Der Winkelschleifer, auch „Trennschleifer“ oder „Flex“ genannt, ist ein Elektrowerkzeug, an dem eine montierte Schleif- oder Trennscheibe mit hoher Drehzahl um ihren eigenen Mittelpunkt rotiert. Er kann Oberflächen abschleifen oder entgraten und verschiedene Materialien durchtrennen. Für Schleifarbeiten wird die Fläche der Schleifscheibe an das Werkstück angesetzt. Geschnitten wird mit der Kante einer Trennscheibe.

Die Vorteile

  • Große Auswahl an Scheiben
  • Für Materialien verschiedener Härte geeignet
  • Schleifen und Schneiden

Aufbau eines Winkelschleifers

Der große Unterschied des Winkelschleifers im Vergleich zu anderen Werkzeugen ist das Winkelgetriebe, das die Kraft des Motors auf eine rotierende Scheibe übersetzt. Gewechselt werden kann die Scheibe über einen Arretierknopf, der sie „freigibt“. Der passende Schlüssel löst anschließend mit wenigen Drehungen die Scheibe von der Überwurfmutter, wodurch man sie von der Drehachse entfernen und austauschen kann. Viele Geräte verfügen zudem über einen Zweithandgriff, der eine ruhige, sichere Führung des Winkelschleifers unterstützt.

Anwendungsmöglichkeiten

Schleifen und schneiden: Ein Winkelschleifer bietet unterschiedliche Anwendungsmöglichkeiten.

Trennjäger, Schleifhexe, Trennschleifer – die Namensvielfalt leitet sich aus den unterschiedlichen Einsatzmöglichkeiten des Winkelschleifers ab. Die vielen Anwendungsbereiche werden möglich, da das Werkzeug mithilfe austauschbarer Scheiben arbeitet. Je nach verwendeter Scheibe eignet sich der Winkelschleifer zum:

  • Durchtrennen von Materialien
  • Schruppschleifen
  • Entgraten von Schweißnähten
  • Schleifen, Polieren, Bürsten von Oberflächen
  • Rost entfernen

Besonders bei der Bearbeitung von Metall, Stein und Keramik erweist sich der Winkelschleifer als idealer Helfer. Bei Holz erreicht man aufgrund der hohen Umdrehungszahl lediglich ein grobes Oberflächenbild. Daher sollte das Werkzeug vornehmlich für Arbeiten an weniger sichtbaren Stellen verwendet werden.

Info

Beim Schruppschleifen wird eine große Schleifscheibe verwendet, die sich mit maximal 8.500 U/min dreht und innerhalb kurzer Zeit einen relativ hohen Abtrag am Werkstück erzielt. Das „Schruppen“ bietet sich daher besonders an, wenn man raue Oberflächen, Schweißnähte oder Schraubenköpfe abschleifen will.

Darauf kommt es beim Winkelschleifer an

Der Winkelschleifer verdankt seine effiziente Arbeitsweise der hohen Umdrehungszahl. Dementsprechende Vorsicht ist bei der Wahl der Schleifscheiben geboten: Art und Durchmesser sollten zu den spezifischen Maßen, der Leistung und der Drehzahl des Geräts passen. Darüber hinaus sind folgende technische Daten bei einem Winkelschleifer zu berücksichtigen:

Leistung in Watt

Je nach Ausführung sind Einhandwinkelschleifer und Zweihandwinkelschleifer zu unterscheiden. Erstere ermöglichen durch ihre handliche Größe eine freie Führung und Feinarbeiten, während es sich bei Zweihandwinkelschleifern meist um größere, schwerere Geräte mit entsprechend starkem Antrieb handelt.

Das Spektrum der Antriebsleistung erstreckt sich von etwa 500 Watt für gelegentliche, kleinere Arbeiten bis 1.000 Watt und mehr für eine häufige, anspruchsvolle Nutzung.

Drehzahl in U/min

Die Leerlaufdrehzahl gibt Aufschluss über die Leistungsfähigkeit des Antriebs. Um vernünftig arbeiten zu können, sollte diese mindestens 5.000 Umdrehungen pro Minute bei einem Scheibendurchmesser von 115 mm betragen. Eine Ausnahme bildet lediglich die Schruppscheibe, die geringere Drehzahlen erfordert.

Drehzahlregulierung

Einige Modelle verfügen über eine stufenlose Drehzahlregulierung. Mit ihr lässt sich die Leerlaufdrehzahl des Winkelschleifers komfortabel auf das Material und das persönlich bevorzugte Arbeitstempo einstellen. Mit steigender Drehzahl nehmen auch die Vibrationen im Gerät zu. Das kann die Arbeit und die Handhabung des Geräts erschweren. Dank justierbarer Drehzahl kann diesen Effekten entgegengewirkt werden, und der Schleif- oder Schneidevorgang geht sicher von der Hand.

Scheibenmaße

Im Heimwerken sind Scheiben der Größen 115 mm, 125 mm und 230 mm üblich. Je nach Anwendung unterscheiden sich die Scheiben:

  • Trennscheibe: sehr dünn (1–3 mm), dürfen daher nicht seitlich verwendet werden
  • Schleifscheiben: ca. 6 mm dick, nicht zum Schneiden geeignet
  • Schruppscheiben: 230 mm Durchmesser, für großflächigen Grobschliff

Scheiben mit 125 mm Durchmesser bieten die höchste Flexibilität und decken die Ansprüche für das Schneiden und Schleifen im Heimwerkerbereich ab.

Energieversorgung: Akku, Druckluft, Netzstrom

Stehen längere Schleif- oder Schneidearbeiten an, sollte man zu einem Winkelschleifer mit Netzstromanschluss greifen. Das ist besonders bei Arbeiten im Innenbereich sinnvoll. Akkugetriebene Winkelschleifer sind zwar in der Regel nicht so leistungsstark, bieten sich jedoch gerade für den Einsatz im Außenbereich an. Das fehlende Stromkabel kommt der Handlichkeit und Mobilität des Geräts zugute.

Ein druckluftbetriebener Winkelschleifer hat den Vorteil, dass er anstelle eines schweren Elektromotors mit einer Turbine ausgestattet ist. Er wiegt dadurch weniger und kann zudem problemlos auch unter feuchten Arbeitsbedingungen verwendet werden.

Info

Auch Schleifscheiben haben ein Ablaufdatum: Da viele Kunstharz enthalten, kann man sie in der Regel bis zu drei Jahre verwenden.

Fazit

Es ist ratsam, sich im Vorfeld klarzumachen, welche Arbeiten mit dem Winkelschleifer durchgeführt werden sollen., Denn je nach Anwendungsbereich erfordert das Gerät passende Scheiben und entsprechende Leistung. Für gelegentliche Arbeiten rund ums eigene Zuhause sind Geräte mit 500 Watt ausreichend. Bei intensiver Nutzung sollten jedoch mindestens 1.000 Watt gewählt werden.

Modelle mit Drehzahlregulierung lassen sich zudem individuell auf Material und persönliches Arbeitstempo einstellen. Schleif- und Trennscheiben mit einem Durchmesser von 125 mm eignen sich aufgrund ihres praktischen Formats für viele Arbeiten. Ein fester Stand und sicheres Handling sind für die Arbeit mit dem Winkelschleifer wichtige Faktoren. Das Tragen von Schutzkleidung verhindert Verletzungen und eine Schutzbrille bewahrt die Augen vor Funkenschlag.