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Holz fräsen leicht gemacht

Neben Sägen ist Fräsen eine der wichtigsten Bearbeitungsarten von Holz. Ob mittels Oberfräse, Feinbohrschleifer oder Winkelschleifer – mit etwas Grundwissen gehen die Arbeitsschritte leicht von der Hand.

Für mehr Präzision: Holz fräsen statt bohren

Wie Hobeln oder Bohren ist auch Fräsen eine Form der spanenden Holzbearbeitung. Soll ein Holzbrett beispielsweise mit einem Loch in einem bestimmten Durchmesser versehen werden, so bieten sich auf den ersten Blick Bohrmaschine und Stichsäge an. Diese und ähnliche Aufgaben können allerdings präziser mit einer Fräse erledigt werden. Das Holzfräsen bietet gegenüber dem Bohren und Sägen klare Vorteile:


  • Hohe Schnittgenauigkeit
  • Feine Details und Innenkonturen
  • Erhöhte Flexibilität durch Freihandführung


Fräsen eignet sich hervorragend für feine Holzarbeiten, Detailarbeiten sowie Verzierungen und Gravuren. Fräsarbeiten lassen genaue Schnitte im Werkstück zu, beispielsweise bei einer Nut im Sperrholz oder einer Fase am Fensterbrett. Vielzählige Formen an Fräsköpfen ermöglichen zudem die unterschiedlichsten Fräsarbeiten, wie Muster, Buchstaben oder auch Bilder.

Holzhärte und ihre Bedeutung für das Fräsen

Holz ist nicht gleich Holz: Die verschiedenen Holzarten unterscheiden sich nicht nur im Aussehen, sondern auch in ihrer Härte. Diese wird seit 1901 durch das Brinellverfahren festgestellt und in der Einheit HB (Härte nach Brinell) angegeben. Je höher der Wert, desto härter ist das Holz. Folgende Tabelle bietet Aufschluss:

HolzartBrinellhärte (N/MM2)
Eiche34-41
Fichte12
Kiefer20
Europäische Kirsche31
Lärche19
Europäischer Nussbaum32
Teak28-30

Mit weichem Holz wird beim Fräsen anders umgegangen als mit harten Holzsorten. So werden Werkstücke aus Kiefer, Fichte oder Lärche zum einen vorsichtiger festgespannt, damit keine Abdrücke im Material entstehen. Zum anderen werden der Vorschub und die Drehgeschwindigkeit des Fräskopfes für das Holz passend gewählt: Ist der Vorschub zu groß oder die Drehgeschwindigkeit zu niedrig, kann sich der Fräser im Material verkanten und Beschädigungen verursachen.

Bei hartem Holz wie Eiche, europäischer Kirsche oder europäischem Nussbaum ist die Beanspruchung für den Fräskopf höher. Deshalb sollten nur wirklich scharfe Schneiden verwendet werden, um Brandmarken oder Ausrisse an den Schnittkanten zu vermeiden.

Werkzeuge zum Holzfräsen

Abhängig von Art und Beschaffenheit des Werkstücks können unterschiedliche Elektrowerkzeuge zum Einsatz kommen. Grundsätzlich gilt allerdings bei allen Fräsarbeiten an Holz:


  • Beim Holzfräsen wird niemals mit Kühlschmierstoff gearbeitet.
  • Die Schnittgeschwindigkeit beim Fräsen von Holz ist sehr hoch.


Die drei beliebtesten Werkzeuge für Fräsarbeiten sind Oberfräse, Winkelschleifer und Feinbohrschleifer. Sie haben den Hobel weitestgehend ersetzt.

Oberfräse

  • Einfacher Aufbau
  • Gefräst wird immer im Gegenlauf (höhere Sicherheit)
  • Nutfräser am weitesten verbreitet
  • Vielzahl an Fräsköpfen: Schriftenfräser, Fasenfräser, Querlochsenker, u.v.m


Winkelschleifer

  • Auch für Holzbearbeitung geeignet
  • Winkelgetriebe ist Namensgeber
  • Frässcheibe für
  • Holzarbeiten notwendig
  • Schneiden an Außenkante: nuten, schnitzen, schleifen
  • Schleifen auf der Scheibe: hobeln, Flächen glätten


Feinbohrschleifer

  • Handlich, kompakt, geringes Gewicht
  • Meist mit gut ausgestattetem Zubehörkoffer erhältlich
  • Fräsen, Bohren, Gravieren, u.v.m. von kleineren Werkstücken

Die Oberfräse eignet sich am besten zur Bearbeitung flacher Werkstücke und kann für feine und grobe Arbeiten genutzt werden. Der Winkelschleifer wird in der Regel als Schnitz- oder Schleifwerkzeug verwendet. Mit dem Feinbohrschleifer sind sehr filigrane, feine Fräsarbeiten möglich, bei großen Projekten stößt er allerdings schnell an seine Grenzen.

Schritt-für-Schritt-Anleitung: Eine Nut fräsen

Bei einer Nut handelt es sich um eine ins Werkstück eingearbeitete Vertiefung, die es nicht gänzlich durchdringt. Mit ihrer Hilfe lassen sich praktische Steck- oder Schiebeverbindungen kreieren oder auch formschöne Verzierungen gestalten. Folgende Werkzeuge und Hilfsmittel sind für die Arbeit notwendig:


  • Oberfräse
  • Fräskopf: Nutfräser
  • Bleistift
  • Zollstock
  • Parallelanschlag

Schritt 1: Platzierung der Nut festlegen

Zunächst wird festgelegt, wo genau sich die Nut befinden soll. Hierzu einfach mithilfe eines Zollstockes die gewünschte Vertiefung parallel zur Brettkante anzeichnen. An jedem Punkt sollte exakt derselbe Abstand zur Außenkante des Holzbretts vorliegen (beispielsweise 3 cm), sonst wird die Nut später schief. Zudem wird so die Nutzung eines Parallelanschlags möglich. Er führt die Fräse parallel zur Kante des Werkstücks.

Schritt 2: Nutbreite und -tiefe festlegen

Als Nächstes werden Nutbreite und -tiefe bestimmt. Diese Richtwerte sind wichtig, um anschließend den richtigen Fräskopf zu wählen und die Fräse entsprechend einzustellen. In diesem Beispiel sollen je 1 cm in der Breite und in der Tiefe gefräst werden.

Schritt 3: Oberfräse und Fräskopf einstellen

Nun wird der Nutfräser (in diesem Fall mit einem Durchmesser von 10 mm) in die Oberfräse eingelegt und festgezogen. Hier kann im Anschluss die absolute Frästiefe eingestellt werden (hier ebenfalls 10 mm bzw. 1 cm). Das geschieht in der Regel mithilfe eines Spannhebels. Bei diesem Arbeitsschritt muss die Fräse unbedingt noch vom Netz getrennt sein. So wird ein unbeabsichtigtes Anschalten effektiv verhindert.

Schritt 4: Parallelanschlag montieren

Ist die Frästiefe korrekt eingestellt, folgt die Montage des Parallelanschlags. Hierzu wird der Abstand von der Außenkante des Fräskopfes bis zur Laufseite des Parallelanschlags gemessen. Auch diese Messung sollte möglichst präzise erfolgen, da sonst später die Nut falsch sitzt.

Schritt 5: Drehgeschwindigkeit wählen

Schalte das Werkzeug ein und bringe den Fräskopf auf die entsprechende Drehzahl. Welche das ist, hängt immer vom Holz sowie von dem gewählten Durchmesser des Fräskopfes ab. Folgende Tabelle hilft dabei, die idealen Einstellungen zu wählen:

Hartholz (bspw. Eiche, Buche)

4 bis 10: 24.500 bis 28.000

12 bis 20: 17.500 bis 21.500

22 bis 40: 11.000 bis 14.500

Weichholz (bspw. Kiefer, Fichte, Lärche)

4 bis 10: 24.500 bis 28.000

12 bis 20: 17.500 bis 28.000

22 bis 40: 11.000 bis 17.500

Pressspanplatten

4 bis 10: 17.500 bis28.000

12 bis 20: 14.500 bis 21.500

22 bis 40: 11.000 bis 17.500

Aluminium

4 bis 15: 14.500 bis 18.000

16 bis 40: 11.000 bis 14.500

Kunststoffe

4 bis 15: 11.000 bis 14.500

16 bis 40: ca. 11.000



Prinzipiell gilt: Harte Materialien werden langsamer gefräst, weiche können schneller gefräst werden.

Schritt 6: Fräsen

Läuft die Fräse mit der gewünschten Umdrehung, kann sie langsam auf das Holz abgesenkt werden. Schiebe sie nun zügig und gleichmäßig entlang des Parallelanschlags, um ein schönes Fräsbild zu erhalten. Bei längeren Werkstücken sollte das Fräsen in mehreren Arbeitsschritten erfolgen, da der Fräskopf sonst heiß laufen und kaputtgehen oder gar Beschädigungen am Holz verursachen kann.

Muster, Bilder und Schriften in Holz fräsen

Mit einer Oberfräse gestaltest du im Handumdrehen tolle Dekorationsobjekte und selbst gestaltete Geschenke mit besonderer persönlicher Note. Da sich dies von Hand allerdings kaum präzise umsetzen lässt, gibt es hier eine Auswahl formschöner Schablonen für die Dekupiersäge zum Download.

Fazit

Das Fräsen von Holzwerkstücken ist eine Bearbeitungstechnik, mit der unterschiedliche Formen erstellt werden können. Welches Elektrowerkzeug sich hierzu am besten eignet, hängt prinzipiell von der beabsichtigten Arbeit ab. Besonders vielseitig ist die Oberfräse. Dank verschiedener Fräsköpfe und Einstellmöglichkeiten können unterschiedliche Materialien präzise bearbeitet werden. Ob kreisförmiger Ausschnitt, Nut oder dekorative Herzform: Mit einer Oberfräse gelingen viele Fräsarbeiten problemlos.


Bei besonders filigranen Vorhaben wie Gravuren kann ein Feinbohrschleifer helfen. Geht es um grobe Fräs- oder Schleifarbeiten, ist der Winkelschleifer mit entsprechender Frässcheibe eine gute Wahl.