Vier Tipps für gute Sägeergebnisse

Fußleisten auf Gehrung sägen, Vogelhäuschen bauen, Regalbretter kürzen: Gründe für eine Säge im Haushalt gibt es genug. Doch welche Sägeblätter passen zu welchem Material und wie wird beim Sägen verfahren? Die vier Tipps schaffen die Grundlage für sicheres und präzises Arbeiten und perfekte Ergebnisse.

Tipp 1: Die korrekte Handhabung von Sägen

Ein fester Stand ist bei der Arbeit mit Elektrosägen eine wichtige Anforderung, um Unfälle zu vermeiden. Je nach Sägentyp gibt es noch weitere Handhabungstipps:

  • Gehrungssäge: Vor dem Sägen präzise den Winkel messen. Sägeblatt erst ansetzen, wenn es seine volle Geschwindigkeit erreicht hat. In einer einzigen Bewegung fließend eintauchen und das Werkstück durchsägen.
  • Kettensäge: Kette erst ansetzen, wenn sie ihre volle Geschwindigkeit erreicht hat. Nicht mit der Spitze schneiden, da die Kettensäge plötzlich nach oben springen könnte. Vor dem Sägen "anstechen" (oberflächlichen Schnitt als Führungslinie setzen).
  • Handkreissäge: Sägeblatt erst ansetzen, wenn es seine volle Geschwindigkeit erreicht hat. Säge seitlich am Werkstück anlegen und in einer fließenden Bewegung durchziehen. Bei Kreissägen, die im Uhrzeigersinn rotieren: Druck ausüben, um nicht nach oben gedrückt zu werden.
  • Stichsäge: Ohne Pendelhub ansetzen und mit niedriger Geschwindigkeit beginnen. Geschwindigkeit erhöhen (und Pendelhub einschalten), sobald das Sägeblatt vollständig eingedrungen ist. Beim Kurvensägen keinen seitlichen Druck ausüben, sondern den hinteren Teil der Stichsäge herumschwingen.

Generell sollten bei der Arbeit mit Kettensägen immer beide Hände am Gerät sein, bei anderen Sägen nach Möglichkeit. Die zweite Hand fängt Vibrationen ab und sorgt für präzisere Schnitte.

Tipp 2: Säge und Sägeblatt passend zu Material und Nutzung

Sägen, insbesondere elektrische Modelle, sind sehr spezialisierte Werkzeuge und meist auf spezifische Arbeitsvorgänge ausgelegt. Das Material des Sägeblatts gibt vor, welche Materialien bei der Arbeit durchschnitten werden können:

Kappsäge / Gehrungssäge Kettensäge Kreissäge Pendelhubsäge / Stichsäge
Chrom-Stahl-Sägeblatt (CS) / Chrom-Vanadium-Sägeblatt (CV)
  • Holzwerkstoffe, weiches/mittelweiches Holz, Kunststoff
  • Feine Schnittkanten
  • CV: Gute Wärmeleitung
  • Winkel- und Gehrungsarbeiten
  • -
  • Holzwerkstoffe, weiches/mittelweiches Holz, Kunststoff
  • Feine Schnittkanten
  • CV: Gute Wärmeleitung
  • Erlaubt Tauchschnitte
  • Holzwerkstoffe, weiches/mittelweiches Holz, Kunststoff
  • CV: Gute Wärmeleitung
  • Keine Tauchschnitte möglich
  • Für Kurvenschnitte
Hartmetall-Sägeblatt (HM)
  • mittelhartes/hartes Holz, Kunststoff, Zementfaserplatten, Gipskarton
  • etwas gröbere Schnittkanten
  • Beschädigung durch zu harte Materialien
  • Winkel- und Gehrungsarbeiten
  • mittelhartes/hartes Holz, Kunststoff, Zementfaserplatten, Gipskarton, Gasbeton
  • sehr grobe Schnittkanten
  • Beschädigung durch zu harte Materialien
  • Durchtrennen dicker Werkstücke
  • mittelhartes/hartes Holz, Kunststoff, Zementfaserplatten, Gipskarton
  • etwas gröbere Schnittkanten
  • Beschädigung durch zu harte Materialien
  • Erlaubt Tauchschnitte
  • mittelhartes/hartes Holz, Kunststoff, Zementfaserplatten, Gipskarton
  • Beschädigung durch zu harte Materialien
  • Keine Tauchschnitte möglich
  • Für Kurvenschnitte
Schnellarbeitsstahl-Sägeblatt (HSS)
  • Metall, teilweise auch Holz und Kunststoff möglich
  • Beschädigungsresistent
  • Winkel- und Gehrungsarbeiten
  • -
  • Metall, teilweise auch Holz und Kunststoff möglich
  • Beschädigungsresistent
  • Erlaubt Tauchschnitte
  • Metall, teilweise auch Holz und Kunststoff möglich
  • Beschädigungsresistent
  • Keine Tauchschnitte möglich
  • Für Kurvenschnitte
Vollhartmetall-Sägeblatt (VHM)
  • Metall, weiche Fliesen, eventuell weiches Gestein
  • Winkel- und Gehrungsarbeiten
  • Metall, weiche Fliesen, eventuell weiches Gestein
  • sehr grobe Schnittkanten
  • Durchtrennen dicker Werkstücke
  • Metall, weiche Fliesen, eventuell weiches Gestein
  • Erlaubt Tauchschnitte
  • Metall, weiche Fliesen, eventuell weiches Gestein
  • Keine Tauchschnitte möglich
  • Für Kurvenschnitte
Diamant-Sägeblatt (PKD)
  • Hartmetall, Gestein, Fliesen aus Feinsteinzeug
  • Winkel- und Gehrungsarbeiten
  • Hartmetall, Gestein
  • sehr grobe Schnittkanten
  • Durchtrennen dicker Werkstücke
  • Hartmetall, Gestein, Fliesen aus Feinsteinzeug
  • Erlaubt Tauchschnitte
  • Hartmetall, Gestein
  • Keine Tauchschnitte möglich
  • Für Kurvenschnitte

Beim Bearbeiten von zerbrechlichen Werkstücken, beispielsweise aus Keramik oder Glas, sollte immer eine Säge benutzt werden, die wenig Vibrationen erzeugt, um das Material nicht zu zerbrechen.

Sicherheitshinweis 1:

Elektrische Sägen sind kraftvolle Werkzeuge mit scharfen Sägeblättern. Eine passende Schutzausrüstung ist wichtig, um Unfälle zu vermeiden:

  • Schnittsichere Handschuhe
  • Schutzbrille oder Helmvisier gegen Splitter
  • Ohrenschützer für längere Arbeiten

Tipp 3: Werkstücke und Säge sicher platzieren

Mit Zwingen befestigtes Werkstück Das Werkstück sollte beim Sägen nicht verrutschen können.

Durch die sich bewegenden Sägeblätter kann es vorkommen, dass das Werkstück bei der ersten Berührung mit der Säge verrutscht oder in Schwingung gerät. Deswegen sollten die Werkstücke vor dem Sägen mit Zwingen gesichert werden. Für die Stich- und Handkreissäge gibt es außerdem Führungsschienen, welche die Kontrolle über das Gerät erleichtern und höchst präzise Schnitte ermöglichen.

Sicherheitshinweis 2:

Schutzhandschuhe für die Arbeit mit Sägen sollten nach der Norm EN 388 mit einer Schnittfestigkeitsklasse (von 1 bis 5) zertifiziert sein. Die Schnittfestigkeitsklasse gibt an, wie lange es dauert, bis eine Säge durch das Material gedrungen ist. Bei Arbeiten mit der Stichsäge reichen die Klassen 1 bis 3 aus, bei Kreissägearbeiten sollte zu den Klassen 3 bis 5 gegriffen werden. Kettensägen sollten dagegen immer die höchstmögliche Schnittsicherheitsklasse erfüllen.

Tipp 4: Ausrisse vermeiden

Stichsägenblatt wird in eine Unterlage eingeschoben Ein Einschnitt in der Unterlage sorgt für maximale Effektivität bei Stichsägearbeiten.

Viele Kreissägen und alle Stichsägen sägen nur durch Hubbewegungen. Dadurch können die Fasern auf der Oberfläche von Holz-Werkstücken ausgerissen werden. Um abgesplitterte Kanten zu vermeiden, sollte zwischen den Sägeschuh und das Werkstück ein starres, gerades Stück Holz oder Kunststoff gelegt werden. Beim Sägen wird dieses fest auf das Werkstück gepresst. Der Druck sorgt dafür, dass die Fasern auf der Oberfläche des Werkstücks leichter zerteilt statt ausgerissen werden.

Sicherheitshinweis 3:

Ohrenschützer sind vor allem bei längerem Gebrauch und in geschlossenen Räumen nötig. Der Gehörschützer sollte bis zu der Dezibel-Anzahl Schutz bieten, welche die jeweilige Säge maximal erreicht. Bei Kettensägen ist das typischerweise eine Lautstärke von 100 dB.

Zusammenfassung

Das passende Werkzeug ist unerlässlich für ein sauberes und präzises Sägeergebnis. Daher sollte der Verwendungszweck vor der Wahl der Säge klar sein:

  • Gehrungssäge: Speziell für Gehrungen und das Kappen von Werkstücken in spezifischen Winkeln. Meist nur als Arbeitstisch erhältlich.
  • Kettensäge: Starke Säge, die sich für harte Materialien oder das schnelle Zersägen von Holz eignet. Nur für grobes Zerteilen geeignet.
  • Handkreissäge: Erlaubt präzise Schnitte und Tauchschnitte. Besonders von Vorteil bei sehr langen Schnitten.
  • Stichsäge: Handliches (Akku- oder Kabel-)Gerät zum Durchtrennen von Werkstücken. Ideal zum Kurvensägen geeignet.

Mit der passenden Kombination aus Säge, verschiedenen Arten von Sägeblättern und der korrekten Arbeitstechnik lassen sich Sägearbeiten präzise und komfortabel ausführen.