Frauenhände halten Herz

Haben Sie Ihren Blutdruck im Griff?

5 Dinge, auf die Sie achten sollten

Hin und wieder passiert es uns allen: Der Puls rast, das Blut schießt in den Kopf und wir fühlen wie der Blutdruck in die Höhe schnellt. Meistens reguliert der Körper so etwas von allein – es gibt aber auch Fälle, in denen der Arzt zu Rate gezogen werden sollte. 

Bluthochdruck

Bluthochdruck ist in Europa weit verbreitet. Mal mehr, mal weniger stark ausgeprägt. Mediziner unterteilen den hohen Blutdruck in verschiedene Stadien von Grad 1, was mit Werten ab 140 / 90 einen leicht erhöhten Blutdruck bedeutet, bis Grad 3, den schweren Bluthochdruck mit Werten über 180 / 110. Zum Vergleich: Der gesunde Blutdruck liegt bei etwa 120 / 80.

Das steckt hinter den Werten

Mit Blutdruck bezeichnet man den Druck, der im Innern der Gefäße herrscht, wenn das Herz Blut durch die Adern pumpt. Die Blutdruck-Werte stehen einmal für den systolischen und einmal für den diastolischen Wert. Angegeben wird der Blutdruck in mmHg, in mm Quecksilbersäule. Diese Maßeinheit ist historisch bedingt und hat sich über die Jahrhunderte bewährt und erhalten.

- Systolischer Wert

Der Herzmuskel zieht sich zusammen und pumpt das Blut durch die Aorta bis in die kleinsten Gefäße. Diese Druckwelle ist messbar und wird als systolischer Blutdruck bezeichnet. Er wird immer zuerst genannt, beim gesunden Menschen also z.B. 120. Er wird auch als oberer Wert bezeichnet.

- Diastolischer Wert

Nachdem das Herz sich zusammengezogen und das Blut in die Adern gepumpt hat, weitet es sich wieder, sodass neues Blut einströmt, das dann wieder über die Hauptschlagader in alle Blutgefäße verteilt wird. Während dieser Phase herrscht deutlich weniger Druck in den Gefäßen. Dieser Wert steht in der Messung an zweiter Stelle und liegt beim gesunden Menschen z.B. bei 80. Dieser Wert wird auch unterer Wert genannt. 

Grad Einteilung Systolisch Diastolisch
Normal 120-129 mmHg 80-84 mmHg
Normal-Hoch 130-139 mmHg 85-89 mmHg
Leichter Bluthochdruck 140-159 mmHg 90-99 mmHg
Mittlerer Bluthochdruck 160-179 mmHg 100-109 mmHg
Schwerer Bluthochdruck Mehr als 180 mmHg Mehr als 110 mmHg

Warum ist Bluthochdruck gefährlich?

Hoher Druck innerhalb der Gefäße kann zu kleinsten Rissen in den Gefäßwänden führen. Solche Risse versucht der Köper durch verschiedene Maßnahmen zu verschließen, sodass es zu Verhärtungen der Gefäßwände kommen kann. Mediziner sprechen dabei von Atherosklerose oder Arterienverkalkung. Ist von dieser Verkalkung zum Beispiel eine Arterie im Gehirn betroffen, kann das einen Schlaganfall auslösen. Im Herzen käme es im schlimmsten Fall zum Herzinfarkt, während eine Atherosklerose in den Nierenarterien zu einer Niereninsuffizienz führen kann. 

Da das Herz bei Bluthochdruck mit maximaler Kraftanstrengung arbeiten muss, ist es dauerhaft überlastet, sodass es zu einer Herzinsuffizienz, also einer Herzmuskelschwäche kommen kann. Auch Durchblutungsstörungen können die Folge von Bluthochdruck sein. Wer bereits unter einem leicht erhöhten Blutdruck leidet, sollte die Risikofaktoren kennen und aktiv etwas dagegen unternehmen. 

Mögliche Anzeichen für Bluthochdruck

Wer kein Blutdruckmessgerät zuhause hat, erkennt hohen Blutdruck oft erst sehr spät. Eine Gefahr, denn je früher die Therapie begonnen wird, desto geringer ist das Risiko für schwerwiegende Folgen. Wenn Sie den Verdacht haben, hohen Blutdruck zu haben, achten Sie auf diese möglichen Anzeichen:

  • Kopfschmerzen im Hinterkopf
  • Ohrensausen
  • Rote Gesichtsfarbe
  • Sehstörungen 
  • Kurzatmigkeit
  • Schlafstörungen
  • Nervosität

Übrigens: Viele Apotheken bieten das Messen des Blutdrucks als Serviceleistung an.

5 Dinge, die Sie gegen hohen Blutdruck tun können

Ein stark erhöhter Blutdruck erfordert in den meisten Fällen den Einsatz eines blutdrucksenkenden Medikaments. Gleichzeitig kann aber jeder Betroffene auch selbst eine Menge tun, um seinen Blutdruck positiv zu beeinflussen.  Auch wenn die Ursachen für hohen Blutdruck meist nicht im Detail zu finden sind, gibt es doch verschiedene Faktoren, die eine primäre Hypertonie, also hohen Blutdruck, der nicht Folge einer anderen Erkrankung ist, begünstigen können. Diese Faktoren sind unter anderem: 

  • Übergewicht 
  • Bewegungsmangel
  • Rauchen 
  • Alkoholkonsum 
  • viel Salz 
  • wenig Kalium aus Obst, Gemüse und Nüssen 
  • Alter über 60 Jahre

Wenn Sie aktiv etwas gegen Ihren Bluthochdruck tun wollen, gehen Sie über zu einem gesunden Lebensstil:

1. Übergewicht abbauen

Der BMI eines gesunden, normalgewichtigen Menschen liegt zwischen 18,5 und 24,9. Der genaue Wert ist abhängig von Alter, Geschlecht und Körpergröße und kann mit der folgenden Formel errechnet werden: 

BMI =    Körpergewicht (kg)/Körpergröße (m)2

Am besten ziehen Sie Ihren Arzt zu Rate, der Sie zum Thema gesunde Ernährung kompetent beraten kann.

2. Mehr Bewegung ins Leben bringen

Regelmäßiger Ausdauersport kann nachweislich dazu beitragen, den Blutdruck deutlich zu senken. Auch beim Abnehmen ist Sport eine echte Unterstützung. Mindestens drei Mal pro Woche 30 Minuten (Nordic) Walking, Jogging, Radfahren oder Schwimmen sind ideal. Wer sich allein nicht aufraffen kann, findet in einem Verein oder einer Gruppe Unterstützung und Motivation.

3. Das Rauchen aufgeben

Rauchen verengt die Blutgefäße und ist damit einer der wichtigsten Risikofaktoren für Herzinfarkt und Schlaganfall. Auch andere schwere Erkrankungen stehen in direktem Zusammenhang mit dem Rauchen. Verbannen Sie Zigaretten, Zigarre oder Pfeife aus Ihrem Leben!

4. Alkohol nur in Maßen und nur zu besonderen Anlässen trinken

Alkohol ist ein Genussmittel und sollte nur in geringen Mengen getrunken werden. Gegen ein Glas Rotwein am Abend ist nichts einzuwenden. Aber wer regelmäßig viel Alkohol trinkt, riskiert neben Bluthochdruck auch eine Reihe anderer Erkrankungen. Als Faustregel gilt, dass Männer maximal 20 Gramm Alkohol täglich trinken sollten, während für Frauen 10 Gramm Alkohol pro Tag unbedenklich sind. Das entspricht etwa 250 bzw. 125 ml Wein.

5. Auf gesunde Ernährung mit ausreichend Obst & Gemüse achten

Essen Sie leicht und gesund, bauen Sie viel Obst und Gemüse in Ihren Speiseplan ein und reduzieren Sie Ihren Fleischkonsum auf einmal pro Woche. So füllen Sie Ihre Kalium-Speicher auf, reduzieren Ihren Cholesterinwert und verringern das Risiko einer Arterienverkalkung. Auch die überflüssigen Pfunde werden Sie auf diese Weise los. Achten Sie darauf, mit dem Salz sparsam zu sein und nutzen Sie ungesättigte Fettsäuren wie sie in Pflanzenölen enthalten sind. Für eine individuelle Ernährungsberatung im Zusammenhang mit Bluthochdruck steht Ihnen Ihr Hausarzt gern zur Verfügung.

Plus: Erlernen Sie eine Technik zum Stress-Abbau. Meditation, Yoga, Tai Chi, Autogenes Training … die Liste der Möglichkeiten ist lang. Machen Sie sich nicht so viel Druck!

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