• Wanderstöcke

    Ob erfahrener Bergsteiger oder Wanderneuling: Mit der richtigen Ausrüstung bereiten die Ausflüge in die Natur mehr Spaß und sind zudem schonender für den Körper. Immer häufiger kommen dabei auch Wanderstöcke zum Einsatz. Welches Modell das richtige ist, hängt von den individuellen Anforderungen und Vorstellungen ab.

Vorteile und Einsatzbereiche von Wanderstöcken

Wanderstöcke kommen vor allem bei Wanderungen in den Bergen zum Einsatz. Im Alltag haben sie vor allem beim Nordic Walking Einzug gehalten. Das Wandern mit den passenden Trekkingstöcken weist einige Vorteile im Vergleich zum Bergsteigen ohne Stöcke auf:

  • Beim Abstieg vom Berg entlasten die Wanderstöcke Gelenke und Muskeln des Unterkörpers – ein Teil der Kraft kommt dann aus dem Oberkörper.

  • Stöcke können beim Überqueren von Bächen oder Flüssen nützliche Helfer sein und die nötige Stabilität geben.

  • Beim korrekten Einsatz verbessern Wanderstöcke die Haltung, da der Rücken automatisch gerader wird. Dadurch wird gleichzeitig auch die Atmung erleichtert.

  • Wer einen schweren Wanderrucksack trägt, kann auch auf unebenem Gelände mithilfe der Stöcke leichter das Gleichgewicht halten und Stürze vermeiden.

Gerade Wanderer, die älter oder übergewichtig sind, können von den richtigen Wanderstöcken besonders profitieren.

Verschiedene Modelle im Überblick

Wanderstöcke werden für gewöhnlich entweder in Form von Teleskopstöcken oder als Faltstöcke verkauft. Bei Teleskopstöcken werden die einzelnen Segmente ineinander ein- und ausgefahren. Die Länge wird durch ein entsprechendes Klemmsystem, das entweder innerhalb des Stocks oder außerhalb angebracht ist, festgestellt. Ein Drehverschluss kann jedoch im Laufe der Zeit unzuverlässig werden, sodass der Stock während der Benutzung in sich zusammenrutscht. Außenliegende Klemmsysteme sind zwar etwas sperriger, dafür aber auch sicherer. Faltstöcke bestehen meistens aus drei Segmenten und werden ähnlich wie eine Ziehharmonika zusammengeklappt. Einmal ausgefaltet ist ein Verrutschen hier unmöglich.

Wanderstöcke richtig verstauen

Zusammengeklappt oder gefaltet haben Wanderstöcke sehr kompakte Packmaße und lassen sich leicht verstauen. Manche Rucksäcke haben hierfür gesonderte Schlaufen, an denen die Stöcke bei Nichtgebrauch sicher befestigt werden können, sodass die Stockspitzen nicht in den Rucksack oder die Kleidung stechen.

Wichtige Eigenschaften von Trekkingstöcken

Trekking- und Wanderstöcke sollten so gut wie möglich auf die individuellen Bedürfnisse abgestimmt sein und gleichzeitig eine hohe Qualität aufweisen. Nur so können sie bei Wanderungen ihren positiven Effekt voll entfalten.

Länge

Faltbare Wanderstöcke sind in ihrer Länge nicht variabel, daher muss hier beim Kauf besonders darauf geachtet werden, dass der Stock zur Körpergröße passt. Bei Teleskopstöcken lässt sich die Länge stufenlos einstellen. Die meisten Modelle haben eine Spanne zwischen 10 und 140 cm, die für Erwachsene ausreichend ist. Für Kinder müssen gesonderte Wanderstöcke mit geringerer Länge gekauft werden.

Wanderstöcke passend einstellen

Um abzuschätzen, wie lang der Wanderstock sein muss, wird die Körpergröße in Zentimetern mit dem Faktor 0,68 multipliziert. Für den Feinschliff werden die Stöcke in die Hand genommen und die Spitzen im 90-Grad-Winkel auf den Boden aufgestellt. Bei einer perfekten Stocklänge sollten nun die Ellbogen einen 90-Grad-Winkel zwischen Ober- und Unterarm bilden.

Gewicht

Wenn die Wanderstöcke nicht dauerhaft genutzt, sondern zwischendurch im Rucksack transportiert werden, ist ein geringes Gewicht von Vorteil. Und auch beim Wandern selbst ist es praktisch, wenn die Stöcke nicht allzu schwer sind und der Kraftaufwand entsprechend geringer. Faltstöcke sind im Durchschnitt etwas leichter als Teleskopstöcke. Ein leichter Wanderstock wiegt etwa 200 g, schwerere Modelle bringen pro Stock 300 g und mehr auf die Waage.

Material

Das Gewicht der Trekkingstöcke wird wesentlich durch das verwendete Material beeinflusst. Die beiden gängigsten Materialien sind Carbon und Aluminium.

  • Carbon ist extrem leicht und vibrationsarm. Bei starker Überbelastung verbiegt und bricht die Kohlefaser jedoch. Zudem sind Wanderstöcke aus Carbon sehr teuer.

  • Die preiswerte Variante sind Wanderstöcke aus Aluminium. Sie halten auch leichte Biegungen aus, ohne zu brechen. Dafür sind sie allerdings etwas schwerer und übertragen Vibrationen stärker, was bei längeren Touren unangenehm sein kann.

Belastbarkeit

Die maximale Belastbarkeit wird vom Hersteller angegeben und beschreibt das Gewicht, das höchstens auf den Wanderstöcken lasten sollte. Besonders große und schwere Personen sollten darauf achten, dass der ausgewählte Stock für die eigene Gewichtsklasse ausgelegt ist.

Griffe und Handschlaufen

Zwei Personen wandern mit WanderstöckenMit ergonomisch geformten Griffen ist das Wandern mit Trekkingstöcken angenehmer und schmerzfrei.

Für die Griffe von Trekkingstöcken kommen meistens Kork oder Ethylen-Vinylacetat-Schaumstoff (EVA-Schaum) zum Einsatz. Kork ist besonders gut geeignet, wenn in warmen Gegenden gewandert wird, da der Naturstoff die Schweiß- und Blasenbildung an den Händen minimiert. EVA-Schaum-Griffe sind atmungsaktiv, sehr leicht und rutschhemmend. Grundsätzlich ist die Entscheidung für oder gegen ein Material eine Geschmacksfrage. Lediglich auf günstige Kunststoffgriffe sollte verzichtet werden: Sie sind schwer, liegen schlecht in der Hand und fördern die Blasenbildung. Die ergänzenden Handschlaufen sollten im Idealfall gepolstert sein, damit sie nicht unangenehm einschneiden.

Dämpfung

Einige Wanderstöcke verfügen über eine integrierte Dämpfung zwischen Stock und Griff. Diese sorgt besonders beim Bergabsteigen auf hartem Boden dafür, dass die Hand- und Schultergelenke nicht zu stark belastet werden. Wer bereits vor dem Kauf weiß, dass die Stöcker oft bei Bergtouren zum Einsatz kommen werden, sollte daher ein Modell mit Dämpfung wählen.