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Schlagbohrmaschine vs. Bohrhammer: Zwei Schwergewichte im Vergleich

In der Welt der Elektrowerkzeuge gibt es für jedes Vorhaben das passende Hilfsmittel. Dazu zählen auch Schlagbohrmaschine und Bohrhammer. Welche Gemeinsamkeiten die beiden verbinden, welche Unterschiede sie kennzeichnen und wo sie jeweils am besten eingesetzt werden, verrät dieser Ratgeber.

Der Bohrhammer

Der Bohrhammer eignet sich vor allem für Abriss- und Renovierungsarbeiten an Beton, Naturstein und Mauerwerk. Er arbeitet über Schlag-Dreh-Bewegungen: das Hammerwerk übt Schlagimpulse auf das Material aus, während der Bohrer eine Drehbewegung ausführt. Dies ist möglich, weil der Bohrer nicht starr im Bohrfutter verankert ist. Hierdurch transportiert der Bohrkopf Bohrstaub aus dem Bohrloch hinaus. Der Bohrhammer kann:


  • Bohren
  • Schlagbohren
  • Hammerbohren
  • Meißeln
  • Stemmen

Vielseitig einsetzbar können Bohrhämmer nicht nur zum Hammerbohren verwendet werden. Schaltet man die Schlagfunktion aus, dient der Bohrhammer als herkömmlicher Bohrer, um Löcher in weichere Materialien wie Holz oder Metall zu bohren. Über ein Wechselfutter lässt sich ein Meißel einspannen, um beispielsweise Fliesen von der Wand zu brechen.

Den Bohrhammer gibt es in verschiedenen Ausführungen, die sich bezüglich des Antriebs unterscheiden:

AntriebFunktionsprinzipGewichtNutzungsbereich
PneumatischDruckluft6 - 10kgHausgebrauch
HydraulischHydraulikflüssigkeit10 - 50kg Hausgebrauch, Handwerksbetrie
ElektrischAkku-System oder Netzteil> 50kgHandwerksbetrieb

Die Schlagbohrmaschine

Auch die Schlagbohrmaschine arbeitet zusätzlich zur Drehbewegung mit Vibration in axialer Richtung. Der Schlag wird bei diesem Werkzeug mechanisch durch zwei Scheiben mit entgegengesetzter Sägeverzahnung erzeugt. Die beiden Zahnscheiben werden aufeinandergepresst und stoßen sich aufgrund der Verzahnung voneinander ab.


Je nach Anpressdruck und Gegendruck vom Material auf die Scheiben wird die Schlagkraft reguliert. Dabei bewegt sich das gesamte Gerät mit. Die Schlagfunktion lässt sich manuell ein- oder ausschalten.


So können unterschiedliche Materialien bearbeitet werden, wie zum Beispiel:


  • Kalksandstein
  • Leichbeton
  • Ziegelstein

Ist die Schlagfunktion deaktiviert, können mit Schlagbohrmaschinen auch weiche Materialien wie die folgenden bearbeitet werden:


  • Holz
  • Kunststoff
  • Metall
  • Rigips


Eine Schlagbohrmaschine ist entweder mit 2-Gang-Getriebe oder einem zusätzlichen Drehzahlregler ausgestattet, über welche die Drehzahl je nach Material reguliert wird. Beim 2-Gang-Getriebe eignet sich der erste Gang, um große Löcher in robuste Materialien wie Kalksandstein zu bohren. Er zeichnet sich durch geringe Drehzahl bei hohem Drehmoment aus.


Der zweite Gang arbeitet mit niedrigem Drehmoment und höherer Drehzahl. So werden präzise Löcher in Holz oder Kunststoff gebohrt.

Unterschiede der Werkzeuge

Trotz ähnlicher Schlag-Dreh-Funktionsweise lassen sich bei näherer Betrachtung mehrere Unterschiede zwischen Schlagbohrmaschine und Bohrhammer erkennen.


Trotz Ähnlichkeit unterscheiden sich die Werkzeuge in einigen Punkten. Dies sind beispielsweise das Gewicht und das Bohrfutter. Aber auch technische Daten wie Schlagzahl und Schlagkraft sowie Handhabung und Einsatzgebiet sind unterschiedlich.

Gewicht

Die Schlagbohrmaschine ist ein wahres Leichtgewicht. Zwischen 1,5 und 5 kg wiegen gängige Modelle. Elektrische Bohrhämmer mit Netzbetrieb wiegen knapp 6 kg, Akku-Geräte sind in der Regel etwas schwerer. Bohrhämmer, die im Handwerksbetrieb oder in Baufirmen eingesetzt werden, können sogar bis zu 150 kg wiegen.

Bohrfutter und Bohrschaft

Im Gegensatz zum Schlagbohrer hat der Bohrer beim Bohrhammer Bewegungsspielraum: Der Bohrer ist axial beweglich gelagert. Daher sind Bohrhämmer mit einem SDS-Spannfutter versehen.


Der Schlagbohrer beinhaltet ein normales Schnellspannbohrfutter, welches kein Spiel für Schlagbewegungen ermöglicht. Bei beiden Varianten können die Bohrköpfe schnell ausgewechselt werden, ohne dass man einen Schlüssel benötigt, um das Bohrfutter aufzudrehen.

Schlagkraft, Schlagfrequenz und Drehzahl

Bohrhammer und Schlagbohrmaschine arbeiten nach unterschiedlichen Funktionsprinzipien, die in dieser Tabelle verdeutlicht werden:


Der Schlagbohrer beinhaltet ein normales Schnellspannbohrfutter, welches kein Spiel für Schlagbewegungen ermöglicht. Bei beiden Varianten können die Bohrköpfe schnell ausgewechselt werden, ohne dass man einen Schlüssel benötigt, um das Bohrfutter aufzudrehen.

BohrhammerSchlagbohrer
WirkungKraftübertragungGeschwindigkeit
Schlagfrequenzniedrig; ca. 4.000 pro Minute hoch; ca. 40.000 pro Minute
Schlagkrafthoch; bis zu 30 Jouleniedrig; meist unter 1 Joule

Generell gilt: Je höher die Schlagfrequenz, desto geringer kann die Schlagkraft ausfallen. Hieraus ergeben sich Unterschiede in der Handhabung und der Bearbeitung von Materialien: Je empfindlicher das Material (beispielsweise Holz), desto weniger Schlagkraft benötigt man für ein präzises Ergebnis.

Handhabung und Einsatzgebiet

Bohrhammer und Schlagbohrmaschine bohren eine Granit Platte

Bohrhämmer durchdringen Materialien, vor denen Schlagbohrer aufgeben müssen.

Da Schlagkraft und Schlagfrequenz zusammenhängen, ergeben sich hieraus Unterschiede in der Bearbeitung von Materialien. Zwar kann man mit beiden Elektrogeräten Leichtbeton bohren, möchte man jedoch eine Betonwand aufstemmen, kommt die Schlagbohrmaschine an ihre Grenzen.


Beim Arbeiten mit der Schlagbohrmaschine wird Muskelkraft für den Anpressdruck an das Material aufgewendet. Je nachdem, wie viel Kraft man aufbringst, erhöht sich die Vibrationskraft der Maschine. Bei sehr harten Materialien wie Granit ist der Bohrhammer mit seinem automatisierten Schlagwerk die bessere Wahl.

Gemeinsamkeiten zwischen Schlagbohrer und Bohrhammer

Schlagbohrer und Bohrhämmer ähneln sich nicht nur optisch. Auch funktional finden sich Gemeinsamkeiten.


So kann sowohl beim Bohrhammer als auch bei der Schlagbohrmaschine zusätzlich zur Drehbewegung eine Schlag- beziehungsweise Vibrationsbewegung zugeschaltet werden. Mit dieser arbeiten sich die Werkzeuge durch robustes Mauerwerk. Daher eignen sich beide für Arbeiten in Haus sowie Garten und können bei den gleichen Materialien eingesetzt werden.

Passende Einsatzbereiche für beide Geräte

Sowohl Schlagbohrmaschinen als auch Bohrhämmer sind Allrounder für den privaten Bereich, da sie vielseitig für unterschiedliche Materialien einsetzbar sind. Jedoch hat der kräftige Bohrhammer vor allem bei Abbruch- und Renovierungsarbeiten klare Vorteile. Das Stemmen von Mauerwerk oder das Abschlagen von alten Fliesen ist mit diesem Gerät kein Problem, da kaum Anpressdruck notwendig ist. Auch Bohrhämmer können Metall oder Holz bearbeiten, jedoch benötigt man Übung, um kleine Löcher präzise zu bohren.


Die handlichere Schlagbohrmaschine eignet sich gut für präzise Arbeiten. Beispielsweise, um Löcher in Holz eines Geräteschuppens zu bohren oder Träger für Regale an der Wohnzimmerwand anzubringen. Mit der Schlagbohrmaschine ist ein präziseres Arbeiten möglich, sodass sie für Bohrtätigkeiten zu Hause häufiger zum Einsatz kommt. Wird jedoch an langfristigen Renovierungsprojekten gearbeitet, ist der Bohrhammer eine gute Alternative zum Schlagbohrer.


Diese Übersicht zeigt die gängige Verwendung der beiden Elektrowerkzeuge:

Bohrhammer

  • Grobe Arbeiten: Stemmen von Mauern
  • Hartes Mauerwerk aufbrechen: Naturstein, Beton, Granit, Vollziegel
  • Bohren großer Durchmesser: Dosensenken
  • Fliesenarbeiten und Meißeln dank Wechselfutter


Schlagbohrmaschine

  • Präzises Arbeiten mit Metall, Holz, Kunststoff
  • Weiches Mauerwerk aufbrechen: Kalksandstein, Leichtbeton
  • Bohren kleiner Durchmesser

Fazit

Beide Werkzeuge sind leistungsstarke Helfer für Heimwerker, die gerne selbst Hand anlegen. Möchte man Haus oder Wohnung renovieren oder im Garten eine Ziegelmauer abschlagen, greife besser zum Bohrhammer. Da dieser ohne Anpressdruck arbeitet, spart man sich bei kräftezehrenden Abbrucharbeiten Energie, die bei der Schlagbohrmaschine nötig wäre. Daher ist auch Überkopf-Bohren für Bohrhämmer kein Problem.


Der Schlagbohrer eignet sich für präzisere Bohr-Arbeiten im Alltag. Sollen beispielsweise Holzregale gezimmert, die Schaukel der Kinder zusammengebaut oder Löcher in Rigips gebohrt werden, ist man mit der Schlagbohrmaschine bestens ausgerüstet.


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