Wanddurchbruch – ein wichtiger Schritt beim Umbau

Mit einem Wanddurchbruch kann können Wohnungen und Häuser neugestaltet werden: Aus zwei kleinen Räumen kann ein großes Zimmer entstehen. Durch den nachträglichen Einbau eines Durchgangs können Küche oder Wohnzimmer auch über den Flur betreten werden. Doch bevor es blindlinks durch die Wand geht, sind einige Punkte zu beachten. Hierzu zählen sowohl die detaillierte Planung des Vorhabens als auch die Verwendung des richtigen Werkzeugs.

Wanddurchbruch – ein wichtiger Schritt beim Umbau

Mit einem Wanddurchbruch kann können Wohnungen und Häuser neugestaltet werden: Aus zwei kleinen Räumen kann ein großes Zimmer entstehen. Durch den nachträglichen Einbau eines Durchgangs können Küche oder Wohnzimmer auch über den Flur betreten werden. Doch bevor es blindlinks durch die Wand geht, sind einige Punkte zu beachten. Hierzu zählen sowohl die detaillierte Planung des Vorhabens als auch die Verwendung des richtigen Werkzeugs.

Herausforderung Wanddurchbruch

Egal, ob eine ganze Wand oder nur ein Stück von ihr entfernt werden soll: Ein Wanddurchbruch sollte sorgfältig geplant werden, um teure Folgeschäden – im schlimmsten Fall sogar einen Einsturz – zu vermeiden. Benötigt werden unter anderem:

  • die schriftliche Genehmigung des Haus- / Wohnungseigentümers, wenn du zur Miete wohnst
  • der Bauplan des Hauses bzw. der Wohnung
  • Gutachten eines Statikers
  • eventuell eine Baugenehmigung

Wanddurchbruch Wenn weder du noch der Eigentümer einen Bauplan besitzt, ist das zuständige Bauaufsichtsamt die richtige Adresse. Auf dem Bauplan ist eingezeichnet, welche Wände tragend oder nichttragend sind und wo die verschiedenen Leitungen für Strom, Wasser und Co. verlegt sind. Um komplett auf Nummer sicher zu gehen, sollte die entsprechende Wand vor dem Durchbruch von einem Statiker untersucht werden.

Ob eine Baugenehmigung notwendig ist, hängt von mehreren Faktoren ab. Beispielsweise:

  • Außen- oder Innenwand?
  • Tragende oder nichttragende Wand?
  • Denkmalschutz?

Wenn eine Außenwand oder tragende Wände durchbrochen werden, ist grundsätzlich eine Baugenehmigung einzuholen. Daneben kann eine Baugenehmigung erforderlich sein, wenn das Gebäude unter Denkmalschutz steht. Auskunft darüber gibt die zuständige Bauaufsichtsbehörde. Ist eine Baugenehmigung nicht einzuholen, können zudem Vorschriften der Bauordnung zu beachten sein.

Tragende von nichttragenden Wänden unterscheiden

Eine ebenfalls wichtige Frage vor dem Durchbruch: Handelt es sich um eine tragende oder eine nichttragende Wand? Der Unterschied ist nicht offensichtlich. Sicherheitshalber sollte immer ein Statiker zu Rate gezogen werden.

Tragende Wände

Tragende Wände stützen das Haus und können nur nach sorgfältiger Planung durchbrochen werden. Auch beim Durchbruch selbst ist große Vorsicht geboten. Als Faustregel gilt:

  • Außenwände sind fast immer tragend
  • Wände ab einer Stärke von 17,5 cm sind tragend
  • Mauerwerkswände ab 11,5 cm Stärke können tragend sein (für Häuser, die etwa ab 1990 gebaut wurden)

Da bei Mauerwerkswänden nur das reine Mauerwerk ohne Tapete, Putz und Co. zählt, ist der Rat vom Sachverständigen nötig. Auch bei Altbauten gelten manche Regeln nicht. Je größer der Durchbruch werden soll, umso komplizierter wird er: Ein kleines WC-Fenster lässt sich einfacher nachträglich einbauen als eine zusätzliche Eingangstür. Ein Wanddurchbruch durch eine tragende Wand sollte allerdings immer professionell ausgeführt werden, weil hier zusätzliche Stützen (genannt Sturz) angebracht werden müssen.

Nichttragende Wände

Nichttragende Wände schaffen verschiedene Räume innerhalb des Hauses. In der Regel sind sie schmaler als tragende Wände und der Durchbruch stellt hier meist kein größeres Problem dar. Wenn man gegen die Wand klopft und sie dabei hohl klingt, handelt es sich meistens um eine Trockenbauwand. Diese trägt nicht und kann aus statischer Sicht problemlos entfernt werden.

Vorab jedoch immer zu beachten: Leitungen in der Wand. Ihr Verlauf darf nicht durchkreuzt werden. Strom- und Kommunikationsleitungen kann ein Fachmann recht leicht umlegen. Neuverlegungen von Wasser- und Gasleitungen sind dagegen deutlich schwieriger und teurer.

Dieses Werkzeug eignet sich für einen Wanddurchbruch

Bohrhammer von Einhell Für einen Wanddurchbruch können verschiedene Werkzeuge benutzt werden:

  • Hammer und Meißel
  • Winkelschleifer mit Diamantscheibe
  • Kernbohrer
  • Bohrhammer

Hammer und Meißel lassen sich einfacher handhaben. Die Arbeit mit diesen Werkzeugen ist jedoch mühsam und zeitintensiv. Wände aus Gipskarton und anderen Leichtbausteinen können mit einem Winkelschleifer ausgeschnitten und anschließend kontrolliert umgestürzt oder Stück für Stück abgetragen werden. Soll der Wanddurchbruch klein und rund sein, ist ein Kernbohrer das passende Werkzeug. Am besten für einen Wanddurchbruch geeignet, ist in der Regel ein Bohrhammer.

Tipp:

Für Meißelarbeiten reicht ein Bohrhammer mit 1,5 bis 5 Joule. Um dünne Wände aus Gipskarton oder ähnlichen Baustoffen abzutragen, sollte die Maschine 10 bis 20 Joule, bei stärkeren Wänden aus Beton 20 bis 50 Joule haben.

Anleitung: Wanddurchbruch

Um einen Wanddurchbruch mit einem Bohrhammer durchzuführen, sind einige Schritte nötig. Da bei tragenden Wänden immer ein Profi ans Werk gehen sollte, erläutert diese Schritt-für-Schritt-Anleitung den Durchbruch einer dünnen, nichttragenden Wand.

  1. Das nötige Werkzeug (Bohrhammer, eventuell Vorschlaghammer) und weitere Materialien wie Folie, Atemmaske und Gehörschutz besorgen. Mit der Folie werden die angrenzenden Räume ausgelegt, um sowohl Boden und Wände als auch die Möbel vor Staub und Bauschutt zu schützen.
  2. Wenn nur ein Teil der Wand durchbrochen werden soll, zeichne den geplanten Ausschnitt an – am besten etwas größer als geplant. Denn der Zwischenraum wird später mit Bauschaum oder Zement aufgefüllt. Bei einem kompletten Wanddurchbruch muss nichts aufgezeichnet werden.
  3. Bei einem kompletten Wanddurchbruch beziehungsweise großen Flächen kannst du mit einem Vorschlaghammer die ersten, groben Durchbrüche machen. Bei kleinen Flächen, zum Beispiel für eine Tür, bietet sich ein Bohrhammer an. Mithilfe des Meißels wird der Putz abgeschlagen, danach kommt die Bohrfunktion zum Einsatz. Damit wird alle 5-10 cm ein Loch entlang der aufgezeichneten Linie gebohrt. Sind alle Löcher gebohrt, kann der Teil der Wand kontrolliert umgestürzt werden. Diese Methode kann auch auf die komplette Wand angewendet werden.
  4. Nachdem der Bauschutt entfernt ist (dafür eignet sich ein geliehener Container), kannst du entweder direkt neu verkleiden oder die geplante Tür oder ähnliches einbauen. Für die Verkleidung eignen sich Putz und Trockenbauelemente. Spalten kannst du mit Bauschaum oder Zement verschließen.

Ist alles verkleidet und neu gestrichen, können die Zimmer wieder eingerichtet werden.

Mit einem Wanddurchbruch verbundene Kosten

Soll der Wanddurchbruch von einem Profi durchgeführt werden, gibt die folgende Tabelle einen Überblick über die entstehenden Kosten:

Posten nichttragende Wand tragende Wand
Kosten für Statiker / Gutachten (abhängig vom Aufwand) 300 bis 2.500 EUR 300 bis 2.500 EUR
Kosten für Kleinmaterialien 50 bis 100 EUR 50 bis 100 EUR
Abnutzungskosten für Werkzeug 100 bis 250 EUR pro m² 200 bis 400 EUR pro m²
Kosten für das Durchbrechen der Wand 100 bis 300 EUR pro m² 400 bis 700 EUR pro m²
Sturz / Stahlträger - 120 bis 300 EUR
Anfahrtspauschale 50 bis 150 EUR 50 bis 150 EUR
Kosten für Entsorgung 100 bis 400 Euro pro m³ 100 bis 400 Euro pro m³

Hinzu kommen die Kosten für die Handwerker, die sich in etwa auf 20 bis 50 Euro pro Stunde und Handwerker belaufen. Die angegebenen Preise stellen einen Richtwert da und können individuell abweichen.

Zusammenfassung

Im Großen und Ganzen gilt: Wenn es sich um eine nichttragende Wand handelt und der Statiker zwecks verlaufender Leitungen grünes Licht gibt, kann der Wanddurchbruch selbst durchgeführt werden. Bei tragenden Wänden und wenn Leitungen umgelegt werden müssen, sollte der Profi ran. Das erhöht zwar die Ausgaben, die Folgen eines Rohrbruchs oder gar eines Einsturzes sind jedoch noch viel teurer.