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    Schleifpapier: So findest du die richtige Körnung

    Wenn’s beim Glätten oder Polieren sauber, präzise und einfach zugehen soll, geht nichts über Schleifpapier. Welches Schleifpapier eignet sich für welche Arbeiten und wie findest du die richtige Körnung? Alle Tipps findest du in unserem großen Schleifpapier-Ratgeber!

    Akku-Exzenterschleifer mit Akku und Schleifscheiben auf einer Metalloberfläche.

    Was ist Schleifpapier?

    Schleifpapier ist ein Stück Papier, das auf einer Seite mit kleinen, unregelmäßig geformten Schleifkörnern versehen ist. Diese „Splitter“ kratzen beim Schleifen über das Werkstück und tragen Material ab. Je nach Größe der Körner sorgt das Schleifpapier für einen groben oder feinen Abtrag bei jedem Zug.

    Schleifpapier besteht seit seiner Erfindung aus 4 Schichten:

    1. Schleifkornträger: robustes, reißfestes Material wie Papier (für DIY-Projekte und das Handwerk) oder Gewebe und Vulkanfiber (für die Industrie).
    2. Grundbinder: Schicht aus Leim oder Kunstharz, die Träger und Schleifkörner zusammenhält.
    3. Schleifkörner: eigentliches „Werkzeug“, bestehen aus Aluminiumoxid (Korund), Siliziumkarbid oder Diamant.
    4. Deckbinder: finale Schicht aus Kunstharz oder Leim, um Abrieb der Körner zu verhindern. Verschieden eingefärbt, um die Schleifpapier-Körnung identifizieren zu können.

    Schon gewusst?

    Schleifpapier wird auch Sandpapier oder Schmirgelpapier genannt, weil die Schleifkörner früher aus natürlichem Sand oder Schmirgel bestanden.

    Wofür eignet sich Schleifpapier?

    Schleifpapier ist das wichtigste Zubehör für viele Feinarbeiten und DIY-Projekte. Damit kannst du unter anderem:

    • Holz schleifen
    • Metall polieren
    • Kanten abrunden
    • Werkstücke entgraten (von scharfen Kanten befreien)
    • Putz glätten

    Beim Upcycling von Möbeln darf Schleifpapier also ebenso wenig fehlen wie beim Renovieren einer Wand oder beim Entrosten.


    Je nach Aufgabe kannst du Schleifpapier sowohl per Hand als auch in Schleifmaschinen einsetzen. Dabei gilt: Je filigraner und kleiner das Werkstück, desto besser ist Handarbeit. Große Flächen bearbeitest du am besten mit einem Elektrowerkzeug.

    • Nahaufnahme von Händen, die einen Elektroschleifer auf einer Holzoberfläche verwenden.
    • Behandschuhte Person benutzt einen Elektroschleifer an einem Metallrohr.
    • Mann schleift Holzmöbel mit einem Elektrowerkzeug, trägt Arbeitshosen und Schutzausrüstung.
    • Mann schleift eine Holzoberfläche mit einem Handschleifer, mit Sägespänen herum.
    Sortiment runder Schleifscheiben in verschiedenen Körnungen und Farben, darunter Rot, Schwarz und Weiß.

    Die richtige Schleifpapier-Körnung – Tabelle & Tipps

    Dreh- und Angelpunkt der Schleifpapierwahl ist die richtige Körnung. Sie beschreibt die Größe der Schleifsteine bzw. die Feinheit des Abtrags. Dabei gilt: Je größer die Körnungszahl, desto feiner der Schliff; je kleiner die Körnungszahl, desto gröber der Schliff.

    Die Schleifpapier-Körnung ist nach der FEPA (Fédération Européenne des Fabricants de Produits Abrasifs) genormt. Sie beginnt immer mit einem „P“ und einer entsprechenden Zahl:

    • P12 bis P30: grob
    • P30 bis P80: mittelgrob
    • P80 bis P180: fein
    • über P180: sehr fein

    Beim Schleifen arbeitest du dich stets vom Grob- zum Feinschliff vor, setzt also immer auf mehrere Schleifpapier-Körnungen. Für typische Arbeiten sehen die Empfehlungen so aus:

    Aufgabe

    Empfohlene Körnung

    Wand schleifen per Hand (aus Stein oder Rigips)


    P60 bis P80


    Abschleifen von Parkettkleber oder Estrich


    P24 bis P30


    Alte Farbe oder Lack von Holz entfernen


    P80 bis P240


    Holz anschleifen vor Lackieren


    P180


    Holz glätten


    P80 bis P280


    Kratzer im Autolack entfernen


    P3000 bis P5000


    Metall polieren


    P150 und feiner


    Metall entgraten


    P60 und feiner


    INFO:

    Streuung beachten!

    Die Streuung der Schleifkörner gibt an, wie dicht die Körner auf dem Schleifpapier stehen. Hier gibt es drei Kategorien:

    • Offene Streuung: 50 bis 70 % der Oberfläche
    • Halboffene Streuung: 70 bis 80 % der Oberfläche
    • Dichte Streuung: annähernd 100 % der Oberfläche

    Je offener die Streuung, desto geringer ist der Materialabtrag. Eine offene Streuung ist daher ideal für Materialien, die zum Verkleben neigen, wie zum Beispiel harzhaltige Nadelhölzer oder weiche Lackschichten. Eine dichte Streuung setzt du hingegen für harte Werkstoffe wie eisenhaltiges Metall ein, da hier kaum Material zwischen den Körnern hängen bleibt. Eine halboffene Streuung ist der Allrounder für Hartholz, Kunststoff und Nichteisenmetall.

    Fragen & Antworten zu Schleifpapier

    Schleifpapier sollte gewechselt werden, wenn beim Schleifen merklich weniger Staub abgetragen wird oder sich die Schleifoberfläche glatt anfühlt.

    Einige Schleifgeräte verfügen über eine integrierte Staubabsaugung. Diese funktioniert über spezielle Löcher im Schleifpapier und sorgt für einen sauberen Arbeitsbereich.

    Beim Entfernen von Schrammen im Autolack wird extrem feines Schleifpapier verwendet, um möglichst wenig Material abzutragen.

    Für das Nassschleifen ist Schleifpapier mit Vollkunstharzbindung ideal. Eine Unterlage aus Vulkanfiber oder Gewebe verlängert zudem die Lebensdauer des Schleifpapiers bei Nässe.

    Für Bandschleifer gibt es speziell vorgeformte Schleifbänder, die während des Schleifens nicht reißen.

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