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Sicher in Glas bohren – Schluss mit Rissen, Sprüngen und Co.

Beim Bohren in Glas braucht man mit der richtigen Technik und dem passenden Bohrer keine Angst zu haben. Lästige Sprünge, Risse oder Brüche werden mit einigen Tricks und Vorkehrungen vermieden und das empfindliche Material bleibt heil.

Herausforderungen beim Bohren in Glas: Sicherheit geht vor

Glas ist sehr hart, aber auch scharf und spröde. Das Material kann beim Bohren brechen, reißen oder platzen. Daher ist es bei der Arbeit mit dem Werkstoff wichtig, bestimmte Sicherheitsmaßnahmen einzuhalten. Dazu gehören:


  • Handschuhe
  • Atemmaske
  • Schutzbrille


Umherfliegende Glassplitter können ansonsten ins Auge fliegen. Auch der gesundheitsschädliche, feine Glasstaub könnte eingeatmet werden. Eine Atemmaske und Schutzbrille haben daher oberste Priorität.

Den Bohrer nach der Glas-Art auswählen

Vor Beginn der Bohrarbeiten wird das genaue Material bestimmt, das bearbeitet werden soll. Weinflaschen, Spiegel oder Glasfliesen können mit einer handelsüblichen Bohrmaschine bearbeitet werden, solange der richtige Bohraufsatz verwendet wird. Ausnahmen bei den Werkstoffen sind:


  • Plexiglas
  • Temperglas
  • Einscheiben-Sicherheitsglas (ESG)
  • Verbund-Sicherheitsglas (VSG)


Für Plexiglas (Arcylglas) dürfen nur schabende Werkzeuge verwendet werden. Ein Kegelbohrer ist für den Heimwerker in diesem Fall die beste Wahl, da er saubere Arbeiten ermöglicht und verhindert, dass das Acrylmaterial unten ausreißt.

Temper- und Sicherheitsglas hingegen sollte nur von Profis behandelt werden. Denn beim Kontakt mit Bohrgeräten würden zum Beispiel Touchscreens oder Autoscheiben zersplittern. Vor dem Bohren sollte man sich vergewissern, dass es sich dabei nicht um Sicherheits- oder Temperglas handelt. Letzteres erkennt man anhand der vier Ecken des Glases. Da der Hersteller verpflichtet ist, das Temperglas an den Ecken zu ätzen, sind diese auffallend milchig.

Welcher Bohrer ist geeignet, um Löcher in Glas zu bohren?

Grundsätzlich reicht für kleinere Löcher eine handelsübliche Bohrmaschine aus, die jedoch mit einem speziellen Bohrer – einem Glasbohrer – kombiniert werden muss. Eine Variante ist der Karbitbohrer, der mit seiner lanzenartigen Spitze der Reibung beim Bohren widersteht. Das preisgünstige Karbit kann jedoch nach einiger Zeit stumpf werden oder brechen.


Tipp:

Glas kann nur mit einem speziellen Glasbohrer bearbeitet werden. Ein Metallbohrer oder Steinbohrer würde zu viel Reibung erzeugen und überhitzen.


Für größere Löcher ab 0,6 cm ist ein hochwertiger Diamantbohrer gut geeignet. Dieser ist perfekt zum Bohren in Glas, da er das härtere Material ist. Mit einem Diamanthohlbohrer – ausgestattet mit einer abgerundeten Bohrspitze oder einem Aufsatz mit Kernstück – kann man wunderbar gläserne Werkstoffe bearbeiten.


Möchte man häufiger Löcher in Glas bohren, ist es sinnvoll, ein Bohrsystem mit integrierten Kühlmitteln zu nutzen. Alternativ kann auch von Hand Kühlmittel wie Wasser, Petroleum, Vaseline oder Terpentin in das Bohrloch getröpfelt werden, um die Hitze zu reduzieren.

Anleitung: Der Bohrvorgang Schritt für Schritt erklärt

Als Beispiel soll in eine einfache Glasflasche ein Loch gebohrt werden.

Schritt 1: Flasche vorbereiten

Flasche in einem passenden Behälter platzieren, um den Tisch oder Boden zu schützen. Gegebenenfalls mit Stoff oder Tüten auspolstern.

Schritt 2: Position des Bohrlochs markieren

Klebeband um die Glasflasche an der Stelle wickeln, durch die gebohrt werden soll. Das Klebeband hat eine griffigere Oberfläche als die Glasflasche, wodurch der Bohrer nicht so leicht abrutschen kann.

Schritt 3: Bohrstelle markieren.

Jetzt die Bohrstelle ausmessen und auf dem Klebeband am besten mit einem Markierstift kennzeichnen. Die Stelle soll klar erkennbar sein und das ansetzen des Bohrers einfach machen.

Schritt 4: Mit kleinem kleinen Durchmesser starten

Zu Beginn einen kleinen Bohrkopf verwenden (zwischen 0,9 mm und 1,2 mm), damit der Druck nicht zu hoch wird und das Glas zerspringt.

Schritt 5: Langsam beginnen

Bei der Bearbeitung von harten Werkstoffen wie Glas beginne am besten mit einer niedrigen Drehzahl, um dich langsam vorzuarbeiten. Dazu den Drehzahlregler zunächst herunterdrehen.

Schritt 6: Geschwindigkeit erhöhen

Jetzt kann das Klebeband komplett entfernt und die Geschwindigkeit etwas erhöht werden. Mittels Drehzahlregler die Drehzahl auf ca. 400 U/m stellen.

Schritt 7: Kühlmittel auftragen

Beim Bohren mit der höheren Drehzahl sollte stetig etwas Kühlflüssigkeit auf die Bohrstelle gegeben werden, an der die Flasche durchbohrt wird.

Schritt 8: Größerer Durchmesser

Wenn ein größeres Loch gebohrt werden soll, dann wird, nachdem das kleinere Loch durchgebohrt wurde, der Vorgang mit dem nächstgrößeren Bohrerdurchmesser weitergeführt.

Zusammenfassung

Grundsätzlich ist beim Bohren in Glas zu beachten, dass es sich um einen sehr spröden Baustoff handelt, der bei falscher Anwendung schnell zerspringt. Die passenden Werkzeuge und die Einhaltung der Sicherheitsvorkehrungen sind daher besonders wichtig. Verwende im Idealfall unterschiedlich große Bohrer und beginne mit dem kleinsten. Bei zu großem Bohrdruck ist es sinnvoll, einen Bohrständer zu benutzen, der den Druck besser regulieren kann. Der Einsatz von Kühlmitteln ist ebenfalls wichtig, dass die entstehende Reibung und Hitze nicht zu groß wird.