu können und so die Matratze hygienisch zu halten. Die Bezüge sind normalerweise nicht wie ein Bettlaken aus einem durchgehend glatten Stück Stoff, sondern meistens versteppt und mit zusätzlichem Vliesstoff unterlegt, was zu einer Extrapolsterung und einer außergewöhnlichen Optik führt. Viele Steppnähte machen den Bezug und damit die Liegefläche etwas fester, weniger Steppnähte sorgen für mehr Elastizität und eine bessere Anpassungsfähigkeit.

Matratzenauflagen und Topper

Nicht zu verwechseln mit dem Bezug sind Matratzenauflagen und Topper . Sie sind kein fixer Bestandteil der Matratze, sondern werden separat aufgelegt. Während Auflagen eher dünn sind und die Matratze vor allem vor Schmutz und Flüssigkeit schützen sollen, was besonders wichtig ist, falls der Bezug nicht waschbar ist, sind Topper meistens mehrere Zentimeter dick. Mit ihnen können der Matratze in einem gewissen Rahmen Zusatzeigenschaften verliehen werden. So ist es zum Beispiel möglich, eine Federkernmatratze mit einem Viscoschaumtopper aufzuwerten.

Liegezonen

Grafik einer Matratze mit sieben Liegezonen Sieben unterschiedliche Liegezonen sorgen für eine gesunde Schlafposition.

Wer sich mit Matratzen beschäftigt, kommt am Thema Liegezonen nicht vorbei. Die meisten Matratzen sind heutzutage in mehrere Zonen mit unterschiedlicher Härte eingeteilt, die den verschiedenen Bedürfnissen der Körperstellen gerecht werden sollen. So ermöglicht eine gute Matratze beispielsweise, dass hervorstehende Körperteile wie Schultern und Hüften tiefer einsinken können als der Bereich um die Lendenwirbel. Dadurch entsteht auch im Liegen eine möglichst natürliche und gesunde Haltung. Als Standard haben sich 7-Zonen-Matratzen auf dem Markt etabliert, die in allen Varianten von Federkern bis Viscoschaum erhältlich sind. Es gibt jedoch auch Modelle mit nur drei oder fünf oder sogar neun Zonen für alle, die weniger oder mehr von ihrer Matratze erwarten.

Punktelastizität und Flächenelastizität

Eine hohe Punktelastizität wird als positive Eigenschaft einer Matratze angesehen. Das bedeutet, dass die Matratze nur an den Stellen nachgibt, an denen sie tatsächlich belastet wird. Matratzen mit einer hohen Flächenelastizität geben im Gegensatz dazu eher großflächig nach – ähnlich wie bei einer Hängematte. Flächenelastische Matratzen sind lediglich für Teenager und Kinder oder Menschen mit verstärkter Muskulatur eine gute Wahl, alle anderen profitieren von punktelastischen Modellen.

Drei Tipps vor dem Kauf

  • Tipp 1: Lattenrost passend zur Matratze wählen
    Im Idealfall werden Lattenrost und Matratze zusammen gekauft und aufeinander abgestimmt. Während Taschenfederkernmatratzen eine gute Belüftung brauchen, dürfen bei Schaummatratzen die Abstände zwischen den einzelnen Leisten nicht zu groß sein, da sonst Schäden durch Druckstellen entstehen können. Verstellbare Lattenroste sollten am besten mit möglichst flexiblen Matratzen bestückt werden, um Materialermüdung zu vermeiden.

  • Tipp 2: Auf Qualitätssiegel achten
    Wer beim Thema Qualität und Schadstofffreiheit auf Nummer sicher gehen möchte, sollte darauf achten, dass die neue Matratze mit offiziellen Qualitätssiegeln ausgezeichnet ist. LGA-Gütesiegel gibt es für Schadstofffreiheit und Haltbarkeit, das OEKO-TEX-Gütesiegel weist ebenfalls auf den Verzicht von gesundheitlich bedenklichen Stoffen hin. Auch Auszeichnungen von Stiftung Warentest sind ein Indikator für gute Qualität. Allergiker sollten auf Matratzen mit dem NOMITE-Zeichen achten, das auf allergikerfreundliche Matratzen und Bettwaren hinweist.

  • Tipp 3: Möglichkeit zum Probeschlafen wahrnehmen
    Ob die neue Matratze wirklich die richtige Wahl ist, lässt sich oftmals erst nach mehreren Runden Schlaf sagen. Das wissen auch die Händler und bieten daher oft eine gewisse Probezeit. Bei Lidl ist 90 Tage Probeschlafen möglich. Wer danach nicht zufrieden ist, kann die gekaufte Matratze problemlos zurückgeben.

Fragen & Antworten

    Wie oft sollte ich eine Matratze wechseln?

    Eine gute Matratze sollte aus hygienischen Gründen spätestens nach sieben bis zehn Jahren ausgetauscht werden.

    Wie wird eine Matratze korrekt entsorgt?

    Matratzen werden als Sperrmüll entsorgt oder können zum Recyclinghof gebracht werden.

    Wie kann eine Matratze gereinigt werden?

    Reicht das Waschen des Matratzenbezugs nicht mehr aus, können Flecken bei den meisten Matratzen vorsichtig mit einem Lappen und sanfter Seifenlauge ausgerieben werden. Bei hartnäckigen Flecken kann auf Natron zurückgegriffen werden.

    Wie werden online bestellte Matratzen geliefert?

    Die meisten Matratzen werden in zusammengerollter Form per Paketdienst oder am Stück per Spedition geliefert. Durch die Fortschritte in der Technologie besteht selbst bei Taschenfederkernmatratzen durch das Zusammenrollen keine Gefahr hinsichtlich möglicher Schäden.